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Wie die Polizei in Berlin heute ein paar dutzend Fahrräder klaute

Innensenator Henkel vs Rigaer Straße next Level. Heute war es dann mal wieder so weit: die Stadt schickte 300 Beamte los, um Bauarbeiter dabei zu schützen, wie sie die Szenekneipe „Kadterschmiede“ und eine Werkstatt in der Rigaer räumen sollten. Im Namen der Hausverwaltung. Dabei stießen die Beamten, auf ein paar Schlagstöcke, Teleskopstangen und eine „Schreckschusspistole“, die dann medial als „Waffe“ verkauft wurde. Und auf ein paar Fahrräder im Hinterhof. Die nahm man dann halt einfach so mit, weil muss offenbar so.

Währenddessen haut die Polizei Berlin dann einen schon fast zynischen Tweet raus, in dem sie, von jetzt auf gleich, mal darum bittet, dass die Eigentümer der Räder die Kisten abholen könnten. Weil, die müssten sonst erstmal „zwischengelagert“ werden.

Es scheint egal, wem diese Räder gehören könnten, weil:

Wenn ihr also mal wieder irgendwo in eurer Stadt unangeschlossene Räder seht, nehmt die ruhig mit. Zum Zwecke der „Eigentumssicherung“ und so. Macht die Polizei in Berlin schließlich auch so. Abgewinkt von Henkel.

Das sieht dann so aus:

Inklusive Rollstuhl, der nach Eskalation auf den sozialen Medien wieder aus der Pritsche geholt wurde.

All die anderen Räder sind erstmal weg und es dürfte mindestens Wochen dauern, sein Rad aus der sogenannten „Eigentumssicherung“ herauszuholen. Be Asshole, be Henkel, be Berlin.

Plot Twist des Hausverwalters Pawel Kapica: „Die beiden zu beräumenden Flächen werden ab sofort instand gesetzt und an Flüchtlinge mit Mietverträgen zu Konditionen des Berliner Mietspiegels als Wohnraum vermietet“. Fast so, als würde sich Kapica mehr um die Flüchtlinge kümmern, was ja ohne weiteres und uneingeschränkt begrüßenswert wäre, als um die Konditionen des Berliner Mietspiegels. Fast so, als gäbe es in Berlin keine Verwalter, die sich an dem Schicksal der Flüchtlinge nicht bereichern wollen würden. Für die vermeintlich gute Sache und so. Für das eigene Geld und so. Und für Henkel und so. Was ist nur aus Dir geworden, Berlin.

Update: Statement von Friedrichshain hilft e.V.i.G. und Moabit hilft e.V..

Am heutigen Morgen erreichte uns die Nachricht, dass das Haus Rigaer Straße 94 derzeit geräumt wird. Die Berliner Polizei rückte mit einer 300 BeamtInnen starken Mannschaft an. Eine ungeklärte Anzahl von Securities war in diesen Einsatz involviert.

Laut unserem jetzigen Kenntnisstand und Aussage der Hausverwaltung, geht es darum, 2 Mieteinheiten im Erdgeschoss unter Polizeiaufsicht zu sanieren, um danach dort bei einer ortsüblichen Miete, Flüchtende unter zu bringen.

Friedrichshain hilft e.V.i.G. und Moabit hilft e.V. sind von dieser Maßnahme, flüchtenden Menschen Wohnraum zu schaffen, nicht in Kenntnis gesetzt worden. Seltsam ist die Tatsache, dass die ortsübliche Miete für eine Kostenübernahme der Träger (LAGeSo, Jobcenter) nicht im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben liegt und somit nicht für Flüchtende genutzt werden kann.

Friedrichshain hilft e.V.i.G. und Moabit hilft e.V. verbindet eine sehr enge Beziehung zur Rigaer Straße 94, da die Bewohner als Erste kostenlosen Wohnraum für Friedrichshain hilft e.V.i.G. als Spendenkammer zur Verfügung gestellt und besonders schutzbedürftigen Flüchtenden mittelfristig Unterkunft gewährt haben.

Die Aktion der Berliner Polizei in Zusammenarbeit mit der Hausverwaltung erscheint uns zynisch, da die Rigaer Straße bis dato von Flüchtenden als Begegnungs- und Rückzugsort rege in Anspruch genommen wurde.

Wir verurteilen das Verhalten des Senats und der Hausverwaltung aufs Schärfste.
Die genannten Wohnungen können nicht als Unterkunft für Flüchtende genutzt werden, deswegen gehen wir davon aus, dass dieser Einsatz lediglich dazu dient, die Bewohner des Hauses weiteren Repressalien zu unterziehen, damit diese das Haus selbstständig verlassen.

Falls irgendwer in der Rigaer sein Fahrrad vermisst und Bock auf Schikane der Berliner Polizei hat, einfach mal @polizeiberlin kontaktieren. Die kümmern sich.

Das ist alles so kaputt.

12 Kommentare

  1. nori22. Juni 2016 at 23:07

    John Dewhurst, ehemaliger Staatsanwalt für Rassentrennung in Südafrika

    Der ehemalige Staatsanwalt des Supreme Court of South Africa während des Apartheidsregimes, John Dewhurst, lässt in diesem Moment die Truppen des Frank Henkel in der Rigaer Straße 94 die Kadterschmiede und andere Wohnungen räumen. Seine Karriere führte den Rassen Fanatiker John Dewhurst aus seiner Kolonialisten Familie in Rhodesien zunächst als Ankläger an das höchste südafrikanische Gericht, wo er die primitive Rassentrennung der Buren gegenüber Nicht-Weißen durchsetzte. Hier hat er schon seine Hände mit Blut besudelt.
    Darauf ist er noch heute stolz, wie sich aus seiner Internetseite ergibt > http://www.chowndewhurst.com/john-dewhurst.html

  2. nori22. Juni 2016 at 23:07

    John Dewhurst, ehemaliger Staatsanwalt für Rassentrennung in Südafrika

    Der ehemalige Staatsanwalt des Supreme Court of South Africa während des Apartheidsregimes, John Dewhurst, lässt in diesem Moment die Truppen des Frank Henkel in der Rigaer Straße 94 die Kadterschmiede und andere Wohnungen räumen. Seine Karriere führte den Rassen Fanatiker John Dewhurst aus seiner Kolonialisten Familie in Rhodesien zunächst als Ankläger an das höchste südafrikanische Gericht, wo er die primitive Rassentrennung der Buren gegenüber Nicht-Weißen durchsetzte. Hier hat er schon seine Hände mit Blut besudelt.
    Darauf ist er noch heute stolz, wie sich aus seiner Internetseite ergibt > http://www.chowndewhurst.com/john-dewhurst.html

  3. Fräulein Gießler22. Juni 2016 at 23:32

    wie nennt man das? selbsterfüllende prophezeiung, retourkutsche oder zwei fliegen mit einer klappe?

  4. MrBassdram23. Juni 2016 at 00:15

    Vielleicht erst mal in echt arbeiten und z. B. darum kümmern, dass die Bürgerämter wieder funktionieren, Herr Henkel. Oder dass man wieder entspannt mit Kind auf dem RAW unterwegs sein kann. Lassen se doch mal die Linken in Ruhe, die tun doch keinem was. Und der Kiezausverkauf hat bisher auch ohne Sie geklappt, da kommen se mal mindestens fünf Jahre zu spät. Ich hatte früher sehr schöne Parties in den Hausprojekten. War schön gewesen. Bin skeptisch, dass es nochmal so schön freigeistig sein wird hier.

  5. Annika23. Juni 2016 at 01:31

    „All die anderen Räder sind erstmal weg und es dürfte mindestens Wochen dauern, sein Rad aus der sogenannten „Eigentumssicherung“ herauszuholen.“

    „Sein“ Rad? Ich will nicht wissen wieviele davon geklaut waren!!!

  6. Harry23. Juni 2016 at 02:08

    Annika,

    Und du weißt es auch nicht.

  7. […] gibt es auch eine Stellungnahme der benachbarten Liebig 34. Einen sehr schönen Text zur Räumung gibts beim Kraftfuttermischwerk. Detailreiche Infos zur Räumung sowie eine erste Einschätzung stehen in der Presseerklärung der […]

  8. Muehsam23. Juni 2016 at 11:01

    Merke: eine Schreckschusspistole ist keine Waffe wenn sie bei linken, statt rechten Spinnern gefunden wird. Ich könnte nur noch kotzen bei soviel Doppelmoral.

  9. Ronny23. Juni 2016 at 11:20

    Muehsam,

    Mach doch. Ich kotze mit. Allerdings aus gänzlich anderen Gründen.

  10. Johanna23. Juni 2016 at 13:21

    *lach* Kurz den Ort checken (Berlin) und schon ist klar, warum da nix rund läuft. Solche halbseidenen Zonen, in denen Privatpersonen und irgendwelche Vereine schalten und walten können (wollen), wie sie lustig sind, gibt es auch nur in der glorreichen Hauptstadt. Da lobe ich mir doch Zürich, da ketten die Restaurants nachts nicht mal ihre Möblierung fest … Da lobe ich mir doch auch das piefige Bonn, dass dem Politzirkus wohl nicht dirty genug war.

  11. H.S.24. Juni 2016 at 08:45

    Also einen Eigentumssicherung in diesem Falle denke greift nicht, den die Polizei war zum Räumen da und sowas bezieht sich nur auf den vom Gericht ausgestellten Bereich, sollte also der Hof nicht dabei gewesen sein, so hat die Polizei und die entsprechende Helfer hier einen Diebstahl begangen zum Nachteil des entsprechenden Eigners, und sowas muss dann auch von Amts wegen bestraft werden, Offizial Delikt nennt sich sowas. Eine Polizei kann auch nicht einfach so irgendetwas mit nehmen, sieht man ja schon daran das sie einfach so den Rollstuhl wieder ausgeladen haben somit war die Sicherstellung rechtlich auf gar keinen Fall gedeckt. Da würde ich wenn vor Ort betroffen das ganze prüfen lassen, da kommen bestimmt klüngeleien ans Licht mit den dann keiner was zu tun haben will. Aber Schuldige wird man finden denn so eine Aktion muss in Dienstprotokollen Plänen usw erscheinen, da dies ja wiederum der Steuerzahler bezahlen muss.

  12. maybeadayoff27. Juni 2016 at 13:58

    MrBassdram,
    „Oder dass man wieder entspannt mit Kind auf dem RAW unterwegs sein kann.“

    Entkriminalisierung der dort vertickten Drogen läuft über Bundesgesetzgeber, da kann Henkel wenig machen.

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