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Kategorie: Nur mal so

Jetzt will ich hier auf so eine Uraltdose Windows2k aufsetzen, aber das geht bei IBM-Dingern dieses Jahrganges nur mit einer Bootdiskette. Ich fass‘ es nicht. Woher zur Hölle soll ich denn nun bitte ein Diskettenlaufwerk hernehmen um derlei Getier zu erstellen?!

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Sind eigentlich alle iPhones mit dem, was sie an Lautstärke durch die Kopfhörer schicken, so scheiße leise zurückhaltend, oder ist das nur bei meinem so? Wahrscheinlich ist das mal wieder nur bei meinem so.
Oder meine Ohren sind einfach im Arsch.

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mp3´s und die „Haptik“

Der Begriff Haptik im Kontext zum Hören bzw. Aneignen von Musik kommt mir in letzter Zeit immer öfter vor die Linse und ich kann die meisten Argumentationen dazu nicht immer ganz nachvollziehen. Mir sind Cover und das Auspacken einer Platte/CD nicht wirklich wichtig. Mir reicht das Entpacken eines Archives um ein Ähnliches in mir auszulösen.

Ich will mal etwas zurückblicken. Ich war gerade zehn oder elf, als das Geschacher von Musik auf dem Schulhof der POS mich zu interessieren begann. Ich meine, Musik der Musik wegen, nicht der Verpackung wegen. Im Osten war das Vorkommen von originalen Platten bzw. Kassetten mehr als gering. Mag sein, dass es mehr Freaks gab, die tatsächlich Vinyl aus dem Westen gesammelt haben, als das ich das mitbekommen habe, dann aber nicht in meiner Nähe. Dort drehte sich alles um Kassetten gefüllt mit der begehrten Musik aus dem Westen: Die Ärzte, Hosen, NDW, Rio, die Scherben, Udo Linderberg, Anne Clark, The Cure, Prince und ja, auch Michael Jackson waren die musikalischen Heilsbringer dieser Zeit. Nicht alle davon bei mir: um NDW, Anne Clark und Michael Jackson habe ich auch damals schon einen großen Bogen gemacht. Von Deep Purple und so will ich gar nicht erst anfangen, das war eher was für die Älteren. Die wenigen 7“ Inches, die, wenn überhaupt, mit so was in den planwirtschaftlich organisierten Handel kamen, waren innerhalb weniger Stunden vergriffen. Dafür hat man dann aber bei uns am Kaufhaus auch mal locker mal 3-4 Stunden anstehen müssen. Wenn man zu spät kam, weil wieder mal keiner Bescheid gegeben hatte, war das eben so. Shice auf die Auspackerei, ich wollte die Musik.

Also hat man sich auf die Suche nach irgendwem gemacht, der irgendetwas von dem, was man unbedingt haben musste, sein Eigen nannte. Im Regelfall hatten die Leute das auf irgendwelchen ORWO-Tapes, manchmal auch BASF, TDK und wie die Gegenstücke dazu im Westen eben hießen. Wenn man jemanden ausmachen konnte, biss man sich fest, bis man endlich an eine „Überspielung“ dieser Kassette kam. Das Wort „Kopie“ gab es damals noch nicht.

Da saß man dann da mit einer Kassette, die schon über 50 Mal überspielt, wurde, bespielt mit Musik von einer Kassette, die schon über 50 Mal überspielt wurde. Mindestens. Das klang dann in etwa so, als würde man eine Teewurst ins Tapedeck stecken und auf Play drücken. Man hatte ja nüscht. Aber: man hatte endlich die Musik, die man so lange gesucht hatte um sie auf dem SKR 701 seines Bruders zu hören. Später dann auf dem Walkman, den die Eltern über mindestens 378 Ecken aus dem Westen besorgt hatten. Immer und immer wieder. Von einer Verpackung, einem Booklet oder einem Textbook hatte ich dato noch nie etwas gehört – was also sollte ich damit? Mir war nicht mal wichtig, dass ich eine Aufnahme von Platte bekam oder von einer Radioaufnahme. Geschenkt. Ich wollte Musik hören, nicht anfassen.

Daran hat sich bis heute nicht viel geändert. Klar, habe ich dann irgendwann angefangen Musik auch als Komplettausgaben zu kaufen. Also Vinyl in der Hülle und CD´s mit Cover, Booklet und Textbook. Grandiose Cover waren dabei. Fand ich super. Nur nützt auch das schönste Cover nichts, wenn der Sound nicht kickt. Vinyl hat man Mitte der 90ger am einfachsten Mixen können. Pitchbare CD-Player waren da noch nicht wirklich brauchbar und die meisten Techno-VÖ´s kamen eh auf Vinyl. Also kaufte ich das eben. Die CD-Alben die ich haben wollte, hatten immer nur wenige und Tapes waren da schon nicht mehr der Knaller. MD´s waren zwar eine nette Alternative, aber nicht sehr verbreitet. Also kaufte ich CD´s. Und zwar mehr als ich es heute noch für sinnvoll halte. Ich habe die auch alle noch, viele davon höre ich noch. Auf dem Rechner. Einen CD-Player habe ich schon lange nicht mehr. Um sie zu hören, importiere ich sie nicht einmal. Internet habe ich immer dabei. Mein CD-Regal nicht, wenn Ihr versteht? Ebenso habe ich immer und überall meinen mp3-Player am Start, meine Kopfhörer und einen Mini-Klinke/Cinch-Kabel. Überall, wo mein Laptop steht, liegt ein Audiokabel in der Nähe um das Dingen mit einer Anlage zu verdrahten. Was soll ich da zusätzlich noch einen Plattenspieler anschmeißen oder einen CD-Player? Mir bringt das gar nix. Wenn ich irgendwo eine CD bekomme, tue ich die, klar, importieren bevor ich sie höre. Anstatt der wenigen Promo-Vinyl nehme ich, bis auf wenige Ausnahmen, lieber digitale Promopacks Ich habe das am liebsten alles auf meiner Festplatte, da kommt nichts weg. Keine CD die irgendwo ohne Cover rumliegt, keine Platte, die mal wieder im falschen Cover gelandet ist. Das Kaufen von CD´s und Platten war für mich so etwas wie ein nötiges Übel und ich bin froh, dass es heute nicht mehr notwendig ist.

Ich freue mich immer wie Bolle, wenn ich neue Musik bekomme. Nicht wegen dem Anfassen, der Verpackung, dem Auspacken. Nein, wegen dem Hören. Und eigentlich nur deshalb. Musik hat für mich deshalb nicht an „Wert verloren“, wie einige es nennen. Musik hat für mich eben nie einen anderen Wert gehabt: Musik gehört in den Kopf, nicht in die Regale, denn da finde ich sie viel wertvoller. Und worin unterscheiden sich eine gute sortierte mp3-Sammlung und ein CD-Regal, mal abgesehen davon, dass das Regal eher zum angucken taugt? Aber das ist auch nur Meinung. Meine Meinung.

Einzig beim Auflegen. Da mag ich dieses Haptische, da bevorzuge nach wie vor CD´s, die ich vorab brenne. Das hat auch praktische Gründe. Zudem bin ich in die vielen Mix-Softwareangebote bisher nicht so richtig eingestiegen.

Es geht auch gar nicht um legal oder illegal, denn das ändert ja am mp3 als solches rein gar nichts. Ob ich es nun irgendwo im Netz kaufe, oder eben lade sollte, nein, kann dabei gar keine Rolle spielen.

Vinyl als Kult finde ich auch ganz nett, will ich nichst anderes sagen. Auf zwei – drei Platten im Jahr komme ich vielleicht noch. Aber erst wenn ich sie als mp3 schon auf dem Rechner habe. Und hören? Hören tue ich sie dann auch von dort. Klar.

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Sehr geehrter Herr Obama,

ich will ehrlich mit Ihnen sein, ich glaube nicht daran, dass sich Grundsätzliches durch Sie ändern wird. Ich meine, Sie sind Politiker, nicht wahr? Sie wissen schon, die ändern meistens nicht viel Spürbares. Es ist aber nicht so, dass ich jetzt hier den Pessimisten machen will, im Gegenteil, ich würde mich sogar freuen, wenn Sie mehr erreichen könnten, als mein „nicht viel“. Wirklich. Aber das ist eigentlich gar nicht der Grund dafür, dass ich mich persönlich an Sie richte.

Der Grund dafür ist sehr egoistischer Natur. Und zwar habe ich eine Flasche Vodka darauf gewettet, das Sie innerhalb der ersten 100 Tage Ihrer Amtszeit, das Lager in Guantánamo schließen. Sprengen Sie es in die Luft, schenken Sie es Kuba, machen Sie was Sie wollen, nachdem Sie die Menschen dort herrausgeholt haben. Ich pflege meine Vodkawetten immer zu gewinnen und es wäre tragisch, wenn das ausgerechnet in diesem Falle hier mal nicht klappen sollte. Aber dafür haben Sie sicher Verständnis.

Den Rest machen Sie dann schon.

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Manchmal frage ich mich, was wohl aus all den Leuten geworden ist, mit denen ich während meiner Pubertät mal rumgehangen habe. Nachmittags auf dem Schulhof, an der „Ecke“, im Jugendklub, im alten Bahnschacht oder auf dem Sandberg. Klar, es gibt da noch zwei, drei Leute, die man heute noch regelmäßig sieht, mit denen man sich immer noch versteht, mit denen man immer noch was zum Reden hat. Andere hat man hin und wieder mal auf Partys getroffen – was auch schon wieder lange her ist – hat mit ihnen gedrogt getrunken und gefeiert. Das war’s. Dabei waren es so viele, die man während seiner jungen Jahre getroffen hat, sich mit ihnen einig machte. Jeden Tag in der Woche. Man hat die wenigen Zigaretten, die man den Eltern geklaut hatte, mit ihnen geteilt (Gerecht geteilt, nicht brüderlich.). Man hat am Freitag sein gemeinsames bißchen Kleingeld in einem Basecap gesammelt, um einen Sechser Bier zu kaufen. Meistens dieses furchtbare Schultheiss oder Kindl in 033ern Flaschen. „Blasen“, wie die alten Berliner zu sagen pflegen. Auf’s Wochenende und so.

Irgendwann waren sie fast alle auf einmal weg. Verschwunden. Eigentlich war ich weg. Räumlich. Aber was ändert das schon? Ich habe sie lange nicht gesehen, keiner hat sie gesehen. Sie sind weg. Irgendwo da draußen. So wie das eine Mädchen, dessen Name mir heute gar nicht mehr einfällt. Wir haben uns damals gegenseitig befummelt. Ich war 13, sie etwas jünger. Sie war nicht sonderlich schön – ich auch nicht. Aber wir waren jung, wir brauchten die Erfahrungen. Beide. Ich würde ihr heute viel wünschen, wie allen anderen von damals auch. Ich denke da häufig drüber nach.

Heute war ich in einer kleinen Berliner Vorstadt in einem Discounter. Da war das eine Mädchen, dessen Name mir heute gar nicht mehr einfällt. Wir haben uns damals gegenseitig befummelt. Sie hat einen großen, mit Waren bepackten, Hubwaren durch den Laden gelenkt. Später dann saß sie an der Kasse, hat mich und die Dame das Hauses abkassiert. Da saß sie und einige Fragen, die ich mir zu den guten Leuten von damals gerne stelle, beantwortet, obwohl sie da alleine saß. Das Leben ist viel unspektakulärer als ich mir für sie wünschen würde. Ich habe allen etwas Großes gewünscht. Jedem von denen. Sie sollten all das gemacht haben, was sie immer machen wollten. Sollten ihr Glück finden, ihren Frieden mit dem Leben machen. Alles erreichen. Vielleicht ist das, was sie da tut auch genau das. Ich weiß es nicht, ich habe sie nicht gefragt. Ich habe nicht mal Hallo gesagt, in der Hoffnung, dass sie mich nicht erkennen würde. Ich war entäuscht. Das ist nicht das, was ich ihr gewünscht hätte. Sie sollte alles kriegen. So wie alle der Anderen. Heute sitzt sie bei Plus an der Kasse. Viele der Anderen von damals werden ähnliches machen. Ich schließlich auch. Fummelei hin oder her.

Aber: ich weiß wieder ihren Namen. Er stand in Brusthöhe auf ihrem Namenschild.

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Ich gehe jetzt Squash spielen und weiß jetzt schon, dass ich es morgen bereuen werde.

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… jeden Tag ein bißchen besser

Ob es wohl total blöd macht, den ganzen Tag in einem Supermarkt zu arbeiten, dessen hauseigenes Radio stetig Werbung für den eigenen Arbeitgeber aus den Deckenboxen feuert? Das ist für mich als Kunden ja schon schwer erträglich, für die Mitarbeiter grenzt das fast an Folter, kann ich mir vorstellen.

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Die Jugend war ja nie rebellisch. Es waren ja immer nur Minderheiten. Bei den berühmten 68ern, die die Jüngeren von heute immer vorgehalten bekommen, waren es ja nur 3-5% der damals Studierenden, die ernsthaft auf den Straßendemos waren, eine kleine radikale Minderheit. Wahrscheinlich waren damals CDU-Wähler viel repräsentativer für das Land als Rudi Dutschke. Die Medienkraft hat es geschafft, der Generation einen Stempel aufzudrücken. Denn jeder, der an 68 denkt, denkt an lange Haare, Woodstock und Revolution, und nicht an die Skinheads, die zur gleichen Zeit entstanden sind. Bei den meisten bestand die Revolution allerdings darin, die Rolling Stones gut zu finden. Es sind immer Minderheiten, die rebellisch sind. Es ist auch heute so. Vor allem in einer Konsumgesellschaft, weil Konsum heißt: Nicht selber machen, sondern das schlucken, was vorgegeben wird. Konsumgesellschaft ist im Gegensatz zu autoritären Gesellschaften auch sehr mächtig, denn sie kriegt alle Teile der Bevölkerung.

Der großartige Klaus Farin im Gespräch mit der De:Bug über Jugendkulturen im Hier und Jetzt.

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