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Schlagwort: ÖPNV

Berlin bekommt ein 29-Euro-Ticket

(Foto: Morgengry)

Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) hat gestern entschieden, dass es dort von Oktober bis Dezember für das Tarifgebiet AB ein 29-Euro-Ticket geben wird. In Brandenburg ändert sich nichts. Vermutlich werden die ÖPNV Preise hier demnächst sogar ansteigen. Ich sag es mal so: Ein 29-Euro-Ticket ist ein Anfang, aber eben nur ein vorübergehender und nur für Berlin. Schön, aber nicht das, was ich als Nachfolge des 9-Euro-Tickets sehen wollte.

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Spanien führt 0-Euro-Bahnticket ein

(Foto: makamuki0)

Während hierzulande das Erfolgsmodel 9-Euro-Ticket wieder abgeschafft wird, führt man in Spanien kostenlose Monatskarten für Pendler ein. Finanziert durch eine Übergewinnsteuer, die hier von der FDP vehement abgelehnt wird. Wo kämen wir da denn auch hin?

Die Aktion läuft vorerst vom 1. September bis zum 31. Dezember.

Mittlerweile haben – so die Bahnverwaltung – über 300.000 einen kostenlosen Fahrschein erstanden. Es handelt sich dabei um Pendlertickets für eine festgelegte Bahnstrecke beziehungsweise Zone. Auf einigen Hochgeschwindigkeitsstrecken gibt es zudem Preisnachlässe von 50 Prozent. Das Ticket muss in den vier Monaten der Gültigkeit mindestens 16-mal genutzt werden, dann gibt es auch die 10 (Nahverkehr) oder 20 Euro (mittlere Strecken) Bearbeitungsgebühr zurück. Von 30 bis knapp 90 Euro kostet eine Monatskarte je nach Strecke normalerweise.

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Der 9-Euro-Fonds – fahren ohne Fahrschein

Heute ist Schluss mit lustig, aus meinem 9-Euro-Ticket wird wieder ein 99-Euro-Ticket. Oder aber ich zahle 9 Euro in den 9-Euro-Fonds und die übernehmen dann das erhöhte Beförderungsentgelt, falls ich ganz zufällig mal vergessen sollte, einen gültigen Fahrschein mitzunehmen. Kann ja mal passieren. Quasi als Versicherung. Gute Aktion, wobei mir ein tatsächliches 9-Euro-Ticket lieber wäre, aber das wird es wohl so nicht mehr geben.

Ab September kann jede:r für 9 € pro Monat Mitglied werden. Wirst Du bei einer Kontrolle ohne gültigen Fahrschein angetroffen, bezahlt Dir der Fonds das erhöhte Beförderungsentgelt. Du musst uns nur die Zahlungsaufforderung des jeweiligen Verkehrsunternehmens zusenden und wir überweisen das Entgelt für dich.

Achtung: Das Fahren ohne gültiges Ticket ist immer eine Straftat – auch, wenn das erhöhte Beförderungsentgelt im Anschluss bezahlt wird. Verkehrsbetriebe bringen die Straftat nach Zahlung nur bislang häufig nicht zur Anzeige. Darauf solltest du dich aber nie verlassen!

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Den zwei Männern, die im Mai eine Straßenbahn in Braunschweig gekapert hatten, droht erstmal keine Strafe

(Foto: Haraldmk)

Ihr erinnert euch an die beiden Tüpen, die im Mai in Braunschweig eine Straßenbahn gekapert haben und damit samt nichts ahnenden Fahrgästen durch die Stadt gefahren sind? Die Staatsanwaltschaft hat da jetzt mal drüber geguckt und bisher keine relevanten Rechtsverstöße feststellen können.

Gegen eine Straftat sprächen mehrere Gründe: Das Straßenbahndepot hatte keine Schranke und die Bahn war nicht verschlossen, sodass die Tat weder als Einbruch noch als Diebstahl gewertet werden könne.

Die Fahrt selbst sei auch nicht strafbar. Da in der Nacht wenig los war, handele es sich nicht um einen gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr. Für das Steuern einer Bahn brauche es zudem keine amtliche Erlaubnis, sagt Oberstaatsanwalt Christian Wolters.

Als Straftat bliebe noch der Hausfriedensbruch, doch dafür reiche das öffentliche Interesse nicht, so Wolters. Möglicherweise werden die beiden 23-Jährigen allerdings noch wegen „unberechtigter Personenbeförderung“ belangt. Dies gelte jedoch nicht als Straftat, sondern als Ordnungswidrigkeit. Das Bußgeld für die Tat könne bis zu 20.000 Euro betragen. Die Braunschweiger Verkehrsgesellschaft hat Beschwerde gegen die Entscheidung eingelegt.

Ich glaube ja nicht, dass die die so ohne alles aus all dem rauskommen lassen, bin aber auch deshalb bis dahin erstmal im „Team Straßenbahn kapern.“

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Kurz zum 9-Euro-Ticket

(Foto: jonasreichard)

In den meistens an Wochenenden jetzt schon überfüllten Regios orakeln die Zugbegleiter:innen seit Wochen, dass das mit den 9-Euro-Ticket noch sehr viel schlimmer werden würde. Die haben da nicht so richtig Bock drauf, was nicht am Ticket, sondern der infrastrukturellen Trägheit der Bahn liegt. Andere Taktungen müssten her, Fahrradwagons(!) und längere Züge, die viele Bahnhöfe gar nicht hergeben. Die Bahn wird das für die drei Monate nicht ändern. Auch weil die Bahn von Natur aus so träge ist, wie sie durch Unzuverlässigkeit zu glänzen weiß. Ich bin Fan dieses Tickets und werde es kaufen. Auch weil mich das im Monat gut 90 Euro weniger kosten wird. Sollte das in der Summe dafür sorgen, dass die Bahnen dann wirklich unangenehm voll sein werden, also so, dass das so gar keinen Spaß mehr macht, werde ich die zwei späteren Monate gänzlich auf meine Monatstickets verzichten und alles mit dem Rad fahren, was bei mir 20 Kilometer mehr am Tag bedeuten würde, was okay wäre, wobei ich mich zeitlich etwas umorientieren müsste, was der Grund dafür ist, dass ich überhaupt mit der Bahn pendele. Kostet mich dann 120 Euro weniger und erspart mir mit Gestressten überfüllte Regios. Und danach zahle ich die 120 wieder und bei der Bahn bleibt alles beim Alten. Das löst halt längerfristig keinerlei Probleme der flexibel möglichen Mobilität, was sehr schade ist.

Ich will natürlich hoffen, dass dieses Ticket dafür sorgt, dass sich grundsätzlich und vor allem nachhaltig infrastrukturell etwas zum Besseren ändern wird und würde das sehr feiern. Weil ich das für unbedingt notwendig halte. Doch wir alle wissen ja: die Hoffnung stirbt zuletzt – aber sie stirbt.

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Karte zeigt alle Orte, die man von einem ausgewählten Bahnhof direkt mit dem Zug erreichen kann

Kurzer und wie ich finde praktischer Reiseservice: auf direkt.bahn.guru kann man sich anzeigen lassen, welche Bahnverbindungen von einem ausgewählten Bahnhof direkt mit einem Zug benutzbar sind und an welches Ziel sie führen. Von Potsdam aus sähe das so aus. Da geht aus anderen Großstädten sicher mehr.

Aber ein anderer (Regional)Bahnhof, den ich mehrfach die Woche nutze, hat noch deutlich weniger zu bieten.


(via S@Kirst3nF)

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Zwei Männer kapern Straßenbahn und fahren damit durch Braunschweig

(Foto: Haraldmk)

Wahrscheinlich ein heimliches Träumchen von so einigen, sich einfach mal eine Straßenbahn zocken und damit durch die Innenstadt zu fahren. Zwei 23-Jährige haben genau das jetzt in Braunschweig gemacht und sind mit der Tram durch den gestrigen Morgen gefahren. Dabei nahmen sie auch Passagiere mit. Später flohen sie, ließen das Fahrzeug zurück und wurden später festgenommen. Es waren weder Drogen noch Alkohol im Spiel. Verkehrswende mal anders.

Die beiden jungen Männer hätten am frühen Donnerstagmorgen die Bahn aus einem Depot entwendet, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Dann seien sie zunächst in die Weststadt und von da zurück in die Innenstadt gefahren. Am Rathaus hielten sie an der Haltestelle, zwei Fahrgäste stiegen ein. Schon eine Haltestelle später stoppten sie, weil ihnen ein Wartungsfahrzeug entgegenkam. Die beiden Männer hätten dann die Straßenbahn zurückgelassen und seien geflohen, sagte der Sprecher. Zeugen hätten sie aber so gut beschrieben, dass sie später in der Nähe der Haltestelle festgenommen werden konnten.

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Automatenfehler sorgt dafür, dass Semestertickets in Erlangen und Nürnberg nur noch 2,07 Euro kosteten

Am Erlanger und Nürnberger Hauptbahnhof brach gestern kurzeitig Chaos aus, weil Automatenfehler dafür sorgten, dass die eigentlich 207 Euro teuren Semestertickets für schlappe 2,07 zu haben waren. 99 % Rabatt. Das sorgte für Schlangen von Studierenden, die mal eben davon profitieren wollten. Klar. Den Automaten ging nach kurzer Zeit das Bargeld aus, so dass nur noch mit Karte gezahlt werden konnte.

Laut VGN ist noch unklar, ob die Tickets trotz des Fehlers gültig bleiben. Der Fehler war laut dem Sprecher am Montag bemerkt und behoben worden. Man wisse aber noch nicht, wann er aufgetreten sei, auch die Ursache müsse noch ermittelt werden. Die billigen Fahrkarten habe es nur an Automaten der Deutschen Bahn und nicht an anderen Automaten oder online gegeben.

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Für drei Monate: Bundesregierung beschließt, den Preis von ÖPNV-Monatsmarken auf 9 Euro zu senken

(Foto: geraldfriedrich2)

Mir persönlich ist ja fast nichts egaler als die Benzinpreise, dass die Energiekosten aber generell ordentlich am steigen sind, bekomme auch ich mit. Die Bundesregierung hat sich deshalb heute auf Maßnahmen zur finanziellen Entlastung der Bürger verständigt. Für mich dabei eine echte Hammernachricht, die ich so nicht erwartet hätte: die ÖPNV-Monatsmarken sollen für alle und für drei Monate je 9 Euro kosten. Dazu sollen die Länder entsprechende Mittel bekommen. Wow!

Außerdem soll jeder mit einer Energiepreispauschale von 300 Euro über die Einkommensteuer entlastet werden, Empfänger von Sozialleistungen erhalten eine weitere Einmalzahlung, Familien bekommen einen einmaligen Kindergeldbonus in Höhe von 100 Euro, und ja, der Sprit wird wohl auch billiger.

Es ist natürlich nicht absehbar, was das am Ende längerfristig bringen wird, aber der Move mit den ÖPNV-Tickets könnte halt auch als Experiment dazu dienen, wie viele Menschen bei diesem Preis tatsächlich von ihrem Auto auf Bus und Bahn umsteigen. Denn wenn das spürbar viele machen sollten, ließe sich ja endlich mal an einer nachhaltigen Reform in diesem Bereich nachdenken, die in meinen Augen absolut überfällig ist.

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