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Das Kraftfuttermischwerk Beiträge

Hippie-Portraits auf Rainbow Gatherings von Benoit Paillé

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Rainbow Gatherings sind Treffen von Leuten, die sich selber der „Regenbogen-Familie“ zugehörig fühlen, obwohl ich glaube, dass es da keinen dogmatischen und theoretisch festen Überbau gibt und sich vermutlich alle dort aus anderen Gründen einfinden, die sie dann aber doch auf irgendeine Weise verbinden. Kurz: Hippies. Ein Mischung aus Feierei und Landkommune, die sich an verschiedensten Orten der Welt immer mal für ein paar Tage zusammenfindet. Erstmalig fand ein solches Treffen 1972 (klar) in National Forest Land (USA) statt. „Offizielle Veranstalter gibt es keine, sondern lediglich so genannte Focalizer, die Informationen zu Ort und Vorbereitung der Zusammenkunft verbreiten. Aufgrund der Abwesenheit jedweder Hierarchie sind diese Treffen ein Beispiel für Selbstorganisation und Anarchie.“
(Wikipedia)

Der kanadische Fotograf Benoit Paillé ist seit ein paar Jahren Gast auf dieses Gahterings und macht neben jeder Menge wohl auch spiritueller Erfahrung Portraitaufnahmen der dortigen Besucher und die sind wirklich außerordentlich schön. Außerdem beschreibt er hier seine Erfahrungen, die er auf Treffen dieser Art sammeln konnte.

I had no prior expectations for my first Rainbow because it happened quite spontaneously, as is the case for many people discovering it for the first time. It is an environment that attracts many people inclined to travelling in general. I discovered Rainbow while was travelling in Gaspesie (Quebec) with my then girlfriend. We were punks. We had heard rumors of a Rainbow being organized not too far away, people gathering in the woods, hippies. It looked interesting. I had no expectations; we wanted to see what living in the woods without electricity was like. We were greeted by a young woman, her name was Petite Colle and as I remember it, the first thing she talked to us about was their regulations: no cutting of living trees, hard drugs, respect. And I was a rebel at that time, so I told her to piss off and left the Rainbow. Basically, my first experience of Rainbow lasted around four minutes!

We went back 3 or 4 days later. We were really well received, even punks like us, because everyone was happy that it was your first Rainbow. Rainbow meetings will change a person: you discover something really alternative, it is hard to believe such a thing actually exists, but people who live like that, focused on personal growth, living from their crafts, practicing yoga and all that, well, they do exist.

What’s cool about the Rainbow is that it is hidden; it takes place in isolation in the woods, far away. You must drive and walk for a long time, there is something magical to looking for it. At first glance, it’s like a tribe that is organized like a mini-city. Spaces are set up for a kitchen, a children area, a coffee shop, a music camp, etc… And a central circle with a big fire in the middle. It’s the sacred fire. This is where we eat; it is a place to share. Meals are completely vegan. Rainbows are provided for by local grocers who donate organic food, lentils, oats, etc… Other Rainbows organise “dumpster divings”: all the food comes from stuff wasted and thrown in the bins in cities.
We get up with the sun. I sleep in a tent, but many sleep under a simple cover. We completely lose track of time, it is a rare and valuable thing to happen in life. There is also a lot of music in the evening, with jam sessions and dancing.

Rainbow Gathering, Guatemala/Mexico, 2012-2013

Rainbow Gathering, Grand Canary Island, Spain, 2011 und Chiapas, Mexique 2010


(Fotos unter CC von Benoit Paillé)

Ich würde dann auch mal gerne auf so ein Regenbogentreffen. Ja.

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Free WiFi

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(via ProofreadingPal LLC)

Ein bisschen erinnert das daran, einen mittelgroßen deutschen Bahnhof zu betreten, auf dem einen locker 4-5 offene WLANs in Telefon purzeln. Wenn man diese dann anwählen will, stellt man ganz fix fest, dass hier kaum was mit ganz einfach zu handhabender WLAN-Verbindung zu machen ist. Ohne sich vorher von irgendwo einen Nutzernamen und ein Passwort besorgt zu haben geht da kaum was. Außer bei den jeweils von Mobilfunkanbietern zur Verfügung gestellten Hotspots. Aber auch die funktionieren erst nach einer zumindest einmalig abgefragten Nutzerkennung. Auf keinem Bahnhof, auf keinem Flughafen und auch nicht im sooft selbstgepriesenen ICE (ein anmeldepflichtiger Hotspot macht noch lange kein frei nutzbares WLAN). Selbst in vielen Hotels und gar Tagungszentren lässt man einen hierzulande erst in ein WLAN, wenn der Ausweis vorgelegt wurde oder zumindest die Persönlichen Daten abgegeben sind. Man kann da mit „Sicherheit“ und so argumentieren, allein es geht mir tierisch auf den Saque mitunter, denn barrierefrei geht anders und nutzerfreundlich sowieso. Als ich vor drei Jahren auf der CeBit war, wollte man neben meinen persönlichen Daten auch noch 10,00 EURO pro Stunde für die Nutzung des dortigen WLANs. Auf der größten Computermesse des Landes!

Ganz anders übrigens in einigen Teilen der ehemaligen Ostblockstaaten, wo man schon mal in einer Stadt einen halben Tag lang von einem in ein anderes offenes Netzwerk hüpfen kann, ohne das auch nur irgendwer ein Frage nach dem „Wer sind Sie?“ stellt. Aber darum sollte es eigentlich gar nicht gehen.

Free WiFi? Starting at $59,99.

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Campen damals: Kamp King Koaches

Früher war sicher nicht alles besser, aber die Wohnmobile waren sehr viel schöner als die rollenden Joghurtbecher heute. So wie dieses Teil hier mit begehbarer Dachterrasse.

Kamp King Koaches baute Mitte bis Ende der 60er Jahre Aufbauten für Pick Ups oder Kombis, aber auch WoMos als ganzes. Mit so einem würde ich ja auch ganz gerne mal durch die Brandenburger Heide tuckern wollen.

Hier noch mehr von den Kisten.

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(via Picture This)

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„Was darf ich hier überhaupt machen?“ – Urbanshit im Gespräch mit Barbara

Ich hatte hier in den letzen Wochen immer wieder mal die großartigen Sachen, die Barbara in die Straßen von Heidelberg klebt. Auf Urbanshit hat man ihr jetzt ein paar Fragen gestellt, die sie zu beantworten wusste. Viel allerdings ist das nicht, aber am Ende sprechen ihre Plakate eh schon für das, was sie tut.

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Wer oder was ist Barbara.?

Na, ich bin Barbara.

Du kommentierst bestimmte Situationen in der Stadt. Was willst du den Leuten mit deinen Kommentaren mitteilen?

Mir wird auf der Straße ständig etwas mitgeteilt. Überall hängen Schilder, Plakate und sonstige Botschaften. Irgendwann konnte ich dem Drang nicht mehr widerstehen, diesen Botschaften Antworten zu geben.

Der öffentliche Raum steht als öffentliches Kommunikationsmedium mehr oder weniger jedem gleichermaßen frei zur Verfügung. Wird der öffentliche Raum dabei zu wenig für den Ausdruck von Meinungen und Protest genutzt?

Je mehr Menschen gegen die allgegenwärtigen Werbebotschaften und die Verbotsschilderfetischistenlobby antreten, desto besser.

Sind unsere Städte überreguliert, dass heißt gibt es im öffentlichen Raum zu viele Verbote?

Ganz ehrlich: ohne Verbote und die dazugehörigen Schilder, wäre ich arbeitslos.

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Ein Fotograf mahnt die SPD ab: „Liebe Raubkopierer bei der SPD“

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Sebastian Heiser hat im Jahre 2005 ein Foto von Manfred Stolpe geschossen und dieses unter Creative Commons Lizenz in die Wikipedia gestellt. Das bedeutet, dass jeder dieses Bild frei nutzen kann, wenn zwei Bedingungen eingehalten werden: Der Urheber muss genannt werden und man muss dazuschreiben, dass das Bild unter einer Freien Lizenz steht. Ganz einfach eigentlich.

Die SPD aber hat diese Bedingungen nicht eingehalten, das Foto einfach kopiert und auf www.netzwerkberlin.de und www.manfred-stolpe.de veröffentlicht. „Das Netzwerk Berlin ist ein Zusammenschluss von derzeit 50 SPD-Bundestagsabgeordneten, darunter Sigmar Gabriel, Hubertus Heil und Thomas Oppermann; Manfred Stolpe war Bundesverkehrsminister und Ministerpräsident Brandenburgs.“

Daraufhin hat Heiser der SPD über seinen Anwalt eine Abmahnung zukommen lassen. Nicht weil es ihm primär darum geht, dass andere seine Fotos nutzen, sondern weil das in diesem Fall welche machen, die mitverantwortlich für das verstaubte Urheberrecht Deutschlands sind. Er wollte denen dann wohl zeigen, welche Konsequenzen das nach sich ziehen kann.

Normalerweise stört es mich nicht, wenn andere Leute meine Texte oder Bilder weiterverbreiten. Falls es mich doch mal stört, schreibe ich eine freundliche E-Mail oder greife zum Telefon (außer bei Kai Diekmann). Aber in diesem Fall dachte ich mir: Warum sollen unter dem kaputten Urheberrecht immer nur die Leute leiden, die damit täglich arbeiten müssen? Und nicht auch mal die, die dafür verantworlich sind?

Also habe ich mir einen Anwalt genommen und der hat euch dann Abmahnungen geschickt mit dem ganzen Programm, das euer Urheberrecht vorsieht:

– Aufforderung zur Abgabe einer Unterlassungserklärung
– Aufforderung zur Auskunft über die Dauer der Urheberrechtsverletzung
– Schadensersatz in Höhe der Lizenzgebühr, die gemäß dem Tarif der Mittelstandsgemeinschaft Foto-Marketing für das Foto angefallen wäre
– doppelter Schadensersatz, weil ihr mich nicht als Urheber genannt habt
– Anwaltskosten

Die SPD hat bezahlt. 1.800 Euro. Wenn die Anwaltskosten der SPD-Seite noch dazu kommen, dürfte die Summe eine noch höhere sein und Heiser hat errechnet, dass nach diesem Vorgang circa 24% des Gezahlten an ihn als Uhrheber geht, den Rest des Geldes teilen sich die Anwälte beider Seiten. Ein Urheberrecht, dass immer betont, zu Gunsten der Urheber gemacht worden sein funktioniert hier primär für die beteiligten Anwälte.

Grundsätzlich eine interessante Aktion, die im besten Fall einfach auch mal die Politik über die Gesetzeslage nachdenken lässt. Am Ende allerdings ist diese Summe für einen SPD-nahen Verein womöglich aus der Portokasse zu bezahlen, was man von Privatleuten, die Abmahnungen bekommen, wohl kaum behaupten kann. Will heißen: bei der SPD dürfte das kaum einem auch nur irgendwie wehtun. Genau aber das sollte es, um eine Problembewusstseinsveränderung zu erreichen. Es müsste der SPD mindestens genau so weh tun, wie den regelmäßig abgemahnten Privatpersonen. Am Ende wird die SPD dann noch so argumentieren, dass sie sich ja auch selber an die „tollen Gesetze“ halten würde, die sie so mitstrickt.

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