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Ein Film über das, was Österreicher so in ihren Kellern treiben: Im Keller

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Die Idee genau darüber einen Film zu machen kommt von Dokumentarfilmer Ulrich Seidl und ich finde sie ziemlich großartig. Wie er dazu kam, erklärt er im Interview. Dieser Trailer hier zeigt, dass sein Film mitunter banal, schon etwas skurril aber auch ein bisschen creepy ist. Seit 26. September läuft „Im Keller“ in österreichischen Kinos und mittlerweile wohl auch in einigen deutschen Kinos. Ich guck‘ mir den an, wenn er irgendwann mal online geht.

„Es war in der Tat eine schwierige Aufgabe, an Menschen und ihre Keller heranzukommen. Nicht besonders schwierig ist es ja, die Normalität, das Banale, das Harmlose zu finden. Viele Menschen zeigen gerne ihren Keller her, aber was man darin findet, erschöpft sich meistens in Hobby-Räumen wie Bastelkeller, Fitnesskeller oder Partykeller bis hin zu Männern, die ganze Kellerräume mit ihrer Spielzeugeisenbahn ausstaffieren oder sich eine Bierdeckelsammlung zugelegt haben. In Wahrheit habe ich aber nach Abgründigerem gesucht. Doch wie soll man danach suchen? — Wie soll man Menschen finden, die etwas zu verbergen haben? Nach mehreren Wochen der Recherche, die hauptsächlich daraus bestanden hatte, von Tür zu Tür zu gehen und anzuklopfen, waren die Ergebnisse so frustrierend, dass wir begonnen haben, uns öffentlichere Themen vorzunehmen: das Thema Waffen oder Schießkeller beispielsweise, oder wir haben uns in der SM-Szene umgeschaut. Letztendlich hat es ein halbes Jahr gedauert, bis wir überhaupt mit den Dreharbeiten beginnen konnten, wobei die Suche nach Menschen und das Sammeln weiterer Schauplätze noch über einen sehr langen Zeitraum fortgesetzt wurde. Jetzt, am Ende, weiß ich, dass der „Keller“ ein Film ist, den man immer weiter drehen könnte, ein Film, der nie zu Ende gedreht sein wird.“

(Direktlink, via Miami Schwarz)

Ich gehe davon aus, dass es in den Kellern Deutschlands mitunter wohl nicht anders zugeht und erinnere mich daran, dass es in DDR bei vielen ein erklärtes Lebensziel war, irgendwann mal einen Partykeller zu haben. Andere hatten eine Fahrradwerkstatt. In meinem Keller steht mein Plattenregal, die Reste des alten Studios und es liegt dort eine Gästematratze.

Weitere Ausschnitte aus Im Keller nach dem Klick:

(Direktlink)

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8 Kommentare

  1. Blah Blahson6. Dezember 2014 at 17:55

    Bin ich eigentlich der einzige, der hier sofort an Fritzl denken muss?

  2. Thomas6. Dezember 2014 at 21:25

    Der Film ist ziemlich krass, weil man sich irgendwann lieber lustige Nazis anguckt, als das SM Pärchen. Ich glaube meine herumsitzenden Kinobesucher waren allesamt ziemlich verstört, als der Abspann lief. Die Doku geht sehr nah, aber empfehlen kann ich sie nicht.

  3. Im Keller | Roberts Blog8. Dezember 2014 at 00:00

    […] räume ein, hier einen sehr schrägen Wochenbeginn zu bieten. Blah Blahson ist sich jedenfalls sicher, er sei “eigentlich [nicht] der einzige, der hier an Fritzl denken […]

  4. Robert8. Dezember 2014 at 00:15

    Krass. Das SM-Pärchen sieht aus, als hätte eine Haderer-Zeichnung laufen gelernt.

  5. André16. Dezember 2014 at 06:49

    aber österreichische keller sind doch mehrgeschossig…

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