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Die letzte öffentliche Telefonzelle New York Citys wurde abgebaut

Ich weiß gar nicht wie viele öffentliche Telefone es hier in der brandenburgischen Landeshauptstadt noch gibt. Weil ich seit gefühlten Ewigkeiten keinen Bedarf hatte, eine zu nutzen. Ich glaube neulich noch eins im Hauptbahnhof gesehen zu haben. Allerdings habe ich tiefsitzende kindliche Erinnerung an eine Telefonzelle in dem Kaff, in dem ich aufgewachsen bin. In der DDR waren Haustelefone eher selten und meistens für Privilegierte, so dass ich zum Telefonieren zwangsläufig eine Zelle benutzen musste. Die stank meistens nach Pisse, die dort aushängenden Telefonbücher waren immer zerrissen und oder abgefackelt. Wir riefen von dort aus random irgendwelche Bäckereien an und fragten, ob die Schweineohren hätten. Oder fragten beim Fleischer nach der groben Fetten. Diesdas. Kostete meistens 20 Pfennig, Ferngespräche waren deutlich teurer, weshalb wir darauf verzichteten. Später gab es dort dann einen Slot für diese Telefonkarten, die mir, wenn ich die heute sehe, das Gefühl geben, dass ich doch schon ganz schön alt geworden bin.

Jedenfalls haben sie in New York City gerade die dort letzte öffentliche Telefonzelle abgebaut. Das Ende einer Ära.


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4 Kommentare

  1. Rumold24. Mai 2022 at 11:52

    Bei uns konntest du dich darauf verlassen, dass dir diese sche*ß Telefone fast nie das Wechselgeld/Restbetrag rausgaben. Wenn ich vom Freibad aus zuhause aunrufen wollte, aber nur ein 50 Pfennig Stück hatte, hab‘ ich immer erst für 30 Pfenning Süßigkeiten gekauft, damit mich das Ding erst gar nicht bescheißen konnte…;)

  2. Fritz24. Mai 2022 at 12:51

    Mir hatten sie im Zeltlager auf Wangerooge damals die 50 Mark Telefonkarte von Mutti geklaut. Das Gefühl von unglaublichem Reichtum und herzlosem Verrat sind auf ewig damit verbunden. Vielleicht hab ich deshalb die Dinger danach nie mehr leiden können, ob Kleingeld oder mit Karte. Das erste Handy war damals ein unglaublicher Segen.

    • Aurelius27. Mai 2022 at 23:27

      Herzloser Verrat oder verdiente Lektion?

  3. Anne24. Mai 2022 at 14:31

    Bei uns steht noch eine Münzelefonzelle in einem kleinen Park vor der Haustür. Neulich habe ich in einem Anflug von Nostalgie meinem 10-jährigem Sohn gezeigt, wie man damit telefoniert und sogar eine sms schreibt (war auch für mich neu, konnte aber das Kind mit meiner Tippgeschwindigkeit beeindrucken). Der Geruch war der gleiche wie vor 30 Jahren. Und auch das zerkratzte Metall neben den Tasten, vom Rubbeln der Münzen, damit sie nicht durchfallen (hat das jemals funktioniert?)

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