Diese Dekonstruktionsmaschinen gibt es mittlerweile für alle möglichen Dinge, die Menschen einst herstellten und nun nicht mehr brauchen. Wir haben das mit Schuhen gesehen, mit Computern, mit Sofas und nun eben auch mit Automobilen. Da möchte man ja nicht in dem Blech der Karre stecken. Wahrlich nicht.
Kennt ihr noch diesen Hype um Magic Eye Bilder? In den 90ern waren die in fast jeder Zeitung und alles gaffte wie blöde darauf in der Hoffnung, auch das sich versteckende Motiv erkennen zu können. Manchmal klappte das recht schnell und gut, manchmal aber auch nicht.
Jared Raab jedenfalls hat mit dieser Stereogram-Technologie jetzt ein Video für die Band Young Rival gemacht. Das geht ziemlich auf die Augen. Und wie das mit den Stereograms schon in Druckform war: es nicht nicht ganz unanstrengend dort auch was erkennen zu können – manche sehen hier nichts.
Empfohlen ist Vollbild. Ich guck mal noch, ob ich das hinkriege.
Die Nummer ist ziemlich kitschig, ziemlich sehr pathetisch auch und so nahe an dem sich hinter der Pseudo-Kunst versteckenden Pop gebaut, dass es fast schon ganz dolle schlimm sein könnte. Ist es aber nicht. Ich bin gerade sehr, sehr verliebt in diese Nummer, in der das den Jazz suggerierende Trompeten-Geflöte im letzten Drittel auch dazu taugen könnte, Eierköppe wie Mario Barth auf einer von Till Brönner gespielten Hook ins Olympiastadion einlaufen zu lassen, was nie einer tun würde. Genau da aber liegt die Trennlinie zwischen ohrenverachtendem Bullshit und gutem Pop, wie er 2014 klingen kann ohne einem per se wehzutun. Submotion Orchestra bekommt genau das hin. Ja.
„Hard to stay“ ist Teil der Ende 2013 erschienen EP „1968“, die rundum gut hörbar ist. Aber diese Nummer hier ist dabei die in der Sonne leuchtende Perle im gerade eingezogenem Netz.
Am 21. Februar erscheint mit „Close to the Glass“ das neue Album von The Notwist. Der BR hat wohl auch deshalb dieses kurze Feature nebst diesem Artikel über sie. Ich gehe jetzt in aller Vorfreude mal „Neon Golden“ aus dem Keller holen und importiere die nach langer Zeit der Abstinenz.
Ich hatte eine lange und ziemlich laute Nacht. Die kurze Zeit, die ich jetzt tatsächlich wach bin, versuche ich Musik zu finden, die ich noch nicht wirklich kenne, und die mich irgendwie ganz entspannt durch den Rest des Tages schweben lässt. Ich hatte diesen Dave DK Mix laufen, der schon ganz geil, aber trotzdem nicht so ganz das Richtige ist.
Nun purzelt mir diese für-umme-EP von Ghosts Of Paraguay in die Ohren und macht mich ein kleines bisschen glücklich. Besser wird es musikalisch heute wohl nicht mehr. Zumindest nicht für mich. Zwei der Nummern sind dann auch noch Kollabos mit CoMa. Future Garage, der mich handherzen lässt.
Die Engländer von Sculpture haben eine Picture Disc veröffentlicht. Soweit, so unspektakulär. Der Sound ist in englischer Tradition eher verkopft und verkünstelt. Die Platte an sich ist das allerdings auch, was der Angelegenheit zweifelsfrei zu Gute kommt. Dreht die 7″ sich nämlich auf dem Teller, zeigt sie eine Zoetrope-artige Animation. Ziemlich kuhle Kiste.
Die LINKE hat verschiedene Anträge zur ihrem kommenden Europaparteitag in Hamburg veröffentlicht. Zwischen den vielen Anträgen findet sich auf Seite 34 einer, der darum bittet, den Beschluss zu fassen, die Internationale nicht mehr zu singen.
„Der Parteitag möge beschließen:
Aussetzung der akustischen oder gesanglich musikalischen Intonierung des Liedes “Die Internationale“ innerhalb der Partei DIE LINKE, bis ein Ergebnis über die zukünftige Anwendung und Verwendung vorliegt, da die gesangliche musikalische Intonierung des Liedes “Die Internationale“ zwar kämpferisch ist, aber auch militaristisch, gewalt- und kriegsverherrlichend ist, ein Symbol des Kapitalismus darstellt und Militarismus ein Element des rechten politischen Spektrums ist, genauso wie die deutsche Nationalhymne.“
Kann man von mir aus fordern, weil mir das – ganz ehrlich – auch ein bisschen egal ist. Im selber Antrag ergibt sich der Antragsteller dann seiner ganz eigenen Form von Musiktheorie und packt Techno-Liebhaber mal ganz nebenbei ins konservative Lager und schlimmer noch: ins rechte Spektrum.
„Musik unterteilt sich politisch in 3 Richtungen, der linken Musik, des Mainstream und der rechten Musik. Charakter linkspolitischer Musik ist der melodisch bis stark melodische Bereich. Der Mainstream oder neutrale Musik kennzeichnen eine Mischung aus beiden, und rechtspolitische Musik ist stark rhythmisch bis monoton rhythmisch. Monoton rhythmische Musik findet sich beim Militär, und diente mit monotonen Trommelschlägen in der Geschichte beim Einsatz von Menschenschlachten. Sie ist Symbol des Kapitalismus, da es die Zählweise von Geld 1 Euro, 2 Euro, 3 Euro usw.
Aber auch die Musikrichtung Techno gehört dazu, da dort die monotone technologische Zählweise 01 01 01 01 … ist, woraus sich ein monotoner Musikrhythmus ergibt, der somit auch eine moderne Interpretationsform des Militarismus ist. Daraus erklären sich auch die Besucher von sogenannten Techno-Loveparades, die vorwiegend aus dem konservativen bis rechtspolitischen Spektrum kommen. Wer auf ein Techno-Konzert geht, geht nicht auf ein Rock-Konzert und anders herum genauso. Es sind zwei verschiedene Kultur- und kulturpolitische Welten. Während die Besucher von Techno-Konzerten vorwiegend aus dem konservativen und rechten Spektrum kommen, sind die Besucher von Rock-Konzerten im linkspolitischen Bereich zu Hause. Nicht ohne Grund haben auch Rechte Gruppierungen in Duisburg nach dem katastrophalen Vorfall mit 21 Toten für die Abwahl des Oberbürgermeisters plädiert.
Friedensmusik oder Friedenslieder, melodisch gesungen zu melodischer Musik, dagegen sind immer melodisch und sind damit linkspolitisch.“
Kracher! Damit ist auch das mal kurz und knapp erklärt und man kann ja fast dankbar darüber sein, dass ein richtiger Auskenner, dass mal so auf den Punkt gebracht hat. Außerdem hat die LINKE auch schon einen Alternativvorschlag für „Die Internationale“ ins Gespräch gebracht. Ich finde, dass passt.
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