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Drei evakuierte Schulen: Hier um die Ecke haben sie heute Glasampullen mit Chemikalien aus dem Ersten Weltkrieg angegraben

(Symbolfoto: dimitrisvetsikas1969)

Hier wird überall gebaut, von Jahr zu Jahr noch mehr. Die Menschen brauchen Wohnraum. Klar. Hin und wieder, und das ziemlich regelmäßig, finden sie bisher fehlgezündete Bomben aus dem zweiten Weltkrieg. Mittwochfrüh wird die nächste hier kurz neben der Innenstadt entschärft. Man gewöhnt sich daran und schätzt gerade die Engländer mittlerweile dafür, uns auch noch nachhaltig daran zu erinnern, wer die Tötungsmaschine 2. Weltkrieg damals angeworfen hat. Sie waren es nicht.

Heute haben sie hier um die Ecke bei Bauarbeiten vorerst nicht genau bestimmte Glasampullen ausgegraben und dabei beschädigt, was akut zur Atemwegsreizungen von mindestens zwei Arbeitern führte. Drei Schulen wurden evakuiert. Keiner wusste ganz genau, was sich in diesen zwei Metern unter der Erde vergrabenen Ampullen befand.

Stellt sich raus: Mit dem Gift wurden seinerzeit die Gasmasken von Soldaten getestet.

Bei dem im Bornstedter Feld gefundenen Glasampullen handelt es sich um ein Relikt aus dem Ersten Weltkrieg: In den Ampullen habe sich ein Rachenreizstoff befunden, mit dem die Gasmasken der Soldaten seinerzeit auf ihre Dichtigkeit geprüft wurden, sagte Potsdams Feuerwehrchef Ralf Krawinkel den PNN am Montagnachmittag nach der Untersuchung vor Ort. Man vermute, dass der Fund mit der früheren Nutzung des Areals als Kasernenstandort zusammenhänge.

Mittlerweile alles wieder safe.

Aber hinter jeder solcher Nachrichten steht immer eine Geschichte. Irgendwer muss die Scheiße damals zwei Meter unter die Erde gebracht haben. Wohlwissend, dass das Zeug der Gesundheit nicht sonderlich förderlich gewesen sein kann. Und dann fliegt sie uns gut 100 Jahre gesundheitlich nicht sonderlich förderlich immer noch um die Ohren – oder in den Fall um die Atemwege.

2 Kommentare

  1. Jack17. September 2019 at 08:26

    warte mal ab wenn in der Zukunft gegraben wird und jemand auf ein Zwischenlager stößst und sich beschwert wie man nur so achtlos die Fässer in einen Berg…
    Oder wie ist daß bei den Waldbränden wo Munitionsreste einfach in ein Loch gekippt wurden und nun explodieren. Ich würde daher vermuten die haben das damals als sichere Entsorgung angesehen die Ampullen Metertief zu vergraben – oder sie wurden versehentlich vergessen/weggeworfen – konnte sich ja keiner Vorstellen das wir da heute ein Keller/Fundament graben.. Bestimmt stand damals sogar ein WARNSCHILD! – Ü

  2. Harry18. September 2019 at 09:05

    Und heute pumpen wir so viel CO2 in die Atmosphäre wie nie zuvor, obwohl wir wissen, dass uns das innerhalb der nächsten Jahrzehnte killt.
    Da finde ich das Vergraben im Vergleich schon sehr besonnen, vernünftig und rücksichtsvoll. Da war wenigstens nur eine Chance, dass es nochmal jemanden Schädigt, nicht die Garantie.

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