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Kategorie: Die Wende

Nachfrage der Volkspolizei-Inspektion Berlin-Mitte beim VEB Möbelkombinat „Parat“

Ein Zeitdokument, das in etwa erklärt, wie weit die staatlichen Institutionen der DDR in einzelne Leben einzugreifen versuchten, was ihnen auch ohne weiteres gelang. Tolles Blog übrigens, dieses Ostberlin Beatet Besseres.

Dieser Zettel steht im Zusammenhang mit einem Operativen Vorgang (Maßnahmenkatalog der Staatssicherheit zur “Feindbearbeitung”; Codename: Rheinsberger) gegen mich, der wenn möglich Nachweisen soll das ich Nazi und Asozial bin um jegliche öffentliche Betätigung von mir zu unterbinden. Musste im Möbelkombinat gerade eine vom Ministerium des Inneren staatlich verordnete zwangvermittelte Arbeit als Transportarbeiter leisten. Das waren noch Zeiten, aber gut das es zu Ende ist mit dieser sogenannten DDR.

Hauptmann Haas war im übrigen ein guter “Freund” unserer Familie, Leiter einer Art politischen Polizei (K1 in der Keibelstraße, die verwaltete auch eine Punk-Bilder-Kartei) und wahrscheinlich ein IKMS (Akz.: Inoffizieller Kriminalpolizeilicher Mitarbeiter zur Lösung von konspirativen Spezialaufgaben). Ein halbes Jahr später koordinierte er die Verhöre gegen mich, die rund 4-5 Monate dauern sollten als ich in Untersuchungshaft sass. Hatte mal zu Schulzeiten seine Tochter kurzfristig als Freundin, keine Ahnung was da schief lief.

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Punks und Skinheads in der DDR 1985

In Karl Nagels Fotoarchiv Punkfoto.de ist ein sehr sehenswertes Fotoalbum aufgetaucht, das einzig Punks und Skins in der DDR aus den Jahren 1985/1986 zeigt. Leider wird nicht ganz klar, von wem diese Bilder sind, aber sie zeigen, dass zu dieses Zeit die Rebellion der Jugend in der DDR ganz offen ausgetragen wurden. Das imponierte offensichtlich auch dem britischen Observer, der sich gleich mal an eine Titelstory über die Kids hinter der Mauer machte.

Ich würde zu gerne wissen, von wem diese Fotos sind, und was derjenige heute darüber zu erzählen hätte.

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Die D-Mark, die es nie gab

Einestages hat gerade einen sehr interessanten Artikel über ein Notfall-Geld was in der BRD bis zum Jahre 1988 für „den Fall der Fälle“ u.a. in einer geheimen Bunkeranlage in der rheinland-pfälzischen Kleinstadt Cochem gelagert wurde. Insgesamt handelte es sich dabei um rund 25,3 Milliarden D-Mark in 5-, 10-, 20-, 50- und 100-D-Mark-Scheinen. Fast genau so viel Geld also, wie mit der offiziellen Währung damals im Umlauf waren. Außerdem wurde eine ähnliche Sonderwährung für Westberlin gedruckt und eingelagert.

Warum das so gehandhabt wurde und was man mit dem Geld genau vorhatte, ist offenbar bis heute nicht ganz klar und es gibt da mehrere Theorien.

Aus der Kategorie: Dinge, von denen ich keine Ahnung hatte.

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DDR-Skater-Doku „This Ain’t California“ am Freitag im Potsdamer Filmmuseum

Es ist vollbracht, „This Ain’t California„, der dokumentarische Spielfilm über das Skaten in der DDR, ist fertig, wurde auf der Berlinale gezeigt, wurde dort gleich mit einem Preis bedacht und macht als nächstes im Potsdamer Filmmuseum halt. Und zwar an diesem Freitag, den 24.02.2012, um 20:00 Uhr. Und ich werde mal zusehen, dass ich da irgendwie hinkomme.

Hier noch mal der Teaser zum Film:

(Direktlink)

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Kontraste im Jahr 1988 über Skinheads in der DDR

Das die Bezeichnung „Skinhead“ damals wie heute gerne mal in missbräuchlicher Form benutzt wird – geschenkt. Das es auch in der DDR Neonazis gab, ist keine Überraschung, die Informationslage darüber allerdings recht dürftig. Wie nahe das WDR mit diesem Kontraste-Bericht aus dem Jahr 1988 tatsächlich an der Wahrheit war, lässt sich rückblickend wohl eher schlecht rekonstruieren, dass es allerdings neofaschistische Umtriebe gab, ist unumstritten, wie schon diese Doku über einen Nazi-Angriff auf die Ostberliner Zionskirche im Jahr 1987 zeigt.


(Direktlink)

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Ein Flickr-Album voller DDR-Erinnerungen

Ich habe mich die letzten Tage stundenlang durch dieses Flickr-Album von Felix O alias sludgegulper geklickt. Darin sammelt er 100e Fotos aus der Zeit, in der er in der DDR unterwegs war. Offensichtlich hat er viel dieser Zeit auf dem Fahrrad verbracht und damit fast die ganze DDR durchquert. Anders als in anderen Alben dieser Art vermittelt er keinen Fokus auf eine Stadt, sondern hat von oben im Norden bis unten im Süden alles dabei. Er zeigt eine Schwäche für alte Tram-Bahnen, Züge sowie Bahnhöfe. Aber nicht nur das. Er hat zwischendrin ganz wunderbare alltägliche Momente festhalten können, die mitunter wirklich beeindruckend sind. Zumal dann, wenn man die fotografierten Orte heute kennt und etwaige Vergleichsmöglichkeiten hat. Die meisten der Fotos stammen aus den späten 80ern und dem Frühjahr 1990, dem letzten Jahr der DDR.

Und weil ihm das immer noch nicht genug ist, spickt er dieses Album immer wieder mit alltäglichen Dingen, wie Bierdeckeln, Quittungen, Eintrittskarten und Schokoladen-Verpackungen.

Wer Interesse an so was hat, Vorsicht, das Album hat über 1000 Bilder und schickt einen regelrecht in einen Zeittunnel, der einen locker 2-3 Stunden festzuhalten vermag.

Das Beste: alle Bilder stehen unter einer CC BY-SA 2.0 Lizenz.

Und weil ich mich hier echt nur ganz schwer für bestimmte Fotos entscheiden kann, noch mehr davon nach dem Klick.

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Doku: Ostprodukte im Westregal

Uns als Kindern wurde damals häufiger erzählt, dass in der DDR so einiges produziert wurde, was nicht für den dortigen Markt, sondern für den der BRD bestimmt waren. Man nahm das so mit und nach dem Mauerfall bestätigte sich das. Hier eine Doku über jene Produkte, die im Osten hergestellt, aber im Westen verkauft wurden. Dort, wo man eigentlich gerne vertuscht hätte, aus welcher Produktion die Waren tatsächlich stammten.

„Die DDR produzierte unzählige Konsumgüter für den Westen. So wurden etwa in Erfurt Schuhe für Salamander gefertigt, in Sachsen Unterwäsche für Schiesser. Ein Film von Anne Worst.“


(Direktplaylist, via Katrin)

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