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Kategorie: Kopfkinomusik

Mama stolz auf K.I.Z.

Die BILD-„Zeitung“ hat sich heute an K.I.Z. abzuarbeiten versucht und dazu ihren Auftritt beim #wirsindmehr als Anlass genommen. Ich habe nur die Headline irgendwo gelesen und nicht darauf geklickt, weil auf die BILD klicken muss ja nun nicht sein. Wie ich jetzt aber sehen kann, vermelden die Jungs von K.I.Z., dass „Mama stolz“ ist.

Und klar, wenn die BILD gegen dich frontent, hast du irgendwas richtig gemacht.

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Tycho – Waypoint (Burning Man Sunrise Set 2018)

Das fast schon traditionelle Burning Man Sunrise Set des großartigen Tycho, der es dort auch in diesem Jahr wieder durch die Wüste schickte.


(Direktlink)

Tracklist:
Fila Brazillia – A Zed And Two L’s
King Of Woolworths – Bakerloo (Main Titles)
Squarepusher – Iambic 5 Poetry
DJ Krust – Soul In Motion
Aphex Twin – IZ-US
Tycho – Adrift
PFM – One & Only
Art Feynman – Slow Down
Weval – Thinking Of
Glue70 – Til You Say
Com Truise – Flightwave
Melanie De Biasio – Afro Blue
James Holden – 10101
Voyage – Dynamic
Weval – It’ll Be Just Fine
Roman Flügel – 9 Years (DJ Koze Remix)
Jon Hopkins – Emerald Rush

<<< Sunrise >>>

Pluko – l o v e
Aleksandir – Yamaha
Chrome Sparks – Moonraker
Kölsch & Tiga – HAL
Bicep – Glue Original Mix
Chrome Sparks – All There Is
Tycho – Awake

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Gestern in Chemnitz

Es wäre naiv, zu glauben, dass dieser Abend gestern in Chemnitz die Verhältnisse umkehren wird. Das aber war auch der Anspruch nicht. Es wäre ebenso naiv, zu glauben, dass sich dort 65.000 Menschen versammelt haben, die sich per se als Antifaschisten sehen würden. Aber auch das war der Anspruch nicht. In den letzten Wochen wurde viel darüber geschrieben, dass sich endlich die „Zivilgesellschaft“ auf der Straße positionieren müsste. Dort hat sie es gestern – zumindest in Teilen – getan, so mein Eindruck des gestrigen Abends. Dass sich viele Konservative davon jetzt immer noch distanzieren, überrascht wenig. Nur von denen kommt halt auch so mal gar nichts, was sich gegen Rechtsradikale auf die Straße stellt, um denen zu zeigen, dass sie dort nicht erwünscht sind. Also so wirklich gar nichts, außer dass sie über „den Antifaschismus“ diskutieren wollen, denen sie in großen Teilen offenbar ablehnen. Als wäre es nicht das Normalste der Welt, Faschismus in all seinen Formen abzulehnen. Da wird dann über Deutungshoheit geschwurbelt und versucht Rechts und Links gleichzusetzen, so dass sich die Hufeisen in ganz Sachsen von alleine biegen.

Da wird Steinmeier kritisiert, der auf ein Konzert gegen den Rechtsruck hinweist, weil dort eine Band spielt, der vor Jahren im Verfassungsschutzbericht Mecklenburg Vorpommerns mal mehr Platz als dem damals dort mordenden NSU und allen rechten Umtrieben in jenem Bundesland eingeräumt wurde. Man muss allerdings feststellen, dass diese Band in den letzten Jahren mehr Arbeit gegen Nazis geleistet hat, als vermutlich alle konservativen Politiker zusammen. Weil hier es hier schon immer wichtiger war, mal zu machen, anstatt immer nur viel zu erzählen. Und das tun die Jungs. Sie geben die guten Leuten das Gefühl, nicht alleine dazustehen. Und ich kenne das Gefühl, ich habe es in den 90ern selber so in Brandenburg erlebt. Nur gab es damals kaum welche, die dieses Gefühl vermitteln konnten. Meistens standen wir alleine da – da hat kaum jemand versucht, uns vor den aufkeimenden Nazis zu schützen. Die Politik und auch die Polizei nicht.

Man muss das Konzept dieser Art von Aktivismus nicht gut finden, ich halte die Kritik darum für berechtigt und kann sie nachvollziehen, bin in dem Fall allerdings doch ganz klar für die Unterstützung dieser oder gerne auch folgender Aktionen. Weil ich sie gerade jetzt für verdammt wichtig empfinde. Auch weil man eben den Arschlöchern zeigt, dass denen eben nicht die Straßen einer Stadt gehören – und sei es erst mal nur für einen Abend. Und ja, dazu gehört auch, dass am Ende gut 50.000 Leute „Alerta, altera, Antifascista!“ durch die Innenstadt skandieren, so dass es hoffentlich jeder dort gehört hat. Weil Antifaschismus gesellschaftlicher Konsens sein muss – und der sollte hörbar sein. Hoffentlich mehr als nur das.

Klar, wird dieser Abend nicht alles zum Besseren ändern, aber er setzt Zeichen. Wichtige Zeichen, in diesen dunklen Zeiten und gibt Hoffnung, dass eben doch noch nicht alles komplett im Arsch ist. Und wenn von diesen 65.000 Menschen nur ein Zehntel etwas mehr als nur einen „geilen Abend“ mit nach Hause nimmt, wurde was erreicht. Sei es erstmal nur das Bewusstsein, dass keiner irgendwo alleine stehen muss, wenn man sich organisiert. Immer. Und na klar, wird Pegida nächsten Montag nicht durch 7000 Gegendemonstranten in Dresden gestoppt werden, so sehr ich mir das wünschen würde. Wichtig aber ist, dass man an diese Leute denkt und sie unterstützt, soweit man kann, auch wenn man nicht dort sein kann. Und, und das vor allem, dass man sich dagegen wert, dass Protest gegen Nazis immer und immer wieder kriminalisiert wird. Das nämlich tun gerade Konservative, gerade in Sachsen außerordentlich gerne.

Im besten Fall fangen ein paar der jungen Menschen, die ich dort gestern gesehen habe, sich irgendwie an politisch nachhaltig zu engagieren. Dann bleibt der Abend mehr als nur ein „geiler“.

Hier der solche Abend als Mittschnitt.


(Direktlink)

Und den Leuten, die der AfD-Propaganda von wegen „auf Gräbern tanzen“ auf den Leim gegangen sind: das hätte dort gestern nicht stattgefunden, wenn die, die dort vorgaben, trauern zu wollen, nicht abhitlernd durch die Straßen gezogen wären. Nicht auf Migranten, migrantisch aussehende Menschen, Journalisten und Linke losgegangen wären. Es war eine Reaktion auf genau das, was dort eine Woche vorher an Menschenhass durch die Straße getragen wurde, weil irgendwelche Arschlöcher, ganz gleich vorher die kamen, einen Menschen aus dem Leben gerissen haben, was dann keiner so derartig schnell instrumentalisierte wie eben die AfD. So.

Und jetzt weiter den Arsch hoch!

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Janina – Im Regen geboren

Als ich Janina dieses Lied vor ein paar Jahren beim Open Air der hedonistischen Internationale singen hörte, verliebte ich mich instant in dieses. Auch als Brandenburger. Mittlerweile hat es ihre musikalische Liebeserklärung an Hamburg auf ihre Platte und nun auch auf Soundcloud geschafft.

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Casper und Marteria, Feine Sahne, Kraftklub, die Hosen und mehr am nächsten Montag für umme in Chemnitz

Das Line Up hat sich mittlerweile deutlich erweitert. Mit Dabei:

Die Toten Hosen
Feine Sahne Fischfilet
K.I.Z.
KRAFTKLUB
Marteria & CASPER
Nura030 (SXTN)
TRETTMANN

Zwischendurch und vorne weg: DJ Ron & DJ Shusta

Casper und Marteria haben angekündigt, nächsten Montag kostenlos dort zu spielen, wo am letzten Montag noch die menschenverachtenden Arschlöcher demonstrierten: vor dem Karl-Marx-Monument in Chemnitz. Wer dort in der Nähe ist oder auch einen längeren Weg auf sich nehmen möchte, bitte schön.

https://twitter.com/CASPERxOFFICIAL/status/1034478270635548672

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Doku: Debbie Harry – Atomic Blondie

Sehenswerte Doku über die Punk/Pop-Ikone der 70er und 80er Jahre.

Lange vor Madonna und Lady Gaga gab es Debbie Harry, die sinnliche Blondie-Sängerin mit ihrem bekennend aggressiven Pop. Die Stilikone steht bis heute für Coolness an der Grenze zwischen Punk, Rap und Rock. Porträt einer jungen Frau aus New Jersey, die sich aus Langeweile ins New Yorker Nachtleben stürzte und Popgeschichte schrieb.
Deborah Ann „Debbie“ Harry wurde 1945 als Angela Tremble in Miami geboren. Mit Gitarrist Chris Stein gründete die Sängerin die Band Blondie. Mit „French Kissin‘ in the USA“ hatte sie einen Solohit. Mit Hits wie „Heart of Glass“ oder „One Way or Another“ stürmten Blondie in den 70er und 80er Jahren weltweit die Hitparaden. Die Frontfrau von Blondie mit dem unterkühlten New-Wave-Sexappeal wurde zur unsterblichen Ikone der Cool-Attitude, typisch für ihre Musik ist der Genre-Mix aus Punk, Rock, Disco und Rap. Der Film zeichnet das hautnahe Porträt eines wohlerzogenen Mädchens aus New Jersey, das der Langeweile der Kleinstadt entflieht, um sich der New Yorker Undergroundszene anzuschließen – und dabei die Musikgeschichte nachhaltig prägte.

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