Zum Inhalt springen

Schlagwort: Kids

Ein Werbespot wie für eine Arznei: für keine Kinder haben

Keine Kinder haben ist nichts für jedermann. Für mich beispielsweise käme das nicht in Frage. Für andere, die eventuell noch drüber nachdenken, wurde dieser Spot gemacht. Ganz ernst zu nehmen ist der natürlich nicht, lehnt er sich doch an Werbungen für Arzneimittel an.

The more and more varieties of social media we get, the more baby pictures we see. This video parodies drug commercials by telling us the humorous side effects.

Und natürlich ist das alles zusammen sehr viel weniger schön als Kinder zu haben.


(Direktlink, via TDW)

Einen Kommentar hinterlassen

Eine Siebenjährige beschwert sich per Brief bei Lego über das Rollenbild der Frau

Die siebenjährige Charlotte hat diesen Brief an Lego geschickt und mokiert sich in diesem über das von Lego verkaufte Geschlechterbild. Die Jungs kriegen immer Spaß, Abenteuer und Spannung während die Mädels in den für sie angebotenen Produkten die Frauen immer nur beim Shoppen, am Strand oder im Haushalt zum Spielen bekommen. Die Jungs können sogar mit Haien schwimmen! <"All the girls did was sit at home, go to the beach, and shop, and they had no jobs but the boys went on adventures, worked, saved people, and had jobs, even swam with sharks."

Go for it, Charlotte!

BfGAK-wCYAAWr1B


(via BoingBoing)

17 Kommentare

Der Iro aus dem Staubsauger

Seitdem vor einiger Zeit mal das Video rumging, in dem ein Vater seiner Tochter mit Hilfe eines Staubsaugers einen Zopf machte, haben sich offenbar andere gedacht, das so ein Staubsauger ja generell ein ganz praktisches Werkszeug im Friseur-Business sein müsste. Neuste Idee: dem Bengel damit einen Iro aufziehen.

Nicht wundern also wenn beim nächsten Friseurtermin die Fachkraft mit einem Staubsauger im Anschlag auf euch zukommt. Das muss so.

3 Kommentare

Kids, die bestimmte Dinge zum ersten Mal essen in Slow-Mo

Man kennt das: man erzählt den Kleinen ja immer gerne, dass sie erst einmal alles kosten sollten, bevor sie entscheiden, ob sie das dann mögen würden oder eben nicht. Das Problem daran ist allerdings, wenn sie das einmal taten und das was sie kosteten für sie ekelhaft war, zieht diese Nummer nicht mehr. Das geschmacksbedingte Vertrauen ist im Arsch. Klar.

Am schönsten hierran ist die Kleine, die auf eine Olive beißt, denn genau so gucke ich, wenn ich irgendwann mal eher ungewollt auf eine Olive beißen sollte, denn nichts für mich ist so dermaßen bähbäh wie Oliven. Die nämlich schmecken immer so, wie es in einer Apotheke riecht. Und kommt mir jetzt nicht wieder mit „Du musst halt mal richtige Oliven essen!“ Ich habe alles probiert. Apotheke!

Anders als ich allerdings scheint die Kleine dann doch Geschmack daran zu finden und wirft die Arme hoch, aber vielleicht war das nur der Schreck. Klasse Video. So oder so. Und Joghurt ist voll lecker.


(Direktlink, via Notcot)

10 Kommentare

Ich gestern auf der re:publica

Bildschirmfoto 2013-05-09 um 19.12.19

Ich war nun gestern zum nun zweiten Mal in Folge auf der re:publica. Anders als im letzten Jahr, wo ich mich furchtbar unwohl und irgendwie total verloren fühlte, fand ich es gestern als Speaker und als Tagesbesucher insgesamt sehr angenehm bis total schön.

Ich hatte mittags zusammen mit Nerdcorene und Valie von iRights.info ein Panel zum Thema „Urheberrecht vs. Netzkultur“. Bei diesem ging es natürlich viel um die Abmahnerei der letzten Monate aber eben auch darum, wie man damit umgehen kann, und wie man das perspektivisch händeln könnte. Vorneweg: es gab keine Antworten. Ein, wenn nicht das Problem, auch anderer Panels, die ich mir ansah, es gibt keine und schon gar nicht einfache Antworten.

Das Ding auf Bezug auf das Urheberrecht ist eben, dass sich das Netz in seiner Gesamtheit über die Jahre hinweg immer weiter und weiter entwickelt hat, währenddessen das zumindest Deutsche Urheberrecht in so gut wie keinster Weise auch nur irgendwie darauf reagiert hat. Dieses hat in seiner heutigen Fassung fast 70 Jahre auf dem Buckel und wurde in dieser Zeit nur geringfügig geändert. Im Regelfall nicht zu Gunsten des Nutzers.

Genau das steht sich aktuell mit den Bedürfnissen der Nutzer ganz wunderbar im Weg. Und ich sehe nicht, dass sich daran in naher Zukunft auch nur irgendwas ändern wird. Die Politik verschläft das Thema genauso konsequent, wie sie aktuell auch viele andere Themen zu verschlafen scheint.

Ich habe nach dem Panel mit vielen Leuten gesprochen, die dem weitaus optimistischer gegenüberstehen. Ich hoffe wirklich, dass sie am Ende Recht behalten werden und sich irgendetwas bewegt. Allerdings wurde schon in dem vor uns stattfindendem Panel klar, dass dieses „Urheberrecht“ eine so große Kiste ist, dass viele, die darüber reden, so gut wie keine mehr Berührungspunkte haben müssen, einfach weil es ihnen im Kern um andere Schwerpunkte geht. Es unterscheidet heute im Hinblick auf die digitale Realität nicht wirklich zwischen Texten, Bildern, Musik, Bildern und Videos. Einfach auch deshalb, weil das vor 50 Jahren schlicht nicht wirklich von Nöten war – ganz anders als heute eben. Auf der einen Seite hattest du damals den Urheber, auf der anderen den nur Rezipienten, der heute eben keiner mehr ist, auch weil heute fast jeder digital Empfangende auch automatisch zum Sender wird. Da hat das Urheberrecht keine Ahnung von, auch das Teilen ist ihm fremd. So, wie ihm so vieles fremd zu sein scheint. Irgendwie ist das in der Summe enorm traurig. Aber wie auch immer, hier das Panel zum Thema, das natürlich in 30 Minuten nicht allumfassend sein konnte, und doch sehr konkret auf die Abmahnwelle der letzten Monate einging. Interessiert hatte das dennoch überraschend viele Leute, der Raum platzte quasi aus allen Nähten.


(Direktlink)

Was mich rückblickend wirklich ärgert ist, dass wir uns ganz am Ende von einem der Spaten haben trollen liesen, die letztens für die peinliche „Don’t fuck with music“-Aktion verantwortlich war, die Deutsche Bundestagsabgeordnete mit falschen iPods und einem Pamphlet pro Urheberrecht zu beglücken versuchten. Gefälschte iPods. Oh, Irony!

Er meinte, dass eine Abmahndeckelung ja gar nichts bringen würde, weil „seriöse Abmahnungen“ deshalb ja keinen Effekt mehr hätten, und das „unseriös“ Abmahnenden ja egal sein könnte. Die schicken dann halt trotzdem Abmahnungen raus – vielleicht sogar noch mehr. „Damit sein keinem geholfen“, brubbelte er ins Mic. Ich verstand ihn akustisch nicht so recht und war gedanklich auch schon fertig. Allerdings denke ich heute, dass ich ihn hätte fragen _müssen_ ob es für ihn „seriös“ sei, Kids im Alter von 20 Jahren von 10 Kanzleien auf einmal abmahnen zu lassen, weil sie sich – dumm wie sie nunmal manchmal sind – in geistiger Umnachtung per Torrent die aktuellen „German Top 100″ saugten. Dafür gehen dann halt, wie in diesem Fall, schonmal 17 Abmahnungen mit einer Gesamtforderung von nicht weniger als 17.000 EURO raus. Von seinen Kumpels, den ach so seriösen Abmahnanwälten der Musikindustrie raus. Die Künstler bekommen davon im Regelfall nichts. Der etwaig von Kids bezahlte Kuchen wird zwischen Anwälten und Verwerten aufgeteilt. Ganz getreu dem Motto „Don’t fuck with music“, fuck with law! Ich ärgere mich wirklich sehr darüber. Arsch!

Abschließend fand ich es übrigens irgendwas zwischen überraschend und sehr erschreckend, wie hoch das Durchschnittsalter auf einer derartigen, eigentlich der Deutschen Konferenz dafür, war. Irgendwas mit um die 30. Die Jugend nimmt daran so gut wie gar nicht teil und daran ändert auch der wirklich großartige Rant von Tanja und Johnny nichts, der sich für die Jugend stark macht.

Wir werden dieses, von uns zudem gemachte und geliebte Netz verlieren, wenn wir nicht in der Lage sein werden, die Jugend mit in unser Boot zu holen. Daran ändert leider auch das von vielen gelobte, aber wohl von wenigen gesehene Panel zu YouTube nicht viel. Denn die Kids machen alles anders als wir darüber sprechenden. Und wenn wir das nicht wahrnehmen werden wir mit ihnen das Netz verlieren. Vielleicht mache ich im nächsten Jahr auch einfach mal so was ganz plakativ Plattes wie „Jugend im Netz“ und bringe ein paar Kids mit. Denn davon wissen die wenigsten von uns etwas.

Trotzdem war es, ganz anders als 2012, ein ziemlich toller Tag, an dem ich gefühlt mit 1473 Leuten gesprochen habe. Danke dafür.

23 Kommentare

Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg versauen die Kinder

Bibi-Blocksberg

Meint Professor Dr. Gerd (Andreas) Strohmeier in seiner Analyse in der Zeitschrift „Aus Politik und Zeitgeschichte“ für die Bundeszentrale für politische Bildung.

Ich mag Bibi Blocksberg ja sehr, noch lieber aber ist mir Pipi Langstrumpf. Über die schreibt er nichts. Aber das hier reicht ja auch schon. Pädagogisch „wertvoll“ sind die Hörspiele in seinen Augen nicht und schaden tendenziell sogar der politischen Sozialisation von Kindern. Ja nun.

So schreibt er:

„Die Hörspiele von Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg haben häufig explizite politische Inhalte zum Gegenstand. Da in den Geschichten sehr oft ein politischer Bezug hergestellt wird, auch wenn dieser nicht zwingend notwendig erscheint,[36] bestimmte politische Inhalte (Umweltprobleme) immer wieder thematisiert werden und die von den Hörspielheldinnen und Helden sowie deren Freunden vertretenen politischen Positionen relativ eindeutig einem politischen Spektrum zugeordnet werden können, ist anzunehmen, dass die von den Blümchen- bzw. Blocksberg-Hörspielen bewirkten politischen Sozialisationsprozesse zum Teil durchaus beabsichtigt sind. Somit ist davon auszugehen, dass sie – neben latenten politischen Sozialisationsprozessen – auch manifeste politische Sozialisationsprozesse bewirken. Im Folgenden wird der Frage nachgegangen, inwiefern die Hörspiele von Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg – im Rahmen ihrer (vermutlich beabsichtigten) Vermittlung expliziter politischer Inhalte – den kindlichen „Komplex von Einstellungen, Kognitionen, Wertvorstellungen und Gefühlen gegenüber dem politischen System, Politikern, politischen Institutionen“[37] beeinflussen und welchen Beitrag sie dabei zur Erreichung des normativen Ziels politischer Sozialisation in pluralistischen Demokratien leisten, d.h., inwiefern sie die Entwicklung des politisch mündigen Bürgers fördern. Dabei wird allerdings nicht die konkrete Wirkung dieser beiden Hörspiele auf Kinder analysiert, sondern nur das ihnen inhärente politische Sozialisationspotenzial illustriert.

[…]

Kurz: Die „richtigen“ politischen Positionen bzw. Verhaltensweisen sind ökologisch, postmaterialistisch, basisdemokratisch, kritisch, zivilcouragiert, pazifistisch, sozial, antikapitalistisch, egalitär, tendenziell anarchisch bzw. antistaatlich, antihierarchisch, antiautoritär und antikonservativ; mit anderen Worten: „links“ der politischen Mitte (linksliberal bis linksalternativ).

[…]

Äußerst bedenklich ist allerdings das überwiegend negative und militärische Image der Polizei bzw. die Darstellung, dass die Polizisten grundsätzlich lächerliche und inkompetente Handlanger der Politik sind, die unreflektiert eine unsinnige Pflicht tun.

[…]

Trotz des großen Erfolgs der Hörspiele von Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg ist insgesamt festzustellen, dass diese die Entwicklung politisch mündiger Bürgerinnen und Bürger kaum fördern, wenn nicht sogar behindern. Denkt man an die oben dargestellte Bedeutung von Kinderhörspielen für die politische Sozialisation, den langjährigen und großen Erfolg der beiden Hörspielhelden sowie auch an die Ausstrahlung ihrer Geschichten im öffentlich-rechtlichen Rundfunk (ZDF und KI.KA),[84] so ist diese Kritik keineswegs unbedeutend. Kinder hören bei den Blümchen- bzw. Blocksberg-Hörspielen keineswegs nur lustige Geschichten eines sprechenden Elefanten und einer kleinen Hexe, sie „hören mehr, und das, was sie hören, sollte mehr Aufmerksamkeit verdienen“[85].

Na gut, dann ab heute Abend für die Kinder wieder Pipi Langstrumpf.
(via Anne)

16 Kommentare