Die russische Journalistin Marina Ovsyannikova hat gestern Abend während einer live ausgestrahlten Nachrichtensendung ein Plakat mit der Forderung nach Frieden in der Ukraine in die Kamera gehalten.
»Stoppt den Krieg. Glaubt der Propaganda nicht. Hier werdet ihr belogen« hoch. Dazu rief sie mehrmals laut: »Nein zum Krieg, Nein zum Krieg, Nein zum Krieg!« Anschließend brach die Übertragung ab und es wurden Bilder aus einem Krankenhaus gezeigt.
Das ist beeindruckend mutig. Anwälte konnten Marina Ovsyannikova bisher nicht ausfindig machen, ihren drohen bis zu 15 Jahre Haft.
2020 erschien mit „Too Much Future – Punkrock GDR 1980-1989“ ein Sampler, der Punksongs aus jener Zeit zusammenbrachte, die bis dahin mitunter noch nie veröffentlicht wurden. Henryk Gericke, einst selber Punk in Ostberlin und Kenner der Szene in der DDR, hat zu der 3xLP ein 80-seitiges Booklet gemacht und war zur Veröffentlichung des Samplers beim Deutschlandfunk Kultur zu Gast, hat über seine persönlichen Erinnerungen und die Musik gesprochen. Ein wirklich spannendes Gespräch, wie ich finde. Und allerhand Punksongs aus der DDR der 1980er Jahre gibt es auch.
Wie groß war die Szene? Wie lebten Punks in der DDR? Wo und wie gaben sie Konzerte? Wie klang ihre Musik? Welchen Schikanen durch die Staatssicherheit waren sie ausgesetzt? Eine Compilation aus drei Vinyl-Schallplatten und ein 80-seitiges Booklet, erschienen in diesem Herbst und geben Auskunft. Henryk Gericke gehörte damals dazu, zu den Punks in der DDR, und er ist Autor des Booklets.
Gericke sprach mit dem Musikjournalisten und DJ Thomas Thyssen, der zur jüngeren Generation gehört und aus Westdeutschland stammt:
Der Tumult, den die Punks in der DDR provozierten, forderte einen Disziplinarstaat heraus, der seine Jugend steuern wollte, von dem sich aber die Punkrocker nicht lenken ließen. Das aufgeladene Verhältnis zwischen dne Punks und der Partei beruhte auf der Spannung zwischen Subkultur und Diktatur.
Starke Aktion von 70 Künstlern auf der Rahmedetalbrücke bei Lüdenscheid.
Es herrscht Krieg in Europa. Millionen Menschen verlieren ihre Heimat und ihr Zuhause. Zu viele von ihnen auch ihr Leben. Die Pandemie hinterlässt eine zutiefst gespaltene Gesellschaft, in der die Stimmen von Faschisten und Demokratiefeinden immer lauter werden. Und in unserer Region sind nahezu alle Unternehmen und unzählige Menschen durch die gesperrte Rahmedetalbrücke in ihrer Existenz bedroht. Ein 70-köpfiges Künstlerkollektiv setzt nun ein Zeichen, und verwandelt besagte Brücke in Zeiten der Spaltung und des Hasses in ein Monument des Zusammenhalts. Entstanden ist eine der größten Street-Art-Installationen der Welt — auf einer Fläche von über 6000 qm, mit einer Länge von rund 300 m und in einer Höhe von 70 m. Gegen Krieg, gegen Spaltung und für ein Miteinander: Lasst uns Brücken bauen. Peace.
Ich war gestern auf ein Glas Wein bei einem Freund, wir saßen in der Küche und redeten. Auch über das, was gerade in der Ukraine passiert. Ich bin da wahrlich alles andere als ein Experte, halte Krieg allerdings generell für die beschissenste aller Möglichkeiten. Ich sagte ihm, dass ich nicht glaube, dass Putin die Ukraine überfallen würde. Ich halte ihn für durchgeknallt, aber für so durchgeknallt halte ich ihn nicht. Heute Morgen wurde ich eines Besseren belehrt; Russland hat die Ukraine angegriffen. Es gab Tote, Verletzte, ängstige Menschen, die sich in U-Bahnhöfen sammelten. Staus, die Autos von Menschen zeigen, die aus ihren Städten flüchten. Fotos von Menschen in Schützengräben und rollenden Panzern. Wie gesagt, ich habe nicht daran geglaubt.
Der Freund meinte, dass er die Umstände für besorgniserregend halte und sogar Angst hätte, dass dieser Krieg deutlich größer, wenn nicht sogar international werden könnte. Ich verneinte das, weil ich eben dachte, dass es diesen Krieg so tatsächlich nicht geben würde. Jetzt ist er da und ich bin fassungslos. Auch weil davon auszugehen ist, dass der so schnell nicht enden wird – und ich befürchte, dass das wie auch immer gelagerte Konsequenzen nach sich ziehen könnte, die uns alle betreffen könnten. Und ich meine wahrlich keine guten.
Ich habe zu wenig Ahnung von diesem wahrscheinlich komplexen Thema, weshalb ich auch keine abschließende Meinung darüber habe, wer da jetzt die „Guten“ und wer die „Bösen“ sind, aber ich bin mit dem Bewusstsein aufgewachsen, das Krieg einfach immer falsch sein muss. Weil Menschen dabei sterben werden, Menschen zur Flucht zwingt, ganze Leben zerreißt. Russland hat der Ukraine heute einen flächendeckenden Angriffskrieg aufgezwungen. In meinen Augen ist da erst mal recht eindeutig, wer da auf der Seite der Arschlöcher steht.
In Norditalien hat man die mumifizierte Leiche einer 70-Jährigen in deren Wohnung gefunden. Sie saß da seit 2019 an ihrem Küchentisch, hatte keine Verwandten, keine Freunde, die nach ihr gefragt hatten. Die Nachbarn gingen davon aus, dass die Dame wegen Corona – diesdas – umgezogen sei. War sie nicht. Sie hat ihr Haus vor ein paar Jahren an einen Schweizer verkauft, aber lebenslanges Wohnrecht behalten. Der Käufer hat sich offenbar nicht so gut um das Haus gekümmert und erst mal nachgefragt, als irgendwelche umgestürzte Bäume auf dem von ihm gekauften und jetzt seinem Grundstück irgendwie auffällig wurden.
Ich weiß; wir haben alle viel zu tun und struggeln eh jeden Tag mit uns und unserem Leben, aber wenn ihr das irgendwie packen könnt, guckt mal hin und wieder nach euren Nachbarn. Mein ich nur mal so.
Als ich am Sonntag las, das in Berlin eine 17-Jährige wegen eines fehlenden Mund-Nasen-Schutzes von sechs Erwachsenen krankenhausreif geprügelt wurde, dachte ich so: „Mein Gott, mir gehen die Maskenverweigerer ja auch auf den Sack, aber die junge Frau ist 17 – und auch ich habe meine Maske schon mal vergessen. Das darf doch nicht wahr sein!“
Die junge Frau, die mit Hirnschädeltrauma, Bauchtrauma und weiteren Verletzungen im Krankenhaus behandelt wurde und dort immer noch verweilt stellt die Situation jetzt gänzlich anders dar. Demnach nämlich waren die sie Angreifenden Menschen ohne Maske und mit rassistischen Motiven. Dazu hat sie einen Insta-Beitrag veröffentlicht.
Mal wieder ein Beispiel dafür, was passiert, wenn Medien ungeprüft irgendwelche Pressemitteilungen übernehmen. Mal gucken, ob die ihre Sicht der Dinge jetzt noch nachschieben.
In Essen hat ein SEK fälschlicherweise die Wohnung eines 28-jährigen Students gestürmt. Der war allerdings die falsche Zielperson. Diese wohnte ein Stockwerk tiefer.
Die Ermittler brachen die Wohnungstür auf, zündeten einen sogenannten „Irritationskörper“ – der laut knallt – und fanden den vermeintlichen Tatverdächtigen in seinem Bett. Sie fesselten ihn, brachten ihn zu Boden.
Nach seinen Aussagen wurde ihm eine Waffe einen Kopf gehalten, was die Polizei bestreitet.
Als Wiedergutmachung hatte der SEK-Leiter dem Studenten dann einen Amazon-Gutschein in Höhe von 50 Euro geschenkt und gedacht, die Sache sei damit erledigt. War sie aber nicht, der Student ging zu einem Anwalt. Der fordert nun ein Schmerzensgeld in fünfstelliger Höhe.
Zugabe:
Der eigentliche Tatverdächtige wurde übrigens beim gleichen Einsatz erwischt, kam aber schnell wieder frei, weil – so die Polizei – in der Wohnung des Verdächtigen keinerlei Beweismittel gefunden werden konnten.
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