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Wenn man „E-Scooter“ in Schlagzeilen durch „Autos“ ersetzen würde


(via Seitverteib.de)

Ich bleibe dabei – und bleibe dabei auch gerne streitbar: Autos raus aus den Innenstädten von Großstädten. Keiner braucht die da wirklich. Auch dann nicht, wenn die E-Scooter bisher keine „perfekte“ Öko-Bilanz mit sich bringen. Die sind halt immer noch besser als überpowerte SUVs in den Innenstädten. Weil: die Öko-Bilanz derer ist halt nicht mal annähernd ernstzunehmendes Argument der aktuellen Diskussion. Kann sich ficken gehen. Kann man mir erzählen, was man will.

Und natürlich nehme man da den Lieferverkehr und die Notwendigkeit derer für Menschen raus, die aus gesundheitlichen Gründen dadurch eingeschränkt wären, wenn sie sie dort nicht mehr mit ihrem Auto unterwegs sein könnten; ihr solltet da natürlich trotzdem mit dem Auto fahren sollen, weil genau das für euch notwendig ist. Und das sollte okay und kein Problem sein. Weil: wir hätten dann dort halt mal eben 9 von von 10 Autos weniger, die uns im Weg stehen würden. Und dagegen kann ja eigentlich kaum jemand was haben. Aber: alle anderen halt nicht. Konsequent. Ganz einfaches Ding, eigentlich.

Und über ländliche Normalität im Kontext ÖPNV können wir trotzdem gerne gesondert diskutieren. Klar – und zu Recht. Weil da fehlt es halt. Hart. Wirklich. Immer. Aber das rechtfertigt halt trotzdem keine Penisverlängerungen im Innenstadtverkehr. Nirgendwo. Finde ich.

17 Kommentare

  1. Julius29. August 2019 at 01:14

    Den ersten Teil (Autos raus aus Innenstädten) kann ich ja total verstehen und sehe ich sogar genauso.
    Warum deiner Meinung nach E-Scooter die Lösung sein sollen check ich dagegen gar nicht.
    Die Dinger haben halt wirklich ne beschissene Ökobilanz, sind sau unsicher, teuer und obendrein stillos. Und bist du damit mal mehr als 3 km gefahren? Das einzige wirkliche Einsatzgebiet der Teile liegt in dem Bereich in dem man normalerweise zu Fuß geht.

    Den besseren E-Scooter gibt es schon und der heißt Fahrrad. Und für die faulen meinetwegen auch E-Bikes.

    • achsoja29. August 2019 at 02:06

      true

    • Lennart29. August 2019 at 08:12

      Wollte ich auch schreiben, leider werden durch die E-Scooter keine Autofahrten in der Stadt ersetzt und ich denke genau das ist der springende Punkt wenn man autofreie Städte möchte.

    • Antje Faber29. August 2019 at 11:19

      Oh ja. Mit dem Fahrrad haben wir schon das perfekte Transportmittel für Stadtbereiche, ich weiß nicht, warum E-Scooter das schon längst gelöste Problem lösen sollen.
      Du willst nur den letzten Kilometer zur Arbeit nicht laufen? Bäm, Leihfahrrad.
      Du willst Dinge transportieren? Bäm, Lastenrad, auch leihweise. Oder Anhänger.
      Du willst Kinder transportieren? Bäm, Anhänger. Oder Lastenrad, auch leihweise. Oder eigenes Rad für die Kinder.
      Du willst einfach nur zur Arbeit oder sonstwohin fahren? Bäm, Fahrrad.
      Du willst einfach nur zur Arbeit oder sonstwohin fahren, aber es ist zu weit? Bäm, E-Bike.

      • Donngal30. August 2019 at 14:47

        Was mir fehlt ist die Möglichkeit einfach ein Fahrrd per App zu entsperren und loszufahren. Das hab ich mit den E-Scootern zur Zeit. Der gleiche Service mit E-Bikes und ich wär sofort dabei.

        • Haarig30. August 2019 at 15:17

          Also bei uns an der Uni hat der AStA ausgehandelt, dass wir diese DB-Bikes nutzen können. Das geht ganz einfach per App zu entsperren. Sind keine E-Bikes aber solide Fahrräder.

    • Max29. August 2019 at 12:01

      „Warum deiner Meinung nach E-Scooter die Lösung sein sollen…“

      Schreibt er auch nirgends.

      • Julius29. August 2019 at 17:47

        “ Die sind halt immer noch besser als überpowerte SUVs in den Innenstädten.“
        Damit vergleicht er E-Scooter mit SUVs und stellt diese als bessere Alternative dar. Auch die restlichen Aussagen (genau wie in dem post letze woche oder so) folgen dieser Denke.

        Nur weil etwas nicht wortwörtlich im Text steht, heißt das nicht, dass die Aussage nicht trotzdem getätigt wird.

        • Ronny29. August 2019 at 20:29

          Ähm, alles ist besser als überpowerte SUVs in Innenstädten. Selbst Rollatoren sind das. Und E-Scooter sind halt nicht das eigentliche Problem, sollen von mir aus auch gar keine Alternative zu einem Auto sein. Verstehe die vermeintliche Kritik an dem Argument auch gar nicht. Von mir aus können wir auch Autos und E-Scooter aus den Innenstädten verbannen. Kann ich auch gut mit leben.

  2. Nappel229. August 2019 at 12:12

    Solche Forderungen nutzen nur der AFD

  3. sld29. August 2019 at 16:53

    AFDler trinken Milch. Ich trinke jetzt keine mehr.

  4. Nacho29. August 2019 at 20:41

    Also ich nutze die Scooter jetzt in der Innenstadt (Großstadt), statt mit dem Auto zu fahren. Komme mit der S-Bahn hin und fahre dann meist mehrere Termine hintereinander an. Die Scooter sind billiger als die Parkgebühren, die ich sonst bezahle. Vorgestern bin ich mit nem Kumpel 4 km Scooter gefahren statt Taxi. War schön, leise durch die laue Nacht zu rollen. Und billiger warˋs auch wieder.

  5. Johann30. August 2019 at 08:34

    An dem, was Du über Autos sagst, ist ja grundsätzlich nichts falsch. Aber die berechtigte Kritik an Autos so neben die Kritik an E-Rollern zu stellen, kommt mir vor wie ein whataboutism. Jemand sagt „E-Roller sind scheiße“ und Du sagst „Ja, aber Autos sind noch viel schlimmer“. Das ist zwar richtig, ändert aber auch nichts an der Richtigkeit der ersten Aussage. Was mich an den Dingern persönlich so nervt ist, dass mal wieder jemand versucht, mehr Konsum als Lösung für ein Problem zu verkaufen, das durch zu viel Konsum verursacht wurde. Und wenn die Dinger so gut wie keinen Autoverkehr ersetzen (wonach es aktuell aussieht), dann sind sie halt nur ein zusätzliches ökologisches und städteplanerisches Problem. Da möchte ich die grüne PR der Verleiher einfach nicht unwidersprochen lassen.

    Aber trotzdem hat das Ganze den positiven Nebeneffekt, dass wieder mehr über autofreie Innenstädte diskutiert wird, was mich freut. In meiner Heimatstadt ist heute wieder Critical Mass und ich werde endlich mal mitfahren.

  6. Fritz30. August 2019 at 14:27

    Ich glaub der Witz, unter dem hier grad ne launische aber wichtige Diskussion geführt wird, geht um was ganz anderes.
    Einfach mal die ganze Phantasie zusammen nehmen und sich Städte ohne Autos vorstellen und dann kommen da auf einmal diese Blechkisten an und produzieren diese Schalgzeilen. Ich find solche Gedankenspiele lustig und gut.
    Funktioniert einfach, genau wie : „stell dir vor, Alkohol wäre dieses Jahr erst auf den Markt gekommen“

  7. m1. September 2019 at 10:18

    Das idiotische ist doch, das wir uns gegenseitig mit vermeintlich moralischer Überlegenheit Dinge an den Kopf werfen, wie man es besser machen könnte und wer jetzt alles falsch liegt. Während am Ende einfach gar nichts unternommen wird.
    Was die denkbar schlechteste Lösung für uns alle ist.
    Solange die Politik es aber den Bürgern überlässt sich Umweltschonend zu verhalten und nicht regulierend eingreift, wird sich auch nichts im großen Maßstab verändern.
    Gesunder Menschenverstand ist seltener anzutreffen als man es vermuten möchte.

  8. Harry4. September 2019 at 16:49

    Wären die Autos aus der Stadt raus, hätten wir so unfassbar geile, breite Radwege (ehemals für Autos verschwendete Straßen), dass da mehr als genug Platz für Radfahrer und eScooter wäre, ohne dass eine von beiden Gruppen mit den Fußgängern in Konflikt geraten würde.
    Man sieht also, dass an den Problemen mit Rad und eScooter im Grunde nur die Autos schuld sind.
    Und an vielen anderen Problemen auch.
    Entfernt man die Autos, wird es für alle besser.

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