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Schlagwort: ÖPNV

Der leise Kampf um ein Fenster im Bus

Man kennt das: es hat über 30°C im Bus und das Dingen ist miserabel bis gar nicht klimatisiert. Aus diesem Grund macht man ein bis alle Fenster auf. Sobald der Bus losfährt ruft irgendwer der älteren Herrschaften durch den Bus, „Machen sie mal das Fenster zu! Es zieht!“ Man ignoriert das, weil Zug ist immer noch besser als 67,4°C! Das Rufen wird lauter, man ignoriert es noch konsequenter. Irgendwann steht eine der älteren Herrschaften auf und schließt das Fenster.

Das es auch anders geht, zeigt dieses schöne Video, in dem der wohl leisesten Kampf um ein Fenster im Bus ausgetragen wird, den es je gegeben hat. Ausdauer haben die beiden und auch irgendwie die Ruhe weg. Wer den „Window War“ gewinnt bleibt am Ende offen, aber irgendwie sind ja beide zu ihrem Willen gekommen. Partiell.


(Direktlink)

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Alle Stationen der Moskauer Metro in einem Video

Ich war bisher nur einmal in Moskau. Für einen Tag. Ich hatte dort fürs Goethe-Institut Musik gespielt, die gänzlich unter CC-Lizenz veröffentlicht wurde. Das war kurz nach der Hochzeit der Netlabels und ich war für nur einen Tag in der Stadt, die mich trotz des kurzen Aufenthalts nachhaltig beeindruckt hatte. Mit der Metro zu fahren habe ich damals leider nicht geschafft, obwohl ich gerne wollte.

Alexander Goprov hat sich die Mühe gemacht und ist (fast) alle Stationen der Moskauer Metro abgefahren, um diese dabei filmisch festhalten zu können. Für 244 von 247 hat es gereicht. Dabei ist dieses Video entstanden.

Jörg hat das vor Jahren schon mit Ruhepuls in Berlin gemacht, wenn ich mich recht erinnere. Die beiden hatten allerdings keine Kamera dabei. Vielleicht wäre es für die Zwei mal wieder an der Zeit für eine Bahnrunde durch Berlin. Dann gerne auch mit Kamera. Ich würde mitfahren.


(Direktlink, via Blogbuzzter)

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Ein paar Rentnerinnen auf dem Weg durch Brandenburg

(Foto: Tama66)

Acht rüstige Berliner Rentnerinnen machen einen Ausflug zu einem Spargelhof im Berliner Umland. Davon gibt es dort südlich so einige. Ich arbeitete in der Nähe von einigen. Bevor die Damen am Potsdamer Hauptbahnhof in den Bus steigen, trinken sie eine Flasche Sekt aus auf von ihnen aufgeteilten Plastikbechern. Der Bus, der sie und mich zu ihrem und meinem Ziel bringen wird, fährt vor. Beim Einstieg ruft eine, „Ilse, wir gehen ganz nach hinten! Da fallen wir nicht auf!“ Sitzend öffnen sie noch eine Flasche Sekt und trinken diese aus Plastikbechern.

Sie kommen so ins Plaudern. Über Napoleon, dessen Truppen um die Ecke in Großbeeren endgültig geschlagen wurden. Über die Wälder Brandenburgs. Über die „Russen“, die „Amis“ und die „Franzosen“ in Berlin. Über Berlin und warum „Brandenburg ja auch ganz schön“ ist. „Ist ja gleich um die Ecke und der Weg nicht weit“. Das finden sie „schon schön“. Stellt sich raus, dass sie schon seit ein paar Jahren jeden Sommer mit ihrer Gang im Süden Berlins unterwegs sind, um Mittag und Kaffeegedeck auf irgendeinem der Erlebnishöfe verbringen zu können. Sie haben immer etwas Sekt dabei und genießen die im besten Fall sonnigen Sommertage. Sie lachen viel und necken sich.

„Renate, hast du gestern wieder Knoblauch gegessen?“, fragt eine, worauf Renate mit „ja“ antwortet. „Riecht man“, entgegnet die darauf die eine, „Zum Glück sitzt du da drüben!“ Allgemeines Gelächter setzt unter den Damen ein. „Na du bist mir eine!“, ruft die mitlachende Erwischte und fragt in die Runde, ob noch Sekt da sei.

Ich muss ein wenig schmunzeln und überlege, mich der unbeschwerten Gruppe anzuschließen. Die erste beginnt zu singen.

Kurz darauf mittellautes Gekicher und die Einsicht, „schon ziemlich beschwipst“ zu sein – „für diese Zeit, Renate!“ Vielleicht bleibe ich einfach bei ihnen, denke ich mir so. Als sie die nächste Flasche Sekt öffnen und der fragenden Busfahrerin erklären, dass sie genau wissen, wohin sie wollen würden und sie jetzt doch bitte endlich weiterfahren soll, steige ich aus. Auf dem von ihnen angepeilten Spargelhof war ich noch nie.

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Die Bundesregierung erwägt wohl kostenlosen öffentlichen Nahverkehr

(Foto: Tilgner)

Es gibt sie noch, die guten Nachrichten. Ich bin seit ewig ein großer Fan der Idee, ÖPNV kostenlos zugänglich zu machen. Nicht nur, weil ich ihn selber täglich nutze. In diese Idee kommt nun offenbar politischer Gestaltungswille – der sauberen Luft wegen. Also nicht nur, aber auch.

Keine Fahrscheine und keine Kontrollen mehr: Kostenloser öffentlicher Nahverkehr könnte in Deutschland Realität werden, denn die Bundesregierung muss ihre Maßnahmen für saubere Luft in den Städten deutlich ausweiten. Sonst droht eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof. Das soll unter anderem mit kostenlosem öffentlichen Nahverkehr verhindert werden.

[…]

Das soll vor allem die Zahl privater Fahrzeuge verringern. Außerdem sollen, wenn nötig, Städte bei der Einführung von Fahrverboten unterstützt werden, um die von Autos verursachte Umweltverschmutzung zu reduzieren. Allerdings sollen die Fahrverbote nur in ausgewiesenen Straßen gelten.

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Der große amerikanische Straßenbahnskandal

(Straßenbahn-Triebwagen der Pacific Electric Railway, gestapelt auf einem Schrottplatz, 1956, Quelle: Wikimedia)

Was ich bis heute auch noch nicht wusste: ab den 1930er bis in die 1960er hinein hat die amerikanische Automobilindustrie versucht, die öffentlich nutzbaren Straßenbahnen in den USA abzuschaffen. Und dabei waren die damit ziemlich erfolgreich.

Als Großer amerikanischer Straßenbahnskandal (englisch General Motors streetcar conspiracy) wird die systematische Zerstörung des auf der Straßenbahn basierenden öffentlichen Personennahverkehrs in 45 Städten der Vereinigten Staaten unter Führung des größten Automobilherstellers der USA, General Motors (GM), ab den 1930er bis in die 1960er Jahre bezeichnet. Die Verkehrsunternehmen wurden aufgekauft, um anschließend eine Stilllegung der Straßenbahnstrecken zu Gunsten des Automobilverkehrs zu erreichen, damit Fahrzeuge und Betriebsstoffe aus eigener Produktion abgesetzt werden konnten.

[…]

In den frühen 1900er Jahren begann der langjährige Präsident von General Motors, Alfred P. Sloan, mit der Umsetzung eines Plans zur Erhöhung der Autoverkäufe durch die Beseitigung der Straßenbahnen. Im Jahr 1922 gründete Sloan eine spezielle Abteilung bei GM, die unter anderem für die Aufgabe verantwortlich war, die elektrischen Bahnen durch Autos, Lastwagen und Busse zu ersetzen. Menschen, die dann keine Möglichkeit mehr hatten, Straßenbahnen zu benutzen, stiegen um auf Busse oder kauften und fuhren selbst ein Auto. Auch andere Automobilhersteller hatten solche Pläne.

(Danke, Ursel!)

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Es ist nicht verboten, mit einer gültigen Fahrkarte vor dem Kontrolleur wegzulaufen

Manchen Antworten gehen Fragen voraus, auf die man auch erst einmal kommen muss. So wie in diesem Fall hier, in dem der Anwalt Christian Solmecke gefragt wird, ob es denn erlaubt wäre, mit einem gültigen Ticket in der Tasche vor einem Fahrkartenkontrolleur wegzulaufen. „Ja“, meint der, kann man wohl machen. Ich bin zu alt für diesen Quatsch, aber vielleicht hat ja wer anders Lust auf neue Ufer der sportlichen Betätigung.


(Direktlink, via Urbanshit)

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