Tychos DJ-Sets, die er jährlich auf dem Burning Man Festival spielt sind hier seit Jahren immer wieder gerne verbloggte Musiken. Keiner spielt diesen eigenständigen Sound so konsequent wie eben er. Im letzten Jahr fiel das Burning Man aus und seit dem gab es auch keine neuen Sets von Tycho mehr. Gestern hat er nun eins veröffentlicht, dass im July diesen Jahres an den Red Rocks aufgezeichnet wurde. Und was soll ich schreiben? In dem ist genau das drin, was man erwartet, wenn Tycho draufsteht. Darauf fahre ich später in der Dämmerung dann mal ausnahmsweise ganz entspannt meine 25 Heimwegkilometer. Denke, das könnte passen. Ja.
Mein letztes Konzert ist fast zwei Jahre her und ich wusste gar nicht mehr so richtig, wie das so geht. Um so besser, dass das Waschaus in Potsdam zum Auftakt der aktuellen Tour von Martin Kohlstedt bestuhlt war. Das ist nicht nur dem Sound sondern auch meinem Alter angemessen. Ausverkauft war der Laden und alle schienen gespannt zu sein, was sie dort erwarten würde.
Kohlstedt, zwischen einem Rhodes, einem Flügel vor einem 19er Rack versprach Improvisationen, die er umgehend lieferte. Wunderschön, was er über die Tasten in die Anlage bringt. Mit einer Loop-Maschine schuf er träumerische Klangteppiche, die er mit Flügel, Rhodes, Synthie-Sounds und ab und an mit Bass und langsamen Beats fütterte. Eine passende Symbiose klanglicher Welten. Die strebt er an, wenn er sagt „die Themen am Klavier sind das Früher, das hier (die Synthie-Abteilung) ist das jetzt.“ Diese spielt er.
Für mich als Elektroniker immer wieder schön zu sehen, wie andere ihre elektronische Musik live auf die Bühne bringen. Kohlstedt hat da sein Standing eindeutig gefunden und wirkt in dem, was er da tut, ziemlich routiniert und professionell. Manchmal verliert er sich in seinen Impros und man könnte meinen, dann gehen die Pferde mit ihm durch und er hätte halt schon auch Bock, die Leute tanzen zu sehen, sich selber tanzen zu lassen. Dann spürt er die Momente und bremst sich selber, denn darum soll es ja gar nicht gehen. Dann bedient er seine 42.000 Presets mit sich bringende Sample-Schleuder und lässt die Leute daran teilhaben, mit welchem Preset er den nächsten Tune wohl einleiten könnte. Nerd-Humor für Wissende.
Nachdenklich wirkt er wenn er über Corona spricht. So nachdenklich wie die Musik seines Albums „FLUR“ klingt, das er während der Pandemie aufgenommen hat. „Manchmal können die Dinge beim Improvisieren auch gegen den Baum fahren“, sagt er und verliert sich kurz darauf an den Instrumenten in seiner Definition von Jetzt. Und als er merkt, dass er da gerade auf einen Baum zusteuert, bremst er sich selbst, setzt sich an den Flügel und bewegt sich und die Zuhörerschaft ins Früher. Für mich die stärksten Momente, für die war ich da.
Ein schöner Abend für das erste Konzert seit langem, ein charismatischer Musiker, der wirklich keine Angst vor Experimenten zu haben scheint und sich diese zu Nutzen macht. Er ist noch ein paar Wochen unterwegs und wenn ihr auf moderne Klassik stehen solltet, geht da ruhig hin. Lohnt sich.
Finde ich jetzt nicht, aber ich Trottel kann auch keine von mir gelesenen Noten instant in Klang übersetzten. Wohl denen, die diese Fähigkeit besitzen. So lange bleiben meine Kopfhörer halt auf.
Irgendwann muss zwangsläufig die Frage aufkommen, wann und vor allem womit There I Ruined It endgültig zu weit gehen wird. Dieser Tag ist nicht heute, aber das hier ist schon wirklich verdammt harter Tobak.
Ich starte ja ganz gerne mal mit sanften Klängen in den Tag. Heute ist einer dieser Tage. Draußen ist es grau, es nieselt trüb und kühl vor sich hin, ich steig gleich aufs Rad und fahre meine Kilometer durch den Regen. Da wird es dann klanglich etwas schneller zugehen. Aber bis dahin sitze ich hier mit meinem heißen Kaffee, höre diesen wunderbaren IDM-Mix, den Ryan für 9128.live an den Plattenspielern gemixt hat und denke kurz darüber nach, ob der Herbst nicht doch auch irgendwelche schönen Seiten haben kann. Vielleicht liegt das am Sound. Wahrscheinlich sogar, denn mit diesem ist das alles gar nicht so schlimm. Wenn auch grau, kühl und trüb.
Das von uns so sehr gemochte Gretchen feiert nach pandemiebedingter Pause am Sonntag am Tag der Clubkultur im Garten sein 10. Jubiläum. Das mit einem musikalischen Stelldichein, dem auch wieder Gäste beiwohnen können. Für den Sound sorgen ab 16:00 Uhr:
Wanubalé (D) *live*
Theyy (UK/D) *live*
Als DJs:
KRTS (Project: Mooncircle/US)
Juba (UK)
Kutmah (Big Dada/UK)
The Brides (D)
Unser Gretchen wird 10 Jahre – und wir freuen uns ganz besonders, dies im Rahmen des Tags der Clubkultur zu feiern.
Soviel haben wir vermisst in den vergangenen 19 Monaten, insbesondere auch unsere traditionelle Gretchen-Blockparty zur Fête de la Musique: DJ-Sets und Live-Konzerte im Wechsel, unterschiedliche Musikstile innerhalb einer Veranstaltung und so unsere diversen Communities gemeinsam in unserem Hof.
Wir freuen uns auf Wanubalé, ein Kollektiv aus neun jungen Musikern aus Berlin und Potsdam, das eine breite Mischung aus Stilen mit einer unvergleichbaren Energie auf die Bühne bringt. Einflüsse aus moderner elektronischer Musik verbunden mit Einflüssen aus Jazz, Funk und Dub sorgen für eine explosive Mischung, die in die Beine geht und gleichzeitig jedem musikalischen Anspruch gerecht wird. Mit einer vierköpfigen Hornsection und zwei Schlagzeugern überzeugen die Gewinner des Sparda Jazz Awards live mit raffinierten Beats, Improvisationen und wunderbaren Arrangements.
Tickets gibt es unter aktueller 3G-Regelung auf der Seite des Gretchens. Oder halt hier zu gewinnen. Das Gretchen stellt euch 3×2 Tickets zur Verfügung. Wer die haben möchte, kommentiert hier bis Freitag um 1500 Uhr unter Angabe einer gültigen Email-Adresse. Sollten das mehr als drei von euch tun, entscheidet wie immer random.org, wer sich den Nachmittag im Garten des Gretchens geben kann. Good luck!
Ich war mit dem Bulli kurz in Brandenburg unterwegs und hab es heute gerade noch so geschafft, für eine linksgrün versiffte Öko-Diktatur wählen zu gehen. Die wird wohl nicht kommen, sagen die aktuellen Hochrechnungen. Schade eigentlich. Hab mir da deutlich mehr erwartet. Aber trotzdem ein wirklich guter Zeitpunkt, um irgendwie mal „Danke“ sagen zu lassen. In diesem Fall durch K.I.Z.
Angela Merkel fährt hoffentlich Späti, kauft 0,5er Moskovskaya, stellt sich zu Hause richtig einen rein und dankt dafür, dass die Scheiße für sie vorbei ist. Später löscht sie ihre Facebook-App, während sie „endlich“ seufzt.
Im letzten Sommer gab es aus dem Hause Rick Astleys eine Akustikversion des Foo Fighters Klassikers „Everlong“. Jetzt hat er den Song nebst Band mit auf eine Bühne in dem Londoner Mikkeller Brewpub genommen und diesen dort intoniert. Das Publikum war nicht wenig begeistert.
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