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Schlagwort: Crowdfunding

Crowdfunding: “Derzeit verliehen” – Ein Fotobuch über das Aussterben von Videotheken

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Meine hiesige Stammvideothek schloss vor gut einem dreiviertel Jahr. Gemerkt habe ich das erst sechs Monate später. Auch weil ich dort eben schon lange keine Filme mehr ausliehen ging. Als ich es dann doch mal wieder tun wollte, war der Laden dicht.

Hier um die Ecke ist noch eine kleine, aber das Angebot dort ist so inaktuell und übersichtlich, dass auch die sich womöglich nicht mehr über zwei-drei Jahre bringen wird. Der Hauptaugenmerk liegt dort heute eher auf dem eingegliederten Lotto- und Tabakshop.

Heute leihe ich Filme digital oder streame sie per Netflix. Meine Große sah in den letzten Jahren all ihre dutzenden Filme und Serien über Streamingangebote, auch die nicht legalen. Alles, was sie im Großteil ihrer Jugend so gesehen hat, hatte sie sich nicht in einer Videothek geliehen. Einem Ort, den sie in seiner Funktion theoretisch zwar noch kennt, praktisch aber nicht mehr Gebrauch davon macht. Wozu auch? Geht mir ja ähnlich.

Gestern fuhr ich in Steglitz an einer vorbei und war irgendwie überrascht, überrascht davon zu sein, dass es dort noch eine gäbe. Mal sehen, wie lange noch.

Der Fotograf Ben Kuhlmann möchte den sterbenden Videotheken mit “Derzeit verliehen” ein Fotobuch widmen und ich halte das für eine charmante Idee. Finanziert werden soll das Ganze per Crowdfunding über Startnext.

Ein letzter subjektiver Einblick in Deutschlands Videotheken. Eine untergehende Branche, in der einst Ferrari gefahren wurde und nun jeder weitere Monat des Bestehens ungewiss ist.

Unser Stadtbild unterzieht sich einem steten Wandel, vieles verschwindet. Videotheken sind weder das erste noch das letzte Phänomen dieser Art. Dennoch wird ein Stück Kultur aus unserem Umfeld verloren gehen. In meinem Buch dokumentiere ich dieses Genre ein letztes Mal.

(Direktlink, via Martin)

Das SZ-Magazin hat neben einem Interview mit Kuhlmann auch ein paar seiner Videotheken-Fotos.

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Die MS Stubnitz ist am Arsch und braucht Hilfe finanzieller Art – viel Zeit dafür ist nicht mehr

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Ich war irgendwann mal vor 20 Jahren auf der Stubnitz, sie lag dort im Hafen von Rostock, glaube ich. Es gab dort eine Goa-Party, ich hatte keine Ahnung, wie genau ich dort hinkam und der Rückweg ist mir bis heute auch nicht ganz klar. Aber wir hatten in dieser Nacht ein exorbitant gute Fete, die wir später auf den dortigen Hafen auslagerten. Fragt nicht.

Nun liegt die Stubnitz in Hamburg und müsste eigentlich mal aus dem Wasser, um sich den Body wieder schön machen zu lassen. Das kostet – machen wir es kurz – Geld. Und das nicht zu knapp. 50.000 Tacken brauchen die Macher, um über die nächsten fünf Jahre zu kommen, 38.000 davon haben sie bisher zusammen. Das Crowdfundig Projekt läuft noch 9 Tage. Sollte die Kohle bis dahin nicht zusammen sein, könnte es sein, dass die MS Stubnitz für immer Geschichte ist. Sie würde wohl gar verschrottet werden. Verschrottet! Und das wäre viel mehr als einfach nur schade, weil es immer beschissen ist, wenn ein Stück Subkultur stirbt. Isso!

Dafür, dass sie auch weiterhin Wasser unterm Kiel hat: hier lang. Und wir alle geben jeden Tag viel mehr Geld für sehr viel weniger gute Sachen aus. Ja.


(Direktlink)

Die MS STUBNITZ wird zur Klassenerneuerung in die Norderwerft eingedockt, dadurch bleibt die Betriebsgenehmigung für weitere 5 Jahre erhalten. Im Trockendock werden Inspektionen und Instandhaltungen abgearbeitet, die für den Erhalt der Zulassungen notwendig sind. Die Stubnitz ist ein ehemaliges Kühlschiff der DDR-Hochsee-Fischerei und seit 1992 ein Seeschiff, was für öffentliche Veranstaltungen genutzt wird. Das Motorschiff ist regelmäßig im Nord- und Ostseeraum unterwegs.

Worum geht es in diesem Projekt?

Am 01.09.2014 wird die MS STUBNITZ zur Klassenerneuerung in die Norderwerft eingedockt – eine kostspielige Angelegenheit, die der Verein allein nicht stemmen kann. Die Crew hofft, dass eine breite Interessensgemeinschaft bereit ist, einen finanziellen Beitrag für den Erhalt der Kulturspielstätte zu leisten.

Durch eine Klassenerneuerung 2014 bleibt die Betriebsgenehmigung der MS STUBNITZ für weitere 5 Jahre erhalten. Bei der Dockung erfolgen Inspektionen für die das Schiff im Trockenen sein muss. Besichtigung von Wellenanlage, Propeller, Ruder, sowie Überholung der Unterwasserarmaturen und Inspektion der Außenhaut. Im Zuge dessen wird auch der Unterwasseranstrich erneuert.

Damit die Stubnitz weiterhin als Veranstaltungsschiff und maritimes Denkmal erhalten bleibt, ist unser voller Einsatz und eure Unterstützung nötig.

Was sind die Ziele und wer die Zielgruppe?

Alle kulturbegeisterte Menschen!

Wir sprechen zwar klar die Musik-, Kunst-, und Kulturszene an, möchten aber auch die Befürworter erreichen, die das Schiff als technisches Denkmal und den Verein unterstützen mögen.

Der MS Stubnitz e.V. – seit 22 Jahren Betreiber der Spielstätte – hat ein beträchtliches internationales Netzwerk aufbauen können. Wir hoffen, Liebhaber der Stubnitz aus Hamburg, Rostock, Kopenhagen, Amsterdam, London etc., zum Mitmachen zu motivieren.

Warum sollte jemand dein Projekt unterstützen?

Die Unterstützung bringt dem Kultur- und Denkmalschiff Stubnitz zum 50-jährigen Jubiläum eine Perspektive für die nächsten 5 Jahre.

Das Schiff ist eine originelle Location für vielfältige Veranstaltungen, Plattform für Musik- und Performance Kunst, Ort kultureller Dokumentation und Kommunikation, und wird in Hamburg und verschiedenen anderen europäischen Hafenstädten eingesetzt.

Drei ehemalige Laderäume werden als Veranstaltungsräume für Live-Musik, Ausstellungen, Performances und Installationen genutzt. Künstler und Mitarbeiter können an Bord untergebracht und verpflegt werden.

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35000 Dollar für einen Kartoffelsalat durch Crowdfunding

10 Dollar wollte Zack Danger Brown für seinen Kartoffelsalat auf Kickstarter einfahren. Das war vor fünf Tagen. Mittlerweile hat er über 35000 Dollar eingesammelt und sein Projekt läuft noch 25 Tage. Ich weiß es doch nicht!

It’s been 5 days since Zack Danger Brown launched a Kickstarter with the sole mission to make potato salad for the first time. His original goal was $10. More than 3,000 backers have pledged a total of $35,000 and counting.
As more money comes he adds new stretch goals; things like “better mayonnaise” and “call a chef to get a better recipe”. It appears there will now be at least 4 potato salads made, one of which will be vegan. Pledging even $3 gets you a bite of the potato salad mailed to you and he’ll say your name out loud while he makes it. This is pretty much the best Kickstarter ever. Support it here.
(Booooooom)

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Marcus Wiebusch startet Crowdfundingkampagne zum Kurzfilm zu „Der Tag wird kommen“


(Direktlink)

Ich höre seit Tagen mal wieder ganz viel Kettcar, da trifft es sich gut, dass Marcus Wiebusch gerade jetzt eine Crowdfundingkampagne startet um den Song „Der Tag wird kommen“ in einem Kurzfilm auch bebildern zu können. Ich persönlich finde das Video, dass bisher rein auf Text passiert ja auch so schon ganz schön eindringlich, aber es ist ja nicht mein Lied.

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Gebraucht werden 30.000 Öken, um den Kurzfilm so umsetzen zu können, wie Wiebusch und Co sich das bisher ausgemalt haben. Hier geht zum Startnext-Projekt. Ich mach mich da schon mal zu Fan.

Klar, es geht ums Geld. Oder besser: Es geht darum, das aus einem Song namens „Der Tag wird kommen“ ein 7-minütiger Kurzfilm wird, der in aufwendigen Bildern, und Einstellungen das narrative Element des Songtextes aufgreift und den Song bebildert. Und das kostet Geld.

Dieses Projekt ist keine Videoclip-Produktion, sondern ähnelt – was Aufwand, Bildtechnik, Cast und Crew anbelangt – eher einer Filmproduktion. Zu diesem Zweck soll eine 12-köpfige Film-Crew und ein 8-köpfiger Schauspieler-Cast zusammengestellt werden, welche an diversen Drehorten den Kurzfilm realisieren.

Erreichen wir das Ziel nicht, bekommt jeder sein Geld zurück und es wird nicht gedreht.
Sollten wir das Ziel erreichen, fangen wir an zu drehen. Es gibt keinen Konzern, keine Organisation, kein Gremium, keine staatliche Stelle, kein Ausschuss, der bzw. die das Geld gibt.

Und das ist das bemerkenswert schöne am Crowdfunding. Es ist ein demokratischer Vorgang, bei dem letztlich ihr entscheidet ob gedreht wird und uns somit – wenn das Ziel erreicht wird- die Möglichkeit gebt, unabhängig zu arbeiten und diesen Kurzfilm zu realisieren.

(Direktlink, via Nachti)

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Krautfinanzierung: 10 Jahre Apfelfront – Das Buch zur Bewegung

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Die Front Deutscher Äpfel feiert im Herbst diesen Jahres ihr 10-jähriges Jubiläum. Aus diesem Grunde wird es in Leipzig eine fulminante Jubiläumsfeierei geben. Aber nicht nur das. So ist ein Buch in Planung, welches den 10-jährigen Weg der Bewegung dokumentieren soll und das alle Interessierten zum satirischen Widerstand befähigen soll.

So ein Buch kostet Geld und deshalb haben die Äpfel auf Startnext ein Crowdfundig-Projekt gestartet. Gebraucht werden 9500 EURO, die wohl auch zu schaffen sein sollten.

Das Buch “Front Deutscher Äpfel – Das Buch zur Bewegung” wird ein dokumentarisches Handbuch sein, in welchem sich mit Insights der Bewegung beschäftigt wird, Praxistipps weitergegeben werden und der Zusammenhang von politischer Satire und subversiver Kunst besprochen wird. Max Upravitelev sammelte Texte von Autoren und Autorinnen wie z.B. Leo Fischer, Martin Sonneborn und Veronika Darian.

Der Fruehwerk Verlag Hildesheim betreut den Prozess und besorgt den Vertrieb. Ein Seminar der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) Hildesheim unter Leitung von Prof. Dominika Hasse wird die Gestaltung des Buches übernehmen.

Das Buch ist an Menschen gerichtet, die was gegen Nazis haben, Menschen, die gute Satire schätzen als auch an Leute, bei denen beide Punkte zutreffen. Es ist das ideale Werk für jedes antifaschistische Kaffeekränzchen.

Um dem Buch der Bewegung den Weg in alle deutschen Wohnzimmer zu bahnen, brauchen wir Geld. Und wir brauchen es von Euch! Damit die nötigen 9.500 € +X zusammenkommen, lautet der Befehl vom Führer: Krautfinanzierung! (angelsächsisch: “crowdfunding”) Dir sei’s heilige Pflicht, deinen Beitrag zum Erscheinen dieses großartigen Buches zu leisten! Schneidige Prämien warten zum Dank, sogar Fahnen und Armbinden bringen wir unters liebe Volk. Von 1 – 82.000 Euro bringt euch jede Unterstützung einen Platz im heimeligen Förderkreis der Bewegung. […]”

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Zwei junge Ostler wollen im Westen Crowdfunding ausprobieren

Ihr erinnert euch an Hindrich und Günther? Die beiden gingen im Sommer mit ihrem Video „Simply Clever“ zumindest hierzulande derbe steil. Und das zu Recht. Hier zur Erinnerung noch mal die ans Zwerchfell appellierenden 8.41 Minuten.

(Direktlink)

Nach dem viralen Steilgang haben die beiden offenbar Klicks geleckt und wollen nun ein 25-minütiges Roadmovie-Abenteuer drehen. Dafür brauchen sie – na klar – ein wenig Kohle. Hindrich hat jetzt Netz, wie er sagt, und in diesem auf Startnext dieses Crowdfunding gefunden. Also haben sie dort ein Projekt gestartet: Simply the Worst. 4000 Mark D-Mark Euro brauchen sie um diesen Film zu machen. Ich würde den wirklich gerne sehen und 4000 sollten doch zu schaffen sein. Eigentlich.

Wir, also Hindrich und Günther die Protagonisten des Vorgängerfilms sind bereits wieder heiß auf ein neues Abenteuer, welches mit dem neuen Kurzfilm „SIMPLY THE WORST“ höher, weiter und noch besser werden wird.
Im Roadmovie-Charakter sind wir alten Zweitaktfreunde der ehemaligen DDR wieder auf der Piste unterwegs und werden unvergessliche und humorvolle Eindrücke sammeln. Durch unsere sächsische Mundart und den bekannten Werkstattslang werden wir den Zuschauern erneut die Tränen in die Augen treiben. Dabei wird die Fahrt von uns beiden Glanzlichtern des Arbeiter- und Bauernstaates in Richtung Osten gehen, natürlich nicht ohne die altbewährte DDR-Qualität.

Eine Planung des Drehablaufes liegt bereits vor und beinhaltet unzählige frische Witze, uralte Sprichwörter, Zoten, neue Figuren und jede Menge des altbekannten sinnfreien Gequatsches. Das ganze Programm wird in maximal 25 min abgespielt sein.

(Direktlink)

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