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Schlagwort: Me

Lieb’s gerade übrigens sehr, hier für mich einfach so reinzuschreiben, worauf ich gerade Bock habe. Fernab von irgendeiner Werbe-Scheiße, die Klicks und damit Geld bringen soll. Und endlich auch mal wieder ohne Headline. Toll, dass ihr mitlest. Bis gleich. <3

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Aua Asphaltbruch

Ich schrieb neulich am Rande darüber, dass ich dabei wäre, einen Team-Tag vorzubereiten, was durchaus mit Stress verbunden war, mit dem einherging, dass hier weniger los war. Der Team-Tag fand nun am Freitag statt und lief so wie geplant und auch gut. Nach dem Feierabend wollte ich dann mit dem Rad sehr fix nach Hause, da hier Besuch von Lieblingsmenschen aus Wien auf mich wartete und die will man ja nicht lange warten lassen. Also Kette rechts und ab nach Hause. Das auf einer Fahrradstraße, die ich zwar kenne, aber leider nicht so gut wie meine Westentasche. Solche Wege verändern sich von Jahr zu Jahr und eigentlich weiß ich auch, dass man die erstmal eher entspannt fahren und checken sollte, was ich in diesem Jahr auf dieser Strecke noch nicht getan hatte.

Ich behaupte gerne, dass ein einziger Grund für den Kauf eines SUV die Radwege sind. Aber dann war es schon zu spät, ich habe einen sehr hohen Asphaltbruch erst bemerkt, als mein Vorderrad mit gut 30 km/h auf diesen traf, was für mich zur Folge hatte, über den Lenker absteigen und mit dem Kopf auf der Straße einschlagen zu müssen. Überall Blut, Schmerzen aus der Hölle und glücklicherweise sehr kompetenten Ersthelfer:innen, die mir einen guten Druckverband verpassten. Dann RTW, Notaufnahme, CT, Röntgen, Platzwunde über der linken Augenbraue geklebt und sehr viel Zeit im Krankenhaus verbracht.

Glücklicherweise ist mehr als die Platzwunde nebst blauem und angeschwollenem Auge, Schürfwunden, drölfhundert anderen blauen bis schwarzen Flecken und einer erst neuen kaputten Brille nichts geblieben, aber das alles in Summe tut doch ordentlich weh. Jedenfalls bin ich ob dessen jetzt erstmal eine Woche krank zu Hause. Dass es ein Wegeunfall war macht das alles nicht besser, ich hätte auf diese schmerzliche Erfahrung einfach ganz gerne verzichtet.

Notiz am Rande: die Ersthelferin, die dort wohnt, meinte zu mir, dass ich in den letzten vier Wochen jetzt schon der fünfte sei, den es an dieser Stelle vom Rad geholt hätte, was zeigt, welche Prioritäten diese Stadt für ihre Radwege pflegt.

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Bluesky

Da Twitter/X immer mehr zu einem unschöneren Ort verkommt, habe ich eine Einladung zu Bluesky angenommen und gucke mir das da jetzt mal an, bevor die ganzen Journalisten und Politiker da landen, wie es einst bei Twitter war und dort dafür sorgte, dass die ganze Kiste dann bergab lief: kfmw.bsky.social.
Invites habe ich bisher keine zu vergeben, aber das kommt sicher noch.

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17 Jahre


(Foto: GregMontani)

Bin die Tage eher zufällig drauf gekommen, dass ich heute vor 17 Jahren den ersten Beitrag in mein Blog schrieb. Da gibt es gar nicht so viel zu feiern, zumal das ja auch noch keine Volljährigkeit oder gar einen runden Geburtstag bedeutet. Eher so „Kinder, wie die Zeit vergeht“. Damals war ich noch keine 30 und Vater eines Kleinkindes, das sich gerade jetzt auf einem Roadtrip durch die USA befindet. Feiern, Zahlen, Anekdoten, von denen es im Kontext zum Blog mittlerweile dutzende gibt und diesdas machen machen wir dann zum 20. So lange halte ich noch durch. Bestimmt. Und weiter im Flow…

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Ich: in 20 Monaten 35 Kilo weniger

Man wird ja auch mal flexen dürfen. Auch dafür ist der Bums hier ja da.

Was ich in den letzten zwei Jahren geändert habe: mein Ess- und mein Bewegungsverhalten. Aktuell sitze ich mindestens 500 Kilometer im Monat auf dem Rad und fahre meistens sehr schnell, um viel zu verbrennen. Auch bei Minusgraden. Manchmal sitze ich hier abends immer noch mit einer Tafel Schokolade oder zwei Pfund Sahneeis. Dann muss ich halt am nächsten Tag noch mehr Kilometer machen. Eine eigentlich ganz einfache Rechnung: was rein geht, muss wieder raus. Oder etwas mehr. So halte ich das aktuell. Und das sehr konsequent.

Soll aber nichts heißen. Ich fand mich mit 35 Kilo mehr nicht weniger sexy, mein Herz schon und hat mir vor zwei Jahren mal eben einen Infarkt reingeballert, auf den ich gerne noch mindestens 10 Jahre hätte warten können und wollen. Hat’s nicht nach gefragt und mich dazu gezwungen, was zu ändern. Hab ich getan.

Ich bin da nicht stolz drauf oder wie das heißt. Aber freu‘ mich darüber, das so gemacht zu haben, weil es sich verdammt gut anfühlt. Das war es dazu auch schon.

Und damit wir uns hier nicht missverstehen: always sexy. No Pressure. Ganz wir ihr euch fühlt.

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Kurze Pause vorbei

Das ist kein Aprilscherz.

Dann gehst du in der Annahme einer Magenschleimhautentzündung zum Arzt und verlässt ein paar Tage später mit der Diagnose Herzinfarkt das Krankenhaus. So kann es gehen. So habe ich also auch das hinter mir, auch wenn ich darauf gerne noch 10 Jahre oder mehr hätte warten können. Dass es irgendwann mal dazu kommen könne, war mir aufgrund der familiären Gesundheitsgeschichte klar. Dass es jetzt schon soweit war, überraschte mich dann doch – und doch ist es überraschend okay für mich. Merke jetzt erst, wie beschissen es mir in den letzten Monaten hin und wieder ging, ohne das zu diesen Zeitpunkten einordnen zu können. Es war halt normal und ich dachte, das müsse wohl so. Nie an Blutdruck, Zucker, Cholesterin, Herzkranz-Gefäße oder ähnliches gedacht – zumindest nie konkret. Ein Fehler, wie sich nun rausstellte.

Ich ging, als in meinem Bewusstsein, gesunder Mensch zum Arzt und gehe nun nach einer Herzkatheteruntersuchung, einem eingesetzten Stent und mit jeder Menge Medikamente, die ich täglich nehmen muss, nach Hause. Aber immerhin habe ich die Möglichkeit, die Medikamente noch nehmen zu können. Es hätte auch ganz anders kommen können, wurde mir gesagt.

Diese „keine Zeit“ für einen Arztbesuch, die eigentlich immer auch eher die Angst vor einer Diagnose war, hätte ich mir als Zeit doch schon früher nehmen sollen, dann hätte ich mir das hier vielleicht ersparen können. Diese Schmerzen, diese Panik, diese Scheißangst. Jetzt muss ich regelmäßig. Jetzt muss ich mein Leben ändern – und das nicht nur ein bisschen. Und ich hab ein bisschen Schiss davor, das so tatsächlich auch konsequent auf die Reihe zu bekommen. Ich könnte anderes behaupten, aber das wäre dann gelogen.

Ein bisschen kürzer treten. Arbeit, Stress, Feierei. Von allem etwas weniger. Weniger von all den Sachen, die bisher soviel Spaß machten. Anders wird es wohl nicht gehen. Und ja, das wird mir nicht sonderlich leicht fallen. Aber ich werde mich bemühen, dem gerecht zu werden. Auch weil ich sehr, sehr gerne lebe und sehr gerne auch noch lange bleiben will, so denn das denn möglich ist. Als trage ich dazu bei, was ich dazu beitragen kann. Im Moment geht es mir wahnsinnig gut und ich will, dass das so bleibt. Das auch deshalb, weil mich ein tolles Team von Ärztin und Pflegekräften betreut hat – muss man ja auch mal sagen.

Was ich noch loswerden will: Bei all dem Hass, der im Netz um- und auch an mir nicht vorbeigeht, wurde mir in den letzten Tagen ausschließlich Liebes zu Teil. Es gab hunderte Kommentare, Nachrichten und Mails, die mir gute Besserung und Genesung wünschten. Hätte ich nicht gedacht – und das macht mich dankbar. Das ist außerordentlich toll. Danke dafür! Da fällt mir dann auf, dass hier ja tatsächlich noch viele Menschen mitlesen und ihr keine Bots seid.

Und geht mal hin und wieder ruhig zur Vorsorgeuntersuchung, auch wenn ihr dafür eigentlich „keine Zeit“ habt. Ich habe die jetzt regelmäßig.

Hier mache ich einfach da weiter, wo ich letzte Woche aufgehört habe. Mögt es oder nicht. Ist ja meins. ;)

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Kurze Pause

Es ging mir die letzten Tage nicht sonderlich gut. Gestern Abend so schlecht, dass ich einen Arzt konsultierte, der mich heute Morgen mit dem Verdacht auf Magenschleimhautentzündung in seine Praxis bat, um einige Tests zu machen.

Darauf folgten 3-4 verschiedene EKG, 6 Blutabnahmen und eine Einweisung ins Krankenhaus. Morgen früh erwartet mich eine Herzkatheteruntersuchung. Wer mich kennt, weiß wie schwer mir das alles fällt, aber es nützt nichts. Vielleicht kommt jetzt dieser „zweite Teil“ des Lebens. Der, in dem andere Sachen Spaß machen sollen.

Ich hoffe, das alles dauert nicht all zu lange und wird nichts allzu kompliziertes. Bleibt mir gewogen – ich melde mich.

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Was ich an meinem eigentlichen Job immer noch sehr liebe

(Ich im Alter meines heutigen Klientels. Das sieht heute besser aus, weil die geilere Kameras haben.)

[Eigentlich sollte das nur ein Tweet werden, der dann aber zu lang wurde, wobei ich einen Thread hätte draus machen müssen, was ich nicht wollte, denn ich habe da ja so ein Blog. Ne.]

All jene, die den Jugendtreff, in dem ich arbeite, besuchen, sind komplett und von Grund auf verschieden. Das ist nicht in allen Clubs so, war mir aber immer wichtig. Ich hab kein „Cliquen-Klientel“ derer, die eh immer zusammenhängen. Hatte und wollte ich nicht nie ausschließlich.

Da sind die Kids aus Syrien, die den Laden seit fünf Jahren fast täglich besuchen und mittlerweile deutscher sind, als alle um sie herum, was mitunter ziemlich anstrengend ist – für mich.

Da sind jene, die draußen „entwicklungsverzögert“ gelabelt und auf ihre Weise alle originell sind, was draußen leider anders und meistens nicht positiv wahrgenommen und dargestellt wird. Dort gelten sie als „gehandycapt“.

Da sind die „Coolen“, die Abitur haben oder gerade daran arbeiten, es zu kriegen, wobei viele von ihnen mit einem – im Verhältnis zu den anderen – goldenen Löffel im Arsch geboren wurden. Brands kaufen, reisen und es sich meistens besser gehen lassen, als die anderen es können. Jene, die ich in ihrem Alter verachtet habe und denen wir als Clique von Working Class-Kids auf ihrem Heimweg damals die Caps abgezogen haben.

Und da sind die leider viel der zu wenigen Mädels, die dort so sind, wie sie sein wollen. Sein können. Ohne Kompromisse eingehen und ohne sich erklären zu müssen.

Sie und mit mir wir treffen uns dort täglich. Reden, spielen, entwickeln Ideen, setzten Projekte um, lachen, streiten, dissen und gegenseitig und manchmal pöbeln wir uns voll. Alle miteinander. Manche gegeneinander.

Und dennoch lacht niemand irgendwen einfach nur mal so aus. Keiner versucht, sich über irgendwen anderen zu erheben. Alle lachen mit- und nicht übereinander.

Ich habe in den letzten 15 Jahren da ziemlich gute Kids erwischt. Vielleicht habe ich auch einfach nicht alles falsch und manches richtig gemacht. Weil ich in meiner Arbeit die Idee eines solchen Treffs grundlegend genau so verankern wollte, damals.

Heute war wieder einer dieser Samstage, an dem all diese jungen Menschen zusammenkamen. Ohne vorher zu wissen, dass sie heute so zusammenkommen würden. Anmeldungen für Derartiges waren das letzte Mal zu Zeiten der SMS verbindlich. Seit WhatsApp geht jegliche Verbindlichkeit sämtliche Bäche runter, aber damit muss man arbeiten. Der Zeitgeist verlangt danach. Ich bemühe mich.

Wir spielten ein Fifa-Turnier. Alle gegeneinander. Wir waren ernsthaft, wollten gewinnen. Wir lachten viel, kochten, sprachen, rauchten (zu viel), und kamen ganz wunderbar in ganz viele Gespräche. Wenig über- aber dafür viel miteinander. Alle.

Und so lange das so bleibt, liebe ich meinen Job und mache ihn gern. Das war ein toller Tag, Kids.

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Liebes Tagebuch,

sehr schönes Wochenende.

Gestern die Besten der Besten hier gehabt. Wintergegrillt. Es gab Schaschlik, russisch, also nur mit Fleisch. Von und am Feuer. Und Gurkensalat, russisch süß-sauer mit jeder Menge Dill. Das alte MacBook Pro aus dem Jahr 2009 ins Jahr 2019 geholt. Fürs Studio. Das nächste Woche kommende Dendemann Album in Dauerschleife gehört – und sich instant darin verliebt. Könnte schon jetzt zu den besten Alben des Jahres 2019 gehören. Viel getrunken, viel gesprochen, viel gelacht.

Jetzt Frikassee nach Oma. Und gebloggt wie vor 13 Jahren.

Ein Kommentar

13 Tage auf Brač

So. Nach 15 Tagen sind wir dann gestern wieder zu Hause angekommen. Gut 1500 Kilometer, die wir hin und zurück mit dem Auto hinter uns brachten, trennen uns nun von einem wundschönen Urlaubsort auf der kroatischen Insel Brač. Dort hatten wir im letzten Jahr schon ein paar Tage verbracht und währenddessen Internetfreunde besucht, die dort seit ein paar Jahren ihre Sommer verbringen. Sie haben diese charmante Ferienwohnung in dem kleinen, traumhaft schönen Ort Pučišća. Der machte uns beim letztjährigen Besuch so an, dass wir recht schnell entschieden dort auch gerne mal ein paar Tage verbringen zu wollen, was wir nun eben taten. Am Ende blieben wir 13 Tage – so lange wie wir noch nie zuvor an einem Ort urlaubten. Eigentlich bleiben wir seit jeher immer nur 3-4 Tage irgendwo und ziehen dann weiter. Für Pučišća planten wir 10 Tage und blieben ob der dort Ruhe verströmenden Atmosphäre doch noch etwas länger.

Auf dem Hinweg machten wir, wie in den letzten beiden Jahren auch schon, bei einem Freund nähe Graz halt, gingen gemeinsam wieder in einen der dort unzähligen Buschenschanken essen, tranken, redeten und fielen nach 10 Stunden Autofahrt ins Bett.

Am nächsten Morgen machten wir uns dann auf den Weg nach Brač, auf dem man durch durchaus karge, steinige und sehr heiße Landschaften Kroatiens fährt, wenn man Slowenien hinter sich gelassen hat. Das zieht sich mitunter. Von Split aus ging es dann mit der Autofähre rüber nach Supetar, dem größten Ort auf der kroatischen Insel Brač, wo wir im letzten Jahr ein paar Tage verbrachten. Runter von der Fähre, rauf auf den Parkplatz und erst mal ins Meer. Das Wasser so klar, wie ich es selten anderswo gesehen habe. Angekommen. Durchatmen. Sonne. Strand. Gin Tonic.

Von Supetar ging es dann im Sonnenuntergang noch mal 40 Minuten ins etwas abgelegene Pučišća, das nach zwei dutzend zu nehmenden Serpentinen aus dem Nichts aufzutauchen scheint. Ab vom Massentourismus liegt das Hafenstädtchen verschlafen in einer windstillen Bucht.

Überhaupt liegen viele der kleinen Städte auf Brac an wunderschönen Buchten. Weißer Kalkstein ziert die alten Fassaden und lässt einen schnell fühlen, dass man im Süden angekommen ist, wo unter alten Kiefern, Oliven- und Feigenbäumen immer etwas mehr Sommer als zu Hause ist.

Ich mag es sehr, auch im Urlaub nicht darauf zu verzichten kochen zu können und so war ich sehr froh, dass in der Ferienwohnung eine Gasgrillplatte zu Verfügung stand, an der ich mich austoben konnte.

Während ich mit Kind 2 endlich mal wieder Netflix guckte, waren die Frauen des Hauses im Stadion bei Hajduk Split. Was die halt so machen bei 35°C im Schatten.

Die Tage vergingen, wie immer im Urlaub, viel zu schnell, ich gewöhnte mich sehr daran, nicht viel mehr zu tun, als zu schlafen, zu baden, zu essen und zu trinken. Das Internet wurde mir von Tag zu Tag egaler, was ich so von mir eher gar nicht kenne. Die Tage und vor allem der ruhige Ort ließen mich förmlich runterfahren. Kurztrips ins überlaufene Bol oder in das noch überlaufenere Makaskar sorgten für nötige Abwechslung, auf die ich im Fall von Makaskar auch gern hätte verzichten können. Der vollste Strand, den ich in meinem ganzen Leben gesehen habe. Hilfe!

Anders als sonst hatten wir in all den Tagen nicht das Bedürfnis, noch irgendwo anders hinzuwollen. Lesen, entspannen, den Gott einen lieben Mann sein lassen hat uns völlig gereicht und das Gefühl einer echten Erholung aufkommen lassen. Mit einem Tränchen im Auge verabschiedeten wir uns am Dienstag früh von der Insel, nahmen ein letztes Bad im Meer, während wir auf unsere Fähre nach Split warteten, und machten uns auf den Weg nach München, wo Kind 2 sich eigentlich mit einer Internetbekanntschaft treffen wollte, was dann aber irgendwie ausfiel.

Wir nahmen uns vor, noch eine Nacht in Spittal an der Drau in Kärnten zu verbringen, um die Fahrt nach München nicht in einer Tour fahren zu müssen. Alles war gut und wir guter Dinge, bis die Frau des Hauses fragte, wo eigentlich ihr Personalausweis sei.

Eine gute Frage. Eine sehr gute Frage, die leider keiner zu beantworten wusste, was ein bisschen blöd ist, wenn man in den nächsten 24 Stunden vorhat, drei Grenzen zu überqueren. Also hielten wir auf irgendeiner Raststätte auf einem Gebirgspass, wo es keinen Schatten, dafür aber 37°C gab und nahmen auf der Suche nach dem Ausweis das komplette Auto so auseinander, wie man es von früheren Schikanekontrollen an der innerdeutschen Grenze aus Filmen und Berichten kennt. Kein Koffer blieb unausgeräumt, keine Tasche undurchwühlt. Den Ausweis fanden wir nicht. Doof. Immerhin aber wussten wir nach gut 45 Minuten, wie sich ein Spieß im Dönergrill wohl fühlen muss. Die Garstufe medium hatten wir locker erreicht.

Ich informierte mich darüber, was in einem solchen Fall der offiziell zu beschreitende Weg ist. Polizei, Verlustanzeige, Meldung bei der Deutschen Botschaft im Verlustland und von dort dann vorläufige Ersatzpapiere bekommen. Zagreb lag 300 Kilometer weit weg und wir hatten eigentlich beide nicht vor, da jetzt noch irgendwie durchs Land zu tüddeln, um neue Papiere zu besorgen. Also nahmen wir an, dass es mit ein wenig Gesprächswillen und einem Führerschein auch schon so irgendwie klappen würde, über die Grenzen zu kommen. Ist doch EU und alles. Was soll da schon schiefgehen? Die erste Kontrolle führte von Kroatien nach Slowenien und wir gingen beide davon aus, dass das der schwierigste Part werden würde.

Die Zollbeamten sprachen gutes Englisch und wir erklärten, dass wir erst just in diesem Moment festgestellt hatten, dass der Ausweis nicht da sei und fragten auf ganz blöd, ob es denn nicht auch der Führerschein täte. Wohl weißlich, dass dem eigentlich nicht so ist. Der kroatische Zollbeamte zögerte erst und belehrte uns dann darüber, wie wichtig es doch sei, seinen Ausweis immer dabei zu haben. Wir nickten und gaben ihm in allen Punkten allumfänglich Recht. Ich hätte auch genickt, wenn er mir gesagt hätte, dass die Welt eine Scheibe sei. Er winkte uns durch zu seinem slowenischen Kollegen, sprach kurz mit dem, woraufhin auch dieser anfing uns lange zu belehren. Wir nickten wieder brav und versprachen ihm, nie wieder ohne Ausweis an seiner Grenzkontrolle aufzutauchen. Er winkte uns durch. Puh. Geschafft.

An der österreichischen Grenze wurden wir wie fast alle PKW mit deutschem Kennzeichen einfach durch gewunken. Lediglich Autos mit Kennzeichen aus Süd- und Osteuropäischen Ländern wurden genauer geprüft.

In Spittal an der Drau checkten wir im Hotel ein, gingen mexikanisch essen, kurz noch in den Hotelpool und fielen in die besten Betten, in denen wir je geschlafen haben. Zum ersten Mal seit 14 Tagen bei unter 25°C. Traumhaft.

Und dann war der Urlaub auch schon vorbei. Die Sache mit dem Treffen in München zerschlug sich an dem Abend und wir traten auf direktem Weg die Heimreise an, auf der man uns auch an der Deutsch-Österreichischen einfach durchwinkte. Wir standen noch kurz knöcheltief im Chiemsee und sehr lang im Stau bei München. Nach gut 10 Stunden hieß es dann:

Wir haben uns selten so erholt, wie in diesem Urlaub. Einfach mal alles runterfahren, keine Kommentare lesen. Solltet ihr mal Ähnliches machen wollen und Kroatien anpeilen, fahrt nach Brac, meidet Supetar und Bol, sucht euch in einem der kleinen Örtchen ein Zimmer und tiefenentspannt mal. Ich kann mir nur schwer einen besseren Fleck dafür vorstellen.

Ich genieße jetzt noch die Resttage Urlaub und ab nächste Woche läuft die Kiste hier dann wieder nach Plan.

Randnotiz: fast alle der Fotos sind mit dem Huawei P20 Pro gemacht wurden und ich fasse es nur schwer, was Dingen für Fotos rausgibt. Holy moly.

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