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Kategorie: Doku

Podcast: Eine kleine Geschichte des Walkman

Schönes Feature vom Deutschlandradio zum guten alten Walkman.

Eine „körpergebundene Kleinanlage für hochwertige Wiedergabe von Hörereignissen“ meldete der Aachener Erfinder Andreas Pavel 1977 zum Patent an. Zwei Jahre später fand das japanische Unternehmen Sony einen kürzeren Namen für das Ding: Walkman.
Kopfhörer auf, Kassette an und los: Musik zum Mitnehmen. Das Konzept wurde ein Riesenerfolg. Doch schon bald meldeten sich sozialpädagogische Bedenkenträger. Würde eine Generation von Jugendlichen unterm Kopfhörer nicht in isolierter Weltabgewandtheit heranwachsen?

Längst sind die Teens der 80er-Jahre erwachsen. Und die einstige technische Innovation hat längst ihre Geschichte, samt Mythen und Legenden: Es war einmal, als wir uns „voll cool“ fühlten und „Musik zum Mitnehmen“ als Unabhängigkeitsbewegung galt.

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(Foto unter CC von shoutabyss, via Swen)

[audio:http://podcast-mp3.dradio.de/podcast/2013/10/06/dlf_20131006_2005_16f32d3e.mp3]
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Kurz-Doku über rechte Hools von Schalke und dem BVB aus den 80ern: Die sind eben so

Es ist keine Geheimnis, dass ich für Fußball nicht sonderlich viel übrig habe, um das mal irgendwie diplomatisch zu verpacken. Andererseits habe ich ein Schwäche für Ultras, die fanatisch ihre Klubs feiern. Ich wäre ja für viel mehr Musik-Ultras, aber das ist eine andere Geschichte.

Nach der Wende besonders im Osten gewachsen und bis heute gefürchtet: Nazi-Hools, die sich irgendwie den Anschein geben, ihren Ursprung in der Ultra-Bewegung zu haben. In den 90ern gab es hier in der Gegend mitunter Kreisliga-Spiele, die nicht ohne massive Polizeipräsenz gespielt werden konnten und auch dann trotzdem schon mal abgebrochen wurden. Schuld daran: meistens Nazis, die sich als Hools unter Fangruppen gesellten, oder fast gänzlich aus diesen bestanden.

Allerdings wurde diese Abart des Fantums nicht im Osten geboren, wie diese kurze Doku aus dem Ruhrgebiet in den 80er Jahren zeigt. Teilnehmer der „Borussen Front“ machen aus ihrer Missachtung gegenüber Schalke-Fans keinen Hehl und Mitglieder der „Mighty Blues“, Schalke-Hools, lassen alles raus, was ihnen an Beleidigungen gegenüber BVB-Anhängern so einfällt. Was dabei auffällt, ist die Einfältigkeit nahezu aller gezeigten Personen, die – es ist kaum zu übersehen – in Doofheit geißelt. Was auch auffällt und wirklich erschreckt, ist die damalige Nähe zur nationalsozialistischen Gesinnung. Und zwar nicht irgendwie verholen, sondern ganz offen propagiert. Man kommt einfach nicht drum herum, diese Männer hier als absolute Volltrottel wahrzunehmen. Und dafür sind sie ganz alleine verantwortlich. Man möchte ihnen fast ein Stück Gehirn hinwerfen und ihnen sagen, wozu dieses eigentlich benutzt werden kann.

„Wir steh´n zu den Nazis, weil die Nazis power gemacht haben und die Borussenfront die macht genauso power und deshalb steh´n wir zu den Nazis und das is die Macht und da wir die Macht sind, neh? Steh´n wir auch zu den Nazis, weil das, die Nazis und die Borussenfront, das sind die Macht.“

Interessant wäre es ja schon zu sehen, was diese Leute heute so machen und wie sie zu den Aufnahmen und ihren Äußerungen von damals heute stehen. Gruselig.


(Direktlink, via Pantoffelpunk)

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Doku: Die geheime Disco-Revolution

Während halb Deutschland den ESC-Bullshit zu gucken scheint, höre ich alte Wu-Tang Platten und gebe mir diese Doku über Disco. Ich gewinne. Und das, obwohl ich Disco nie wirklich leiden mochte. Aber womöglich würde der House ohne Disco heute ganz anders klingen, oder gar nicht da sein. Und ohne House hätten wir keinen Techno. Ist so.

Von der Ära der Disco-Musik nahm man bislang gemeinhin an, dass es den Fans seinerzeit in erster Linie um Sex, Drogen, weiße Polyester-Anzüge und Plateau-Schuhe ging. Nun legen neue Erkenntnisse namhafter Experten nahe, dass dahinter viel mehr gesteckt haben könnte.
Sollte diese Epoche bis zum heutigen Tag falsch interpretiert worden sein? Eine Zeit, in der es um viel mehr ging als um Tanz-Beats und Partys bis zum Morgengrauen? In der man ein sehr viel größeres Ziel verfolgte, nämlich die Befreiung der Schwulen, Schwarzen und Frauen?
War Disco tatsächlich mehr als eine Musikmaschinerie, die Milliarden von Dollars eingespielt hatte, bevor sie von der Bild- und Tanzfläche verschwand? Wahr oder falsch – es macht in jedem Fall Spaß darüber nachzudenken, wie eine Untergrund-Bewegung funktioniert haben könnte, die so geheim war, dass selbst ihre Mitglieder nichts von ihr wussten.
„Die geheime Disco-Revolution“ verknüpft Neuinterpretationen ausgewiesener Experten mit aktuellen Interviews berühmter Stars der Disco-Ära und Insidern der damaligen Szene. Gespickt mit mitreißendem und teilweise unveröffentlichtem Archiv-Material wartet der Dokumentarfilm darüber hinaus mit einer Fülle von Hits auf, die den Zuschauer unmittelbar ins Jahr 1978 zurückversetzen.
„Die geheime Disco-Revolution“ reizt die Grenze zwischen Realität und Satire aus und wirft einen höchst amüsanten und neuen Blick auf die Glitzer-Kugel-Ära, auf ihre millionenfach verkauften Platten und einige Künstler, die im Namen der Disco-Revolution noch immer die alten Hits spielen und die bis heute ihre Teilnahme an der Bewegung verleugnen. Die doppelbödige Doku-Satire changiert zwischen ironischer Amüsiertheit und sachlicher Strenge und lässt den Zuschauer im Unklaren, was wirklich ernst gemeint ist. Gab es sie wirklich, die Gruppe von „Master-Minds“, die – wie Hellseher über ihre Disco-Kugel gebeugt – die eigentlichen Strippenzieher der Revolution auf der Tanzfläche waren und die Filmemacher Kastner vor der Kamera wieder auferstehen lässt? Mit ihnen zusammen erlebt der Zuschauer eine eigentlich hinlänglich bekannte Zeit von einem neuen und völlig überraschenden Blickwinkel aus.


(Direktlink)

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Kurzfilm über die Nächte Berlins: 5 nach Zehne

Ein sehr unaufgeregter und wohl auch deshalb sehr schöner Kurzfilm, der fünf Menschen durch die Nächte in Berlin begleitet. Und eben nicht nur hippe Szene-Leute beim Feiern zeigt, sondern auch die, die eine Stadt wie Berlin ganz unauffällig un im Stillen am Leben halten, während andere schlafen. Den Bick zwischen Anonymität und Hedonismus wurde „5 nach Zehne“ Gewinnerfilm des Berliner Kurzfilmfestivals „kiezkieken“ 2012. Toll!


(Direktlink | Danke, Felix!)

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Doku: Google und die Macht des Wissens

Verdammt sehenswerte Arte-Doku über die Google-Buch-Affäre, über Datenschutz, Download, Urheberrecht, Freiheit und Überwachung.

Im Jahr 2002 fing Google an, Weltliteratur einzuscannen. Man schloss Verträge ab mit den größten Universitätsbibliotheken wie Michigan, Harvard und Stanford in den USA, der Bodleian Bibliothek in England und der Katalanischen Bibliothek in Spanien. Das Ziel war nicht nur eine riesige globale Bibliothek aufzubauen, sondern all dieses Wissen sollte noch einem verschwiegenen Zusatzzweck zugutekommen: Man wollte eine neue Form von „Artificial Intelligence“, von künstlicher Intelligenz entwickeln.
Google bekam aber Probleme bei der Realisierung des Projekts: Mehr als die Hälfte – rund sechs Millionen – dieser Bücher waren urheberrechtlich geschützt. Autoren auf der ganzen Welt begannen, einen Feldzug gegen Google zu starten. Im Herbst 2005 reichten sowohl die amerikanische Autorengilde „The Authors Guild of America“ als auch die amerikanische Verlegervereinigung „The Association of American Publishers“ Klage ein.
Drei Jahre später kam dabei die Google-Buch-Regelung, das „Google Book Settlement“ heraus. Diese Vereinbarung umfasste 350 Seiten und wurde im Oktober 2008 veröffentlicht. Dieses Abkommen hätte Google unglaubliche neue Macht verschaffen können. Die Google-Buch-Webseite war drauf und dran, nicht nur die weltgrößte Buchhandlung zu werden, sondern auch eine gebührenpflichtige Bücherei. Google hätte das Monopol auf die Mehrheit der im 20. Jahrhundert veröffentlichten Bücher gehabt.
Im März 2011 entschied dann Richter Denny Chin nach Anhörungen gegen die Rechtsgültigkeit der Google-Buch-Regelung. Am Ende hatte eine bunte kleine Armee von Autoren und Buchhändlern eines der weltweit mächtigsten Unternehmen besiegt. In dieser Dokumentation werden in die zentrale Geschichte um die Google-Buch-Affäre andere problematische Aspekte des Themas „Internet“ eingewoben, wie Datenraub und Datenschutz, Download und Urheberrecht, Freiheit und Überwachung.


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Arte-Doku: Wild Thing – Eine Tour durch die Geschichte der Rockmusik

Tolle Arte-Doku, die sich in zwei Teilen der Geschichte der Rockmusik widmet. Lief vorhin im TV, jetzt für sieben Tage auf Arte+7. Mit allen, die auch nur annähernd irgendwas mit dem Thema Rockmusik zu tun haben dürften. Und eben so was, was man halt so guckt, wenn der Osterhase das Building verlassen hat. Ihr wisst schon.

„Wild thing … you make my heart sing … you make everything groovy …“ – spielt Jimi Hendrix diesen Song auf einer brennenden Gitarre, dann ist das die Demonstration des puren Rocks. Laut, sexy, wütend und scheinbar grenzenlos – all das ist Rock: ein Urschrei des 20. Jahrhunderts, rebellische Sounds, die später von der Musikindustrie vereinnahmt, gezähmt und zur Ware gemacht wurden. Was ist mit dem Rock passiert und wie wurde er zur Legende?
Der Regisseur Jérôme de Missolz erzählt die verrückte Geschichte des Rocks, die er selbst miterlebt hat, begibt sich auf die Suche nach den letzten Rebellen, Outcasts und Aussteigern, die für die befreiende, identitätsstiftende und zerstörerische Kraft der Rockmusik stehen und sie zum Lebensstil gemacht haben und erinnert an die, die an ihr zerbrochen sind.
Die zweiteilige Dokumentation „Wild Thing“ ist eine Rückbesinnung auf die wilden Anfangszeiten des Rock, eine Chronologie des Rocks anhand von Musikgrößen wie Chuck Berry bis Pete Doherty. Eine Geschichte, an der viele mitgewirkt haben: Jerry Lee Lewis, Little Richard, The Animals, The Troggs, The Kinks, Pretty Things, The Rolling Stones, Jimi Hendrix, Captain Beefheart, Frank Zappa, Pink Floyd, John Lennon, The Doors, The Stooges, Janis Joplin, Led Zeppelin, Velvet Underground, David Bowie, Nico, The Clash, Sex Pistols, Joy Division, Guns’N’Roses, Motorhead, Fugazi, Dead Kennedys, PJ Harvey, Nirvana, Jeff Buckley …
Die Musikdokumentation zeigt unveröffentlichte Archivbilder, Bilder von legendären und allzu früh verstorbenen Musikern wie Brian Jones, Jim Morrison, John Lennon, Jimmy Carl Black… und eine Fülle von Begegnungen mit weiterhin aktiven Rockgrößen wie Iggy Pop, Eric Burdon, Reg Presley, Kevin Ayers, Gary Duncan, John Echols, Genesis Breyer P-Orridge, Richard Hell, Lydia Lunch, Lemmy K, Slash & Duff, Peter Hook, Jello Biafra und Gary Lucas.

Teil 1:

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Teil 2:

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Doku: Die Nazi-Braut – Das Geheimnis der Beate Zschäpe

ZDF Doku aus dem Februar.

Beate Zschäpe, die mutmaßliche NSU-Terroristin, muss sich ab Mitte April unter anderem wegen Mittäterschaft an zehn Morden verantworten. Welche Rolle spielte die 38-Jährige wirklich? War sie das von den Medien hochsexualisierte „Nazi-Luder“, die bauernschlaue Überzeugungstäterin oder gar die disziplinierte und eiskalt kalkulierende Mörderin? Der „Nationalsozialistische Untergrund“ — eine Zelle aus Rechtsterroristen — tötet unerkannt zehn Jahre lang Einwanderer mit gezielten Todesschüssen und heimtückischen Nagelbomben. Nachdem die Terrorgruppe von der Polizei gestellt wird, nehmen sich zwei der drei Mitglieder das Leben.


(Direktlink)

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Doku: Loveparade 1995

Ich kam gerade aus frisch zurück aus London und dachte, meinen neuen 9er-Martens könnte man doch optimal auf der Loveparade einlaufen. Drei Stunden später bluteten mir die Füße und ich Trottel musste zwangsläufig nach Hause. Das war damals in der Bundesallee, also glücklicher Weise gleich um die Ecke. Ich zog mir Sneaker an und verbrachte die kommende Nacht im E-Werk.

Das hier ist die Dokumentation aus dem Jahr 1995, die irgendwann mal von K7! vertrieben wurde.


(Direktlink, via Tanith)

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Doku über Nazis in Californien: Louis Theroux – The Nazis

Keine Ahnung, warum ich mir hier heute einen Abend auf englisch gebe, aber vermutlich liegt es an den Inhalten. Ganz sicher sogar liegt es an diesen.

Louis Theroux ist Journalist, neben der britischen Staatsbürgerschaft besitzt er auch die amerikanische. Für die BBC produzierte er Ende des letzten Jahrtausends die Dokumentationsreihe Louis Theroux’s Weird Weekends. Dafür lebte er sich in verschiedene amerikanische Subkulturen ein, um eben so nahe wie möglich über diese berichten zu können. Eine dieser Subkulturen war damals die der in Californien aktiven Nazis.

Er geht da ziemlich locker auf diese Wichser zu und bekommt die soweit, dass die so ziemlich alles an Gedankenkotze vor laufender Kamera rauslassen. Dabei allerdings ist er trotz allem offensiv hinterfragend und macht aus seinem Unverständnis für derartig menschenverachtende Ideologien keinen Hehl. Als er sagt, dass er kein Rassist sei und das er finde, das es falsch sei ein Rassist zu sein, verstummt das Lachen der Idioten. Krasser Job, den der da macht.

Was auch deutlich wird, diese Tüpen da nehmen diesen ganzen Bullshit noch mit einer ordentlichen Ladung Humor, die mich hier fast kotzen lässt. Ambivalentes Ding, dass das so hier in der BRD so niemals nicht so aufgenommen werden könnte. Übler Shice. Wirklich. Und ein bisschen bin ich trotzdem sehr froh, dass es darüber eigentlich so gar nichts zu lachen gibt. Wichser.

Die Zwillinge sind übrigens wirklich die Prussian Blues, die erst wegen dem jungen, besungenen Rassismus und später dann wegen der durchs Kiffen bekanntgewordenen Läuterung durch die Medien gingen. Guter Job, Louis.

(Direktlink, via Mo)

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