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Kategorie: Nur mal so

Die De-Luxe Variante der Simson Schwalbe aus dem Modekatalog

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(KR 51 Schwalbe von 1964; unrestauriert und völlig original, Foto unter CC BY-SA 3.0 von Max schwalbe)

Jeder, der im Osten über 10 wurde, kennt die Kiste. Mindestens. Sie war das einzige Moped, was damals zumindest für kurz mein Eigen nennen konnte. Einen Führerschein brauchten wir dafür nicht. Oder besser: es war uns egal, dass man dafür hätte einen machen müssen. Die Mauer war gerade gefallen und unsere Definition von Freiheit schloss ein, dass man dann ein Moped fahren darf, wenn man ein Moped fahren kann. Ganz einfaches Ding.

Wir zerlegten Vergaser, um sie zu säubern, wechselten Bautenzüge, bohrten Auspuffe auf und wenn es hart auf hart kam, schraubten wir auch den kompletten Motor auseinander. Zusammen bekam man das alles immer. Und wer das konnte, dem wollte man doch wohl nicht wegen eines fehlenden Führerscheins an Bein pissen, hör ma!

Allerdings hatte ich meine Schwalbe nicht wirklich lange. Wir fuhren mit den Kisten immer auf den „Sandbergen“ umher, die etwas am Rande der Stadt lagen und die Summe dessen waren, was an Bodenaushub zusammen kam, als die neusozialistischen Wohnviertel gebaut wurden. Die hießen offiziell „Neue Wohnstadt“ und „Ganz neue Wohnstadt“ – wir nannten sie damals schon „Ghetto“. Ganz liebevoll, natürlich. Die sich daraus ergebenden Sandberge aber waren toll für Fahrrad- und Motocross. Meine Schwalbe hingegen war das nicht, ich landete irgendwann im Dunkel mit der Kiste in einem Loch von 2 Meter Tiefe. Danach war sie komplett im Arsch und wir zerlegten sie in Einzelteile, um andere Schwalben damit wieder aufbauen zu können.

Zwei Jahre später borgte ich mir dann von einem Freund so ein Ding, weil ich schnell was von zu Hause holen wollte. Einen Führerschein hatte ich dort immer noch nicht, wir kannten unsere kleine Stadt besser als jeder Polizist.

Dummerweise zog mich dann der Besitzer der Kiste vom Sitz. Mein Kumpel hatte sie ihm eine Nacht vorher 50 Meter vor meiner Wohnungstür geklaut. Ich wurde von der Polizei kassiert und meine Alten durften mich auf dem Revier abholen. War nicht so der allerbeste Familienabend.

Ich habe die letzte Jahre immer wieder mal geguckt, was die Teile heute so kosten. Schick sind die ja schon und allemal besser als so ein Joghurtbechermodell, die man im Baumarkt kaufen kann. Aber ganz billig sind die eben nicht mehr.

Nun bietet ein Modekatalog (sic!) eine „De-Luxe“ Variante der Schwalbe an. Diese werden von der Firma Zweiradtechnik Schilling in Kraftsdorf, Landkreis Greiz in Thüringen, hergestellt und können auch dort direkt in verschiedenen Versionen gekauft werden.

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(Screenshot: Conleys)

Im Mode-Katalog Conleys, der höherwertige Bekleidung, Schuhe und Accessoires vertreibt, kann das gute Stück bestellt werden. Exquisit ist auch der Preis dieses Klassikers: 7990 Euro plus Versandkosten. Lieferung wird innerhalb von drei Wochen versprochen. Früher kostete eine Schwalbe je nach Ausstattung zwischen 1200 und 1700 DDR-Mark.

[…]

Es handelt sich dabei um sogenannte Neuaufbauten. Dabei dürfen fast alle Teile neu sein – Scheinwerfer, Sitz, Speichen, Motoren. Eines muss aber aus der originalen Baureihe stammen: der Rahmen samt Fahrgestellnummer. Nur so gilt weiterhin die technische Zulassung des Fahrzeugs. Um den alten Rahmen herum entsteht praktisch ein neues Gefährt – mit Materialien, wie es sie zu Zeiten der Serienfertigung in Suhl noch gar nicht gab.
(Berliner Zeitung)

Und so ein bisschen macht das ja Lust, heute noch mal mit so einem Ding durch die Gegend zu gurken. Nur die Sache mit dem Führerschein müsste ich vorher in Angriff nehmen und wohl auch abschließen. Wir haben schließlich nicht mehr die Freiheit der 90er, hör ma!

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Pommes-Pizza ala Rudi Stöher & Oli

Rudi, Freund und Kupferstecher, hat hier heute die Pommes-Pizza gesehen und sich mit Oli gedacht, „Das können wir schon lange!“. Natürlich lesen diese jungen Burschen keine Texte bis zum Ende und schon gar nicht die darin verlinkten Rezepte. Wohl auch deshalb haben sie einfach nur alles irgendwie geschichtet und mit Käse überbacken. Das Ergebnis überzeugt zumindest optisch schon mal.

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Apples heutiger Keynote Live-Stream in einem Bild

Ich selber gucke das ja nicht, aber laut meiner Twitter-Timeline muss der Live-Stream von Apple heute in etwa so ausgesehen haben. Und dann gab es eine Armbanduhr. Eine Armbanduhr!


(via reddit)

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Übergroße Pendel-Welle

Keinen wir alle aus dem Physik-Unterricht, nur eben in viel kleiner. Man hätte das Teil, das irgendwo in den Bergen von North Carolina steht und pendelt, wahrscheinlich auch filmisch schöner darstellen können, aber selbst so sieht das großartig aus.


(Direktlink, via reddit)

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Pommes-Pizza

Ich habe hier gerade ein kleines Hüngerchen und hätte Bock auf was Gesundes. Diese French Fry Pizza (mit Rezept) hier käme mir diesbezüglich sehr gelegen. Da sind Tomaten bei und Kartoffeln, was ja fast schon einen Salat hergibt, der ja auch ein bisschen Käse erlaubt. Alles, was ein vollwertiges Mittagessen braucht also. Und Gluten-frei ist die gebackene Scheibe auch noch! Und für die Vegie-Variante lässt man einfach die harte Wurscht weg.

I’ve see many variations of the french fry pizza combo, but none that actually looked like a pizza. Using cheese as a glue to hold the fries together I was able to create a crust and build a pizza on top of it. As an added bonus for those of you who want to be health conscience while eating a pizza on top of your french fries, it’s gluten free!

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(via René)

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Wie beschäftigt man so eine Katze?

Ihr kennt das: hin und wieder muss man halt auch das Haus mal verlassen und die pelzigen Tierchen alleine lassen. Schnell langweilen sie sich dann, zerkratzen die Tapeten und die gute Couch. Wenn es ganz schlecht kommt, pissen sie einem in die Pantoffeln. Das tun sie immer! Viele Katzenliebhaber verschwiegen oder leugnen das gar gerne, aber lasst euch gesagt sein, sie lügen!

Damit so eine Katze sich aber auch alleine beschäftigen kann, reichen einfachste Mittel.

(via reddit)

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Ein Projekt um Dinge zu teilen: Pumpipumpe

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Ich bin einst so groß geworden. Was die Eltern nicht im Haus hatten, hatte sicher irgendwer anders in näherer Umgebung. Dafür hatte mein Vater einen Räucheroffen, den er nicht immer benutzte und so teilte man die verschiedensten Dinge, die jeder so brauchte. „Wir hatten ja nüscht!“ und „eine Hand wäscht die andere.“ Und so. Irgendwie ist das bei mir bis heute so geblieben.

Einen Trennschleifer zum Beispiel würde ich mir nie kaufen. Dafür brauche ich den viel zu selten, aber manchmal dann halt schon. Und da ist es toll, einen Nachbarn oder Bekannten zu wissen, der so ein Ding in der Garage hat und für ein paar Stunden entbehren kann. Ich hätte dafür einen Heißluftfön, eine Stichsäge, eine Fritteuse einen Grill und jede Menge Maler/Lackiererwerkzeug, dass ich verborgen würde. Und den hässlichen Ford KA, der seit Monaten in der Einfahrt vor sich hingammelt! Eigentlich also das normalste der Welt: sich gegenseitig helfen.

Wahrscheinlich läuft das so auch in breiten Graden, allerdings eben nicht überall. Als ich damals für ein paar Jahre in Berlin wohnte, fiel mir beim Auszug aus, dass 60% der 10 Mietparteien in dem Aufgang nie kennengelernt hatte, wie also hätte ich mir von denen einen Trennschleifer pumpen sollen?

Nun gibt es aus der Schweiz das Projekt Pumpipumpe, das sich genau dieser Problematik widmet. Man klebt einfach an seinen Briefkasten Sticker mit Dingen, die man verborgen würde. Die im besten Fall geneigten Nachbarn tuen es dem gleich und so weiß man immer, bei wem man sich mal eben was ausleihen könnte. Finde ich eine tolle Idee, aus wenn eine Online-Anbindung dafür noch viel sinnvoller wäre. Für eine Hebebühne bspw. kann man ja auch gerne mal durch die halbe Stadt fahren.

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In jedem Haushalt befinden sich Werkzeuge, Küchengeräte, Produkte für Freizeit und Unterhaltung etc., die man nur selten braucht und gerne einmal einem netten Mitmenschen ausleihen würde. Gleichzeitig wäre man manchmal froh, sich Dinge, die man nur ab und zu benötigt, einfach kurz ausleihen zu können.

Ziel des Projekts Pumpipumpe ist es, leihfreudige Nachbarn und ihre Gegenstände sichtbar zu machen und die gemeinsame Nutzung von Konsumobjekten zu fördern. Das geschieht nicht im Internet, sondern mit kleinen Aufklebern am Briefkasten, wo Nachbarn und Quartierbewohner täglich vorbeigehen. Sie können so direkt miteinander in Kontakt treten, sich Velopumpi, Akkubohrer oder ein Fondue-Set ausleihen, lernen sich auf diese Weise besser kennen und müssen erst noch weniger Geräte kaufen.

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