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Tag der Deutschen Einheit – die Tagesschau vom 3. Oktober 1990

Ich lasse das mal gänzlich wertfrei und rein dokumentarisch hier. Ich weiß nicht, ob ich die Ausgabe damals auch gesehen habe. Wahrscheinlich eher nicht. Meine Eltern wahrscheinlich schon, aber ich hatte damals andere Interessen und nur wenig Bock auf die Tagesschau, was, übrigens, bis heute so geblieben ist.

Meine Eltern können das hier heute nicht mehr sehen. Wir schon. Und sprachen heute beim Frühstück innerfamiliär darüber, dass ohne den Fall der Mauer wohl alles anders wäre und wir höchstwahrscheinlich nicht mal so zusammen frühstücken würden. Und das halte ich für ziemlich sicher.

Bei all dem Schmott, den die Wiedervereinigung mit sich brachte, würde ich ohne sie heute ein gänzlich anderes Leben führen. Wäre womöglich Berufssoldat geworden, ziemlich sicher sogar. Und im Moment finde ich das für mich persönlich eigentlich ganz geil. Auch wenn für andere da noch viel mehr drin sein sollte, weil das so machbar wäre, eigentlich. Bin ein wenig traurig drüber, dass meine Alten das nicht mehr mitbekommen können. Aber kannste nix machen.

Also doch nicht ganz wertfrei und im Rahmen der allgegenwärtigen „Einerseits-Andererseits-Diskussionen“. Joar.

Hier die Tagesschau vom 03.10.1990, dem Tag der „Wiedervereinigung“, wie man es damals so nannte.


(Direktlink)

Ein Kommentar

  1. der Benni6. Oktober 2018 at 11:48

    Im Rückblick muss man sagen, das bei der Wiedervereinigung zwei entscheidende Fehler gemacht wurden: Den Ostdeutschen wurde von Anfang an das Gefühl gegeben, ihre Leben und Lebensleistungen vor der Wende seien nichts wert gewesen. Und den Westdeutschen wurde zu wenig vermittelt, das die Wende auch für sie ein Gewinn ist, stattdessen hatten und haben die Menschen im Westen ständig das Gefühl, nur Zahlmeister zu sein.
    Mein Vater sagte bei der Wiedervereinigung „Das wird uns noch böse auf die Füße fallen“, wobei er mit „uns“ die Westdeutschen meinte. Und das ist das tragische an der ganzen Sache, das bei vielen, egal ob West oder Ost, immer noch das Gefühl vorherrscht „irgendwie wars vorher besser“.

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