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Schlagwort: CDU

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer erwägt Regulierung von Meinungsäußerungen im Internet

Man hätte nach gestern Abend ja wenigstens hoffen können, dass die CDU wenigstens ein bisschen so etwas wie ihre Lektion gelernt hätte, aber Annegret Kramp-Karrenbauer beweist keine 24 Stunden nach der herben Wahlniederlage das Gegenteil. Schuld daran ist wohl das Video, in dem über 80 YouTuber letzte Woche dazu aufgerufen haben, weder die CDU/CSU, die SPD oder die AfD zu wählen.

In der Diskussion um CDU-kritische Youtube-Videos vor der Europawahl hat CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer die Regulierung von Meinungsäußerungen im Internet vor Wahlen angeregt.

Kramp-Karrenbauer sagte am Montag nach Gremiensitzungen der CDU, wenn 70 Zeitungsredaktionen vor einer Wahl dazu aufriefen, nicht CDU oder SPD zu wählen, würde dies als „klare Meinungsmache vor Wahl“ eingestuft. Man müsse darüber reden: „Was sind Regeln aus analogen Bereich und welche Regeln gelten auch für den digitalen Bereich.“ In der Debatte müssten auch die Auswirkungen auf die Demokratie eine Rolle spielen.

Und schwups steht die Meinungsfreiheit zur Debatte. Weil, wenn die dazu aufrufen, mich nicht zu wählen, verbiete ich denen den Mund. Krass wie schnell sowas gehen kann.

Und ich wusste letzte Woche nach dem Video schon, dass so etwas kommen würde – und meinte das gar nicht nur lustig.

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So haben die unter 30-Jährigen in Deutschland gewählt

Erstwähler:

Derweil bei der CDU/CSU:

Über die SPD redet gerade niemand mehr, was der SPD auch selber geschadet sein dürfte.

Ciao, Kakao, CDU und SPD. Hallo, Grüne, hallo, die Partei. FCK AFD. Hallo, Wahlbeteiligung.

Wie verzweilet die Situation sein muss, dass die Grünen gerade so hart abräumen können. 🤷‍♀️

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Rezo in der New York Times

Das Geile am Internet ist ja, dass es keine Grenzen kennt. Also zumindest außerhalb von Nordkorea oder China und so. Davon weg, fließt das alles (noch) und bricht sich Damm um Damm. Und so ist Rezo mit seinem „Zerstörungsvideo“ in der New York Times gelandet: Youth’s Video Takes Aim at Merkel’s Party in Run-Up to European Elections. Ich lehne mich zurück und sage wertfrei in den Raum: „Leute, da passiert was.“ Ich find’s gut.

The video is a master class in online civic engagement. Clad in an orange hoodie and gray baseball cap, the narrator, who says he is 26, unfurls his attack point by point, apparently while sitting in his workroom study with guitars and keyboards in the background. His real identity and hometown are unclear, but he says he is a YouTube music producer.

The video employs easy-to-watch cuts, sound effects and graphs and, in a style commensurate with German youth culture, uses much English slang.

(via Volker)

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Warum die Urheberrechtsverletzungen der CDU eher traurig als lustig sind

Ich finde die Nummer, dass die CDU Material der Öffentlich-Rechtlichen ins Netz kopiert, obwohl ihre Gesetze was anderes vorsehen, ja auch ein bisschen amüsant, aber der Umstand, dass das keiner darf, obwohl wir alle dafür zahlen, ist halt auch ziemlich beschissen.

Die Regierenden hätten das in den letzten Jahren reformieren können. Tatsächlich haben sie es vor kurzem erst noch viel schlimmer gemacht und erheben sich dennoch über ihre eigene Gesetzgebung. In dem Fall die CDU, die in diesem Fall nur „irrtümlich“ vom Copyright geschützten Inhalt hochgeladen haben will.

„Durch einen Hinweis auf Twitter wurden wir darauf aufmerksam, dass die Videos irrtümlich auf unserem YouTube-Kanal veröffentlicht worden waren. Im Rahmen unserer Wahlkampfkommunikation rund um TV-Auftritte unserer Spitzenpolitiker in den vergangenen Tagen hatten wir diese kurzen Video-Schnipsel auf Twitter verwendet und haben dazu selbständige Ausführungen gemacht. Das ist durch die Zitatfreiheit grundsätzlich gedeckt. Auf YouTube wurden die Ausschnitte irrtümlich und ohne selbstständige Ausführungen eingestellt.“

„Irrtümlich.“ Oh, hups und sorry, schon gelöscht. Nicht so schlimm?, argumentiert man dort nun munter und sich ahnungslos gebend.

WOLLT IHR MICH VERARSCHEN?!!!

Ich habe Prozesse wegen dieser Scheiße führen und viel Geld dafür zahlen müssen. Ein „Oh, hups und sorry, schon gelöscht.“ hat da leider nie gereicht.

Und ich bin nicht mal dafür, da jetzt rechtlich der CDU volle Möhre einen reindrücken zu wollen und die finanziell bluten zu lassen. Eine Partei steckt das auch finanziell locker weg. Von uns aber keiner. Will heißen: mir wäre es lieber, wenn da für alle andere Gesetze gelten würden. Aber nein, danach sieht es aktuell nicht aus. Wir hatten als Blogger vor ein paar Jahren mal eine Facebookgruppe, die sich aufmachte, um Fair-Use in Deutschland zu etablieren. Darüber muss ich gerade genauso lachen, wie über die aktuell offensichtliche Urheberrechtsverletzung der CDU. Und dann fällt mir auf, wie traurig das eigentlich ist.

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CDU entscheidet sich nun doch gegen Video-Antwort auf YouTuber Rezo

Halb Deutschland hat gestern auf die Videoantwort der CDU an YouTuber Rezo gewartet. Angekündigt wurde sie Vormittag, produziert wurde sie wohl auch. Vorgetragen werden sollte sie von Philipp Amthor. Heute wurde mitgeteilt, dass jenes Video nicht veröffentlicht wird. Leere Versprechungen. Pfff. Alles wie immer bei der CDU.

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak hat den Kritiker nun via Twitter zum Meinungsaustausch einladen.

Stelle mir gerade vor, wie die finale Version des Amthor-Videos zur Abnahme an Angela Merkel ging und sie kurz und entschlossen antwortete: „Was soll diese Scheiße? Wollt ihr mich verarschen?!“

Mittlerweile gibt es auch eine schriftliche Stellungnahme von Seiten der CDU: Wie wir die Sache sehen.

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Philipp Amthor „Das Urteil“ (Official HD Video) 2019

Die CDU hat angekündigt, dass noch heute eine Antwort der CDU auf das Video von Rezo kommen wird. In dieser wird wohl Philipp Amthor sein und das Wort der CDU nicht nur an Rezo, sondern auch an alle Menschen richten. Man muss sich da mal genau reinfühlen. 2019 und ein YouTuber bringt mit einem seiner Videos eine sich bis dahin als Volkspartei verstehende CDU in Erklärungsnot. Was für Zeiten.

Die Meme-Maschine läuft gerade an – und es könnte ein guter Tag für uns alle werden.

Außer vermutlich für die CDU. Da bin ich ziemlich sicher. Und bitte lasst dieses Video keine 55 Minuten lang werden.

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YouTuber Rezo „zerstört“ die CDU

Das Video ging die letzten Tage schon rum, ich kam aber erst heute dazu, es mir anzusehen. Und das solltet ihr auch tun. Es ist das bisher meist gesehene Politikvideo eines deutschen YouTubers, der damit in erster Linie junge Menschen anspricht. Offenbar verstehen die ihn eher als sie Politiker und ihre vermeintlichen Expertisen verstehen. Kein Wunder, denn viele Jugendliche fühlen sich von der Politik im Allgemeinen gar nicht mehr angesprochen. Dann halt auf diesem Wege. Find ich gut, auch wenn manche Punkte ein wenig unterkomplex abgehandelt werden. Im Ganzen ist dieses Video wirklich gut und wird junge Menschen vielleicht dazu bewegen, genau zu wissen, wen sie nicht wählen werden. Am Ende kommen nämlich auch andere Parteien nicht ganz so gut weg. Und wenn das ein Weg sein sollte, junge Menschen für Politik zu interessieren, dann nur zu! Gerne mehr davon, Rezo.

Die CDU jedenfalls kotzt aktuell ob des Videos ab. Alles richtig gemacht.


(Direktlink)

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CDU und AfD verhindern Konzert von Feine Sahne Fischfilet in Dessau

(Foto: Feine Sahne Fischfilet)

Das ZDF hat Feine Sahne Fischfilet für Anfang November eigentlich in eine Livemusikreihe eingeladen, bei der nationale und internationale Musiker anlässlich des 100. Bauhaus-Jubiläums auf der historischen Bühne in Dessau auftreten sollten. Ganz geil, eigentlich.

Aber: erst war die sachsen-anhaltinische AfD empört, was wenig überrascht, dann bekam sie Unterstützung vom Landesverband der CDU, dessen Mitglied, Rainer Robra, neben seiner Funktion als Chef der Staatskanzlei und Minister für Kultur des Landes auch Stiftungsratsvorsitzender beim Bauhaus ist. Und der will das so nicht.

Erst hatte die AfD am Mittwoch das Konzert kritisiert, dann reagierte die CDU am Donnerstag mit öffentlicher Kritik. Die beiden Parteien arbeiteten bereits gemeinsam in Sachen Linksradikalismus: Im Landtag hatten AfD und die Mehrheit der CDU-Fraktion im vergangenen Jahr gemeinsam eine Kommission zur Untersuchung von Linksextremismus eingesetzt.

Das ZDF wurde darüber vom Bauhaus in Kenntnis gesetzt, wollte den Auftritt aber dennoch irgendwie durchbringen. Daraufhin machte das Bauhaus von seinem Hausrecht gebrauch und untersagte den Auftritt. Hand in Hand mit AfD und CDU. Ich bin gespannt, wer stattdessen an dem geplanten Slot auftreten wird.

Währenddessen kündigt das ZDF an: „Gleichzeitig plane man aber weiterhin die Aufzeichnung eines Konzerts mit der Band und würde derzeit nach einem alternativen Veranstaltungsort suchen.“

Und ja, dass ist dieses Bauhaus, das 1932 von den Nazis geschlossen wurde, weil diese es als „kulturbolschewistisch“ und „undeutsch“ empfanden.

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