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Gemeinderat von Waldbüttelbrunn möchte keine „Gegen Nazis“-Shirts in seiner Sitzung

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Man könnte es als eine Posse vom Land abtun, was da bei einer Gemeinderatssitzung im bayrischen Waldbüttelbrunn vorgefallen ist, man kann aber auch die Frage stellen, was an einem roten T-Shirt mit der Aufschrift „Gegen Nazis“ eigentlich ein Problem sein soll. Zumal das ja eigentlich eine politische Konsensmeinung demokratischer Parteien sein sollte. Offenbar aber sieht man das dort anders und so musste der grüne Gemeinderat Sebastian Hansen seinen Pullover während einer Sitzung des Rates wieder überziehen, nachdem er ihn auszog und ein rotes Shirt mit dem altbekannten Logo zum Vorschein kam. Bürgermeister Klaus Schmidt, ein Sozialdemokrat, begründet seine Forderung damit, dass er „ein Problem mit politischen Äußerungen im Gemeinderat“ hat. Absurd.

Hansen: „Das heißt, ein SPD-Bürgermeister fordert mich auf, ein T-Shirt mit dem Spruch ‚Gegen Nazis‘ zu verdecken. Ernsthaft?“ Bürgermeister: „Ich rede gerade. Es geht hier um jegliche politische Botschaft, ob du gegen Stubentiger bist oder sonst was.“ Hansen: „Das ist lächerlich.“ Bürgermeister: „Noch einmal eine Bemerkung wie ‚lächerlich‘ und ich verweise dich des Sitzungssaals.“

Danach wird es leicht tumultuarisch. Eine grüne Kollegin weist auf ihr Shirt, da stehe übrigens auch was drauf („Like dancing in the snow“). Ein CSU-Mann bemerkt, als Hansen unter Protest den Pulli wieder überstülpt: „So siehst du viel schöner aus.“ Und jetzt will Hansen das Ganze von der Kommunalaufsicht geprüft wissen. Das Landratsamt Würzburg will demnächst entscheiden, ob das alles seine Richtigkeit hatte im Gemeinderat von Waldbüttelbrunn.

2 Kommentare

  1. FrankN.Stein5. Mai 2016 at 13:15

    In unserem Kreistag gibt’s keine Politik! Wo kämen wir denn da hin!!!

  2. Life7. Mai 2016 at 19:30

    Verständlich. Ich denke Sie würden auch T-Shirts mit der Aufschrift „Ich mag Nazis“ verbannen. That’s life.

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