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Kategorie: Nur mal so

Download: Entertainment For The Braindead – run! (Das Kraftfuttermischwerk Remix)

Oder kurz: EFTB – run! (KFMW Remix)

Selten hatte ich soviel Freude bei einem Remix den wir gemacht haben. Auch wenn es in diesem Fall mitunter etwas umständlich und für mich langatmig war, den zu machen. Das aber stört mich jetzt kein bisschen mehr, denn egal wie oft ich ihn jetzt höre, ich finde ihn immer noch sehr gut, was bei unseren Sounds nicht immer der Fall ist.

Ich bin schwerstens angetan von dem, was Julia an Musik aufnimmt. Deshalb sage ich hiermit einfach mal Danke für diese immer noch durch und durch wundervolle Platte, die auch ohne unsere Elektronik ein wahrer Ohrenschmaus ist und von der „run!“ nach wie vor der mir liebste Song ist. Trotz oder gerade wegen dem einnehmenden Rauschen.

Den Remix gibt es nicht nur hier, sondern neben anderen Remixen auch auf aaahh Records, die etwas schneller waren.

Hören:
[audio:https://www.kraftfuttermischwerk.de/stuff/run!%20(Das%20Kraftfuttermischwerk%20Remix)192.mp3]

Download:
Entertainment For The Braindead – run! (Das Kraftfuttermischwerk Remix)
(3.53 minutes | 320 kbit/s Mp3 | 8.8 MB)

Das ganze geht raus unter CC-Lizenz by-nc-sa/3.0/. Deshalb laden, kopieren und verbreiten was das Zeug hält.

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Mein Fusion 2009

Ich will es kurz machen: für mich war es das unaufregendste Fusion Festival seit 11 Jahren. Nachdem ich im letzten Jahr pausiert hatte, hatte ich im Vorfeld zur diesjährigen schon das Gefühl, dass mich das nicht mehr ganz so kicken würde. So war es dann auch. Das ist mir alles definitiv too much. Schade irgendwie. Ich hätte mir nicht träumen lassen, dass es dazu mal kommen würde, aber das ist nicht mehr meins.

Ich verstehe alle, die immer noch völlig geflasht sind, wenn sie dort nach einem Wochenende der Quasi-Selbstbestimmung nach Hause kommen. Ich wünsche allen, die da waren, ein fettes Festival gehabt zu haben. Ich glaube immer noch, dass es das beste Festival ist, was man sich in Deutschland wünschen und auch feiern kann. Aber ich brauche das in dieser Form nicht mehr. Manchmal ist weniger einfach mehr. Und weniger hätte ich mir in diesem Jahr gewünscht. Viel weniger.

Ich komme auf 5 echte Highlights, die natürlich schwer subjektiv gefärbt sind, im Vergleich zum umwerfenden Angebot dennoch ziemlich wenig mager, wie ich finde. Rico Loop, hat mir nach dem eiskalten Bad im Dorfteich den Sonntag gerettet, Gandalf hat mich auf dem Trancefloor schön in die letzten Jahre geschossen und fliegen lassen. Die Chachangas an der Seebühne waren das beste, was ich lange gegessen habe und das eigens gebaute Soundsystem auf der Rootsbase war eine absolute Killer-PA. Sowas habe ich vorher noch niemals gehört. Und das war es dann schon.

Wehmut beschleicht mich bei dem Gedanken, aber es war das für mich letzte Fusion Festival, dass ich als Gast im ganzen besucht habe. Schade, aber so ist das wohl.

Hier dennoch der wundervolle Bilder Pool auf Flickr.

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Bossa Klänge, Sekt auf Eis, Feuer und hunderte Wunderbare Menschen. Vielleicht der schönste Platz der der Welt, die Dub Station.

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Die meisten meiner Schüler interessieren sich nicht für Politik oder größere gesellschaftliche Zusammenhänge — was ich ihnen zwar nicht verübel, ich war in dem Alter ja nicht anders — aber was diese Generation gerade verpasst, ist ihr Platz in der Welt.

Lasst ihn euch doch bitte nicht so einfach, dummdreist und widerspruchslos nehmen. Von Eltern, Lehrern und Regierungen.

Geht hin und erklärt euren Eltern die Welt. Erklärt ihnen, was ihr im Netz macht, wie ihr das Netz benutzt und welchen Stellenwert es in eurem Leben, eurer Kommunikation hat.

CChristoph – Schüler, helft euren Eltern

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Und wehe, Ihr macht hier was kaputt!

So. Ich hole jetzt die Große von der Schule ab und dann fahren wir zur Fusion. Deshalb wird es die nächsten 3 Tage etwas ruhiger hier. Was natürlich nicht heißt, dass ich gar keinem mehr auf den Keks gehen würde. N`bissl was kommt trotzdem. Aus der Konserve.

Und sollte hier irgendetwas nicht mehr da stehen, wo ich es hingestellt habe, der Abwasch nicht gemacht oder mein Bett benutzt sein, gibt es Kloppe! Die Sturmfrei-Partys fallen aus. Keine Polizei im Haus, keine Drogen, keine dieser komischen Freunde, mit denen Ihr rumhängt und keine Fremden in der Bude! Sonst lass ich Euch nie wieder allein und das ist eine Drohung! Echt jetzt!


(Direktlink)

Da fällt mir ein, ich hatte ja heute mein Tethering eingebaut. Also: ich bin dann gleich wieder hier, und hier, so denn vor Ort nicht wieder das Netz abkackt. Das war in den letzten Jahren allerdings immer der Fall.

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Die Damen im Bus

Die 10-15 Rentnerinnen, die ich rein optisch der Wohnhaft in Charlottenburg verorten würde (alles Berliner Damen des alten Schlages), umkreisen mich wohl eher unbeabsichtigt doch nachdem sie sich gesetzt haben, bin ich zwischen ihnen eingekesselt. Sie sind guter Stimmung, die Sonne scheint und sie hatten vorhin in der Bahn schon den ein oder anderen Piccolo. Sie wollen nach Klaistow, dem Spargel wegen. Eine von ihnen hatte einst Eltern, die hier Verwandte hatten. Deshalb wurde „früher“ die Ecke um Beelitz regelmäßig als familiäres Ausflugsziel genutzt. „Wir mussten von Heilstätten immer über eine Stunde zu diesem Hof laufen. Wie gut, dass jetzt ein Bus dorthin fährt“, sagt sie. Die anderen staunen und pflichten ihr bei. „Und wie schön das hier alles sei, mit dem Wald und der Luft und der Sauberkeit. Sehr sauber ist das hier alles.“, meint sie weiter. Alle Damen nicken synchron und lächeln. Sie genießen diesen Ausflug wirklich sehr – „man kommt ja kaum noch raus aus Berlin“.

„Also ich bin ja so froh, dass die Mauer damals gefallen ist“ sagt eine andere nach einer kurzen Zeit des Schweigens und der allgemeinen Glückseligkeit. „Ich weiß gar nicht wie es den Jungen geht, aber wir wissen doch noch, was es heißt eingesperrt zu sein, diese graue Stadt nicht verlassen zu können. Gut, manchmal haben wir auch die Umstände auf uns genommen und sind Transit gefahren, aber das kam nur selten vor. Fliegen wäre damals eine Option gewesen, aber das war doch viel zu teuer.“ Der Rest der Gruppe nickt beipflichtend und ich habe den Eindruck, dass sie alle diese Dame verstehen. Ich überlege kurz ob ich mich einbringen sollte, um zu sagen, dass auch ich froh bin, dass die Mauer weg ist, auch wenn ich zu den Jungen zählen dürfte. Ich entscheide mich dagegen. Die Damen haben sicher keine Lust, ihren Tag durch eine Mauer-Debatte im Bus zu belasten. Außerdem gefällt mir wie sie reden. Irgendwie so wissend, irgendwie sehr gelassen und vor allem bescheiden. „Man gibt sich im Alter ja auch mit viel weniger zufrieden“, sagt eine als ich über ihre etwaige Bescheidenheit nachdenke.

Als der Bus die Autobahn überquert, fällt einer auf, dass sie hier sogar mit ihrem Auto fahren könnte. „Hier gibt es diese Umweltzonen ja nicht, oder?“ „Nee, nee“ sagt eine ihrer Mitreisenden, „hier filtert der Wald den Dreck aus den Bäumen“ und ich glaube, sie meint das wirklich so. Darauf erklärt diese mit dem Auto: „wissen sie, ich habe da noch diesen Scirocco, gebaut 1987, in grün. Der hat noch gar nicht soviele Kilometer runter, wie heute die Autos die halb so alt sind. Ich fahre den nicht häufig, aber ich liebe ihn, so wie man ein Auto nur lieben kann. Ehrlich. Nur seit diesen Aufklebern, die ich nicht bekommen habe, steht er nur noch in der Garage. Wir sollten hier mal alle mit meinem geliebten grünen Scirocco rausfahren. Das muss die wahre Freude sein.“ sagt sie und schwankt emotional in diesem Moment sichtlich irgendwo zwischen ergriffen und unsagbar aufgeregt. Alle anderen nicken synchron und lächeln. Wieder. Ich lächle auch.

Sie sprechen dann noch über Potsdam und „diesen Reiseunternehmer“, diesen, der so „wunderbar“ sein soll, „früher mal Lehrer war“. Einige kennen den, andere nicht. „Der hat sich seit der Wende immer wieder vergrößert. Gut, viel arbeiten muss er ja jetzt, aber der verdient ja auch nicht schlecht bestimmt. Fährt jetzt bis nach Paris in Frankreich… Mensch, wie hieß der gleich? Ich komme noch auf den Namen.“, meint die neben mir Sitzende. Allgemeines Nicken und Pause. Lächeln. Sehen. Erfassen. Erleben. Auch im, gerade im Alter. „Man hört ja“, redet sie weiter und schirmt mit der Hand ihren Mund in meine Richtung ab (jetzt wird es diskret) „der soll früher an seiner Schule zu sehr Osten gewesen sein…“, was nur noch geflüstert wird. Hier lässt sie keine Zeugen zu. „Aber ich mag ihn trotzdem. Der ist immer so freundlich. Außerdem fasst er mir beim Aussteigen immer so lieb auf die Schulter.“, sagt sie, wobei sie sehr niedlich lächeln muss. Alle anderen der Damen lachen jetzt lauthals. So wie Jugendliche es tun, wenn sie in der Gruppe das Gefühl haben, einen Bus nur für sich geentert zu haben. Wenn sie das Gefühl haben, dieser Bus fahre nur für sie. Ich muss lächeln. Und muss mich entschuldigen: „Verzeihen Sie, ich müsste hier raus.“, höre ich mich sagen. Ich wäre gerne geblieben. Auf 1-2 Piccolo nur mit den Damen. So zum Spargel.

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