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Autor: Ronny

1990: jugendliche Gruftis in der DDR feiern Robert Smiths Geburtstag

Gruftis, die damals noch nicht Goths genannt wurden, gab es nach dem Fall der Mauer so einige in der DDR. In meinem Umfeld waren das fast immer junge Frauen, die toupierte Haare trugen und mit ihren schwarzen Mänteln bei The Cure die Tanzfläche in der Dorfdisko dominierten. Überhaupt hörten wir damals alle Cure. Sie allerdings hörten nicht nur Cure, sie liebten diese Band. Wir sprachen wenig über das, was sie dazu bewegte, Grufti zu sein – irgendwie war es den meisten auch egal. Das sie am Wochenende nachts auf Friedhöfen rumhingen war mehr als ein Klischee und das sie mit Punks genau so gut konnten, wie mit den Naziskins war irgendwie merkwürdig. Es war halt eine kleine Stadt, in der jeder jeden kannte.

Robert hat hier ein schönes wenn auch kurzes Zeitdokument ausgegraben, das jugendliche Gruftis 1990 in der Noch-DDR dabei zeigt, wie sie unter einer Brücke mit russischem Vodak und Ghettoblaster den Geburtstag ihres Idols feiern. Ein Ausschnitt aus der Dokumentation „Letztes Jahr in Deutschland“.

Am 21. April 1990 wurde Robert Smith, Leadsänger der englischen Band “The Cure”, stolze 31 Jahre alt. Etwa zur gleichen Zeit sind Dokumentarfilmer auf der Suche nach der Stimmung des Umbruchs im wiedervereinigten Deutschland. Die Grenzen der DDR sind offen, die trennende Mauer ist im November 1989 gefallen. Es ist eine Zeit der Freude, der Unsicherheit, der Verwirrung und der Orientierungslosigkeit – denn wirklich daran geglaubt hatte niemand. Doch über Nacht ändert sich die Geschichte. Die DDR zerbricht, die sogenannte “Allianz für Deutschland” treibt die Wiedervereinigung voran, Neuwahlen stehen bevor, die alte Währung abgeschafft. Irgendwo in diesem Chaos trifft die besagte Filmcrew unter einer Brücke auf eine Gruppe Jugendlicher, die zu den Klängen ihrer Musik und im Nebel des Alkohols den Geburtstag ihres Idols feiern: “Was feiert ihr hier eigentlich? – Robert Smiths Geburtstag!”


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Lego-Band spielt Daft Punks „Da Funk“

Vor zwei Jahren schrieb ich über die Lego-Kombo Toa Mata Band:

Joseph Acito lässt seine Lego-Bots per MIDI-Sequencer auf Drum-Pads kloppen, die wahrscheinlich wiederum ein Midi-Signal an einen Klangerzeuger senden und aus der ganzen Chose ein Klangbild machen. Herrlich. Herrlich Meta auch.

Jetzt spielt sie eine Interpretation von Daft Punks „Da Funk“.


(Direktlink, via FACT)

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Wellenmachgerät

An der Uni in Edinburgh haben sie mit „FloWave“ einen Pool, in dem Wellen auf künstliche Art erzeugt werden – und das ist ziemlich geil. Finde ich. Bitte auch für meinen Garten.


(Direktlink, via reddit)

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Die Vögel: Music To… Walk By In The City At Night

Frischer „Music to“ Mix bei i-D von keinen Geringeren als den Vögeln. Und der versüßt mir hier gerade den Wochenendausklang. Auch weil er so ganz wunderbar anders ist.

Hamburg homies Jakobus Siebels and Mense Reents make up the Die Vogel duo. The duo make some of the finest deep tech and phsyc house and have released together almost exclusively on Dj Koze and Marcus Fink’s Pampa records. Their name simply translates as ’the birds’ and the super talent multi-instrumentalists put on one hell of a live show, flying between the trombone, trumpet, flute and clarinet all glued together seamlessly with percussion and techno for good measure (obviously).


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Was Flüchtende im Rucksack tragen: What’s in my bag

Großartiges Fotoprojekt, für das Flüchtende offenbaren, was sie während ihrer Flucht in ihrem Rucksack tragen: What’s in my bag.

This year, nearly 100,000 men, women and children from war-torn countries in the Middle East, North Africa and South Asia have fled their homes and traveled by rubber dinghies across the Aegean Sea to Lesbos, Greece.

Refugees travel light, for their trek is as dangerous as it is arduous. They are detained, shot at, hungry. Smugglers routinely exploit them, promising safety for a price, only to squeeze them like sardines into tiny boats. Most have no option but to shed whatever meager belongings they may have salvaged from their journeys. Those allowed to bring extra baggage aboard often toss it overboard, frantically dumping extra weight as the leaky boats take on water.

Few arrive at their destinations with anything but the necessities of life. The International Rescue Committee asked a mother, a child, a teenager, a pharmacist, an artist, and a family of 31 to share the contents of their bags and show us what they managed to hold on to from their homes. Their possessions tell stories about their past and their hopes for the future.

Drei Beispiele.

A mother
Name: Aboessa*
Age: 20
From: Damascus, Syria

Sie trägt auf ihrer Flucht folgendes in ihrer Tasche:

A teenager
Name: Iqbal*
Age: 17
From: Kunduz, Afghanistan

Hat dabei:

An artist
Name: Nour*
Age: 20
From: Syria

Hat nur Wesentlichen dabei.

Für mehr als nur das Nötigste bleibt halt weder Platz noch Kraft.
(via Hakan)

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Der Betreiber der Seite „Berlin wehrt sich“ hatte heute morgen Besuch vom Staatschutz

Gestern machte ein Screenshot von der Facebook-Seite „Berlin wehrt sich“ die Runde. Es zeigte einen dortigen Beitrag, der mit dem Foto des im Mittelmeer ertrunkenen Aylan bebildert war. Überschrieben mit „Wir TRAUERN NICHT sondern wir FEIERN ES”. Wahrscheinlich haben hunderte diese Beitrag bei Facebook gemeldet, in den allermeisten Fällen antwortete Facebook, wie so oft, dass das „nicht gegen die Gemeinschaftsstandards verstößen“ würde blah, blah, blah. Irgendwann Abends allerdings wurde der Beitrag dann doch aus dem Netz genommen. Ob von Facebook oder dem Ersteller selber ist unklar. Allerdings hatte zu diesem Zeitpunkt das Social Media Team der Berliner Polizei schon etliche Hinweise auf diesen Beitrag und wohl auch Anzeigen erhalten. Also meldeten sie sich unter diesem abartigen Beitrag.

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(via Elke, Foto geschwärzt von mir)

Und so stand heute morgen der Staatschutz in der Wohnung des Verfassers.

Heute früh durchsuchten Beamte des Polizeilichen Staatschutzes beim Landeskriminalamt Berlin als Reaktion auf ein zynisches Hass-Posting die Wohnung des mutmaßlichen Verfassers in Hellersdorf. Der 26-Jährige soll bei Facebook den auf der Flucht nach Europa ertrunkenen dreijährigen Ailan mit folgendem Kommentar verunglimpft haben:

„Wir TRAUERN NICHT sondern wir FEIERN ES”

Bei der richterlich angeordneten Durchsuchung in der Ludwigsfelder Straße entdeckten die Polizisten bei dem Verdächtigen einen Computer sowie zwei Mobiltelefone und stellten diese als Beweismittel sicher. Nach Beendigung der polizeilichen Maßnahmen wurde er entlassen. Die Ermittlungen gegen ihn wegen des Verdachts der Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener und Volksverhetzung dauern an.

Recht so, Arschloch!

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