Zum Inhalt springen

Still und leise: Medienpublisher Populis schließt sein Büro in München und gibt sich schweigsam

Seit geraumer Zeit habe ich hier immer dann, wenn ich gerade keine Stilanzeige in der Sidebar habe, ein Werbefenster drin, welches durch Populis mit Werbung gefüllt wird. Bis zu Beginn diesen Jahres lief das immer reibungslos. Die hatten im Regelfall recht gute „Kampagnen“, die sich manchmal auch lohnten. Ansonsten schoben sie da alles mögliche durch – ich kümmerte mich nicht wirklich darum. Seit März aber sah ich, das die keinerlei „Premiumkampagnen“ mehr anboten. Das kam im letzten Jahr äußerst selten vor, weshalb ich stutzig wurde. Aber gut, dachte ich, irgendwas läuft ja da trotzdem durch. Dann hatte ich zu Beginn dieses Monats frappierende Unregelmäßigkeiten in der Abrechnung, worauf hin ich mich per Mail an Populis wandte. Ich wartete ein paar Tage auf Antwort, die sonst immer recht zügig kam. Die aber kam nicht, ich mailte erneut. Wieder nichts.

551908_412486602104490_1007817682_n

Dann suchte ich mich durch mein Mailpostfach und schrieb jene an, mit denen ich in der letzten Zeit in persönlichem Kontakt stand. All diese Mails wurden per Autoresponder mit „XXX ist seit dem XXX nicht mehr für die populis GmbH tätig.“ Das ist ein bisschen blöd, dachte ich mir, man will ja auch Fragen mal beantwortet haben. Ist ja klar. Also, dachte ich, schreibst du dem Geschäftsführer, der wird sich ja nicht auch ins Nichts aufgelöst haben und irrte. Auch von ihm bekam ich die Antwort: „Ich bin seit dem 26.03.2014 nicht mehr für die populis GmbH tätig.“ Also – das muss ja irgendwie geklärt werden – rief im Münchener Büro von Populis an. Dort waren alle mir herausfindbaren Telefonnummern jedoch „Out of Service“. Das Büro offenbar nicht mehr erreichbar.

Okay, jetzt wurde es aber ein bisschen merkwürdig. Die können doch den Laden nicht einfach so dicht machen, ohne auch nur irgendjemand darüber informiert zu haben. Kann man schon erwarten, dachte ich. Ich mailte dem Managing Director nach Irland, der mich wiederum an eine andere Kontaktperson vermittelte.

Diese bestätigte heute per Mail, dass das Büro in München geschlossen wurde, ohne Gründe dafür zu erörtern. Offenbar arbeitet keiner der bisherigen Mitarbeiter noch für Populis, der Geschäftsführer ist laut Facebook seit Ende März raus. Es tue ihnen leid, das nicht kommuniziert zu haben und so. Auf der deutschen Website von Populis finden sich keinerlei Hinweise darauf. Sowohl das Büro in München als auch die Telefonnummern werden noch immer als Kontaktmöglichkeit angegeben.

Weiter erklärte man, dass alle entstandenen Unregelmäßigkeiten technischen Unzulänglichkeiten zuzuschreiben sind und man hätte da keinerlei Handhabe. Und das waren schon sehr merkwürdige Unregelmäßigkeiten, die mir einiges an Vertrauen in den Laden nehmen. Dazu kommt auch der Umstand, dass Populis mit ihren Bannern immer wieder PopUps ausliefern, die ich hier auf keinen Fall so gar nicht haben will. Das passiert regelmäßig, und suggeriert mitunter, dass Android-User irgendwelche Viren auf ihren Phones haben. Crap. Ob Populis dieses Zeug bewusst verkauft oder die sich so etwas unterjubeln lassen, kann ich nicht beurteilen. Dafür stehen muss ich letztendlich.

Dafür jedenfalls, dass die vor nicht mal drei Jahren hier mit einem riesigen Buhei gestartet sind, ist der Abgang aus München ganz schön schüchtern von Statten gegangen.

13 Kommentare

  1. Sandro21. Mai 2014 at 14:47

    deren Seite sieht ziemlich zerstört aus

  2. Tobi21. Mai 2014 at 15:07

    Ui. Spannend. Nachdem sie vor knapp einem Jahr von der Berliner Bildfläche verschwunden sind haben wir deren Büro hier in Kreuzberg übernommen. Ist gemütlich hier :)

    Wenn du dein Geld nicht bekommst… Hier liegt glaube ich irgendwo noch das alte Türschild rum. Komm vorbei, wir trinken Bier und pinkeln drauf!

  3. Marcel21. Mai 2014 at 15:18

    Also heißt das jetzt, ich kann den Code von der Seite nehmen – oder was? Adios, Populis.

  4. Ronny21. Mai 2014 at 15:21

    Marcel,
    Keine Ahnung, ich werde das tun, ja. Ich habe nicht das Gefühl, dass die das an mich weitergeben, was sie sich dafür bezahlen lassen. Ich kann mir vorstellen, dass es da massive Unterschiede gibt.

  5. Daniel Büttner21. Mai 2014 at 15:52

    Danke für die Info. Hatte mich schon gewundert. Bei mir gab es auch Unstimmigkeiten. Als ich mich jedoch per Mail meldete, bekam ich nach einem Tag eine Antwort. Ist jetzt c.a. 4 Tage her. Dann haue ich die auch mal raus.

  6. can-rnb21. Mai 2014 at 18:16

    Oha, das sind interessante Nachrichten! Ich kann deine Erfahrungen nur bestätigen. Mit den Werbebannern gab es bei mir auch oft Probleme – mitunter waren sogar einige FSK18 Banner dabei. Zudem wurde bei mir letzte Woche sogar einfach so eine größere Summe Werbevergütung von meinen Berichten entfernt. Gibt es in dem Hause noch einen Ansprechpartner, den man kontaktieren kann?

  7. Maik21. Mai 2014 at 18:45

    Oha, das erklärt einiges. Sehr schade, irgendwie hatten sie ja Potenzial, aber so richtig den kritischen Schwellwert haben sie nie erreicht gehabt. Aber leider ein erneutes prangerndes Mahnmal für alle, die da draußen Blogmarketing betreiben wollen…. :( Hoffentlich schüchtert das nicht zu sehr ein, denn die waren eigentlich auf dem richtigen Weg! Die Art und Weise des leisen Abgangs ist natürlich mehr als unschön… :/

  8. Daniel21. Mai 2014 at 18:52

    can-rnb,

    Genau das hatte ich auch. In den Berichten tauchte eine hohe Summe auf. Jedoch war mir direkt klar das da was nicht stimmen kann :D Hab mich dann gemeldet und man sagte mir das es technische Probleme gibt.

  9. Dennis21. Mai 2014 at 22:19

    Also ich, als jemand, der deine Seite fast ausschließlich unter Android 4.2. mit Chrome besucht hatte weder PopUps noch FSK18 Werbung. Aber schade um dein Geld.

  10. Bichareh22. Juli 2014 at 11:07

    Hmmm…Populis ist tot. Vor einigen Jahren war es wie im Paradies…hochpreisige TKP-Kampagnen und nun nur noch Restplatzscheiße. Immerhin wird noch regelmäßig ausgezahlt. Ich schau mich nach Alternativen um.

Schreibe einen Kommentar zu n0rd Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.