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Das Kraftfuttermischwerk Beiträge

Zivilisation als solche hat so verdammt viele Vorteile.

Badewanne, kaltes Bier, eiskalter Vodka, Essen beim – zugegeben miesen – Griechen. Strom ohne Ende, I-Net auch, die verdammt netten Beiträge von Herrn Grau, das auswerten von tausenden Bildern, Filterzigaretten, ja Filterzigaretten, Kommunikatives mit kommunikationsfähigen Menschen und Musik. Ich bin wieder da. Im Eimer wie Sau, also körperlich betrachtet. Um einige Erfahrungen reicher, um einige Kilos Ärmer. Ich glaube, den Rest gibt es erst Morgen. Ich muss ins Bett jetzt. Gute Nacht.

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Back for good

Wenn ich mir alles richtig gemerkt habe, kommt der Hausherr heute zurück von der Erlebnispädagogik. Ich räum dann jetzt noch schnell den gröbsten Dreck weg, einmal ausfegen und dann gehe ich wieder nach Hause und gönn mir zur Belohnung ein leckeres Graubrot. Ich danke für die Aufmerksamkeit, werte Kraftfuttermischwerkkunden, ich war gerne für sie da!
Ich danke dem Hausherrn, es war mir eine Ehre und ein Vergnügen, hier zu sein.
Ich danke meinem Produzenten, ohne den das alles nicht möglich gewesen wäre.
Ich danke meiner Mutter … Ok, ich hör schon auf.
Auf Wiedersehen!

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Techno? Nein danke!

Meine musikalische Sozialisation begann mit Vaters Plattensammlung. Drei Alben hatten es mir besonders angetan. Eine von zwei kabarettistischen Liedermachen, deren Namen ich nicht mehr weiß. Eine von Konstantin Wecker (die mit dem erschlagenen Willy drauf). Und das blaue Album der Beatles. Damit war der Rahmen erstmal gesteckt. Ich mochte Pathos, ich mochte Musik, die sich bei aller experimentellen Ausflügen auf Gitarre, Bass, Schlagzeug und eventuell Piano zurückführen lässt. Ich war die einfache Einheit des Songs gewohnt.
So vorgeprägt, war es ein kurzer Schritt hin zu R.E.M. Ich hatte irgendwo schon kurz nach der Veröffentlichung im Sommer 1991 Shiny Happy People gehört und war angefixt. Der einzige, der damals außer mir in der Klasse noch R.E.M. kannte, war ein komischer aber sympathischer Computernerd, der zwei wesentlich ältere Brüder hatte und ihn mit dem versorgten, was in der schwäbischen Kleinstadt „Indiemusik“ genannt wurde. Und R.E.M waren bis in den Sommer 1992 verdammt „Indie“ bei uns in der Provinz. Und zum Indiemusikhören gehörte auch die Arroganz, alles andere doof zu finden.
Zum Glück waren Nirvana erlaubt. Denn dieser verzweifelte Zorn von „Teen Spirit“, der sprach mir als 14 jährigem Bürgerssohn in Schwaben voll aus der Seele. War ja klar, dass nur ein völlig kaputter Junkie aus Seattle mein Lebensgefühl wiedergeben konnte. (Hatte ich erwähnt, dass ich Karten hatte für das erste Konzert, das Nirvana nicht mehr gespielt haben, nach Kurties Zusammenbruch in Rom? Seht Ihr, ich war so was von Indie!)
1994 hatte ich dann zwar immer noch keine coolen älteren Brüder, aber ältere Freunde mit coolem Indiemusikgeschmack. So lernte ich den größten Egomanen der Indiemusikgeschichte kennen: Billy Corgan. Bis heute gehören die Pumpkins-Alben bis inklusive „Adore“ zu dem ergreifendsten Zeug, das ich kenne. Obwohl das Corgansche Repertoire stilistisch nur sehr sehr bedingt Varianzen aufzeigt. Das Konzert am 19. April 1996 in Stuttgart gehört zu den besten Abenden meines Lebens. Ich war zwar nach der ersten Dreiviertelstunde schon so fertig, dass mich die Ordner aus dem Moshpit ziehen mussten, aber zu den Zugaben war ich dann wieder mittenmang dabei. Zwischendurch habe ich eben von der Vorhalle aus glücklich gelauscht.

Mit dem Quartett „Beatles-R.E.M-Nirvana-Pumpkins“ war meine offizielle Musiklandkarte abgesteckt. Was da nicht reinpasste, wurde verdammt. Oder mehr so heimlich gehört, beziehungsweise nur mit den ironischen Gänsefüßchen versehen konsumiert. Weil ohne Nena, Depeche Mode und den bildungsbürgerlichen Kommerz-HipHop der Fantas war es dann schon etwas langweilig auf Dauer. Letzterer hatte den Heimat-Bonus (Hatte ich erwähnt, dass ich Michi Beck mal volllaberte?) und war irgendwie genehmigt. Und Punk gehörte sowohl zur linken Attitüde und zu den Wurzeln von College-Rock und Grunge. Was ich darüber hinaus noch zugab und unter dem „Kennt eh keiner“-Label verstecken konnte, war mein Interesse für Rave.

Die meisten schauten mich dann erschrocken an und fragten: „Du hörst Techno???“ Nein, eben nicht. Techno ging gar nicht. Bäh.

Erstens hat Techno keine Songstruktur. Finde ich bis heute schwierig.
Zweitens fehlt es Techno an Intellektualität. Oder dem, was wir damals da drunter verstanden: Die Welt ist schlecht, die Welt versteht mich nicht. Techno hören war was für die blöden Kinder reicher Eltern, die den 3er BMW schon zur Konfirmation bekamen.
Drittens sahen die dreieinhalb Jungs auf unserer Schule, die Techno nicht nur hörten, sondern lebten (also keine Eros Ramazotti-CD für die Mädels im CD-Wechsler hatten) scheiße aus. Sie waren bleicher als die Computernerds, sie hatten ekelig splissige lange Haare (unsere Indiemähnen waren gepflegt und feminin zum Zopf zusammengebunden) und trugen komische viel zu große, viel zu bunte Pullover mit komischen Tribalmustern drauf. Wir hatten die hübscheren Freundinnen. Und sie schworen darauf, dass Gabber the thing to come sei. Da blutet mir bis heute das Ohr.

Dass ich bereits Ende 1996 auf meiner ersten Goa-Party war und danach ein oder zwei geheime Raves (also jetzt mit Techno) in verlassenen Fabrikgebäuden besuchte, dass ich Ambient und House ganz oft ganz doll entspannend finde, dass konnte ich manchen Indiekollegen erst sagen, als sich die Clique in die Welt zerstreute, neue Blickwinkel entdeckte und die Crossover-Berührungen zwischen den Szenen größer wurden.

Was allerdings am Mayday toll gewesen sein soll, verstehe ich bis heute nicht.
(Mein erstes Konzert war übrigens 1991 eins von den Prinzen. Aber verratet mich nicht.)

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Discoflashback

Ende der 90er waren wir donnerstags immer im „Universum“, einer Diskothek auf dem Campus Vaihingen der Universität Stuttgart. Da spielte der DJ, der tagsüber Langzeitstudent fürs Lehramt (Englisch und Erdkunde, glaube ich) war, den verrücktesten Mix der Stadt. Alle Stilrichtungen, Hauptsache tanzbar.
Das hat meine Ohren geöffnet und meine Musikstalinismus-Phase beendet.
Ein paar Stücke gehörten zum Standardrepertoire. Das hier auch:

Direktstandard
(wieder daran gedacht, dank Andreas! Und wenn ich vor Freitag herausfinde, ob und wie ich als Gastautor Videos einbinden darf, reiche ich das auch noch hier eingebettet nach.)

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Bauch frei?

Gestern ganz intuitiv und herzlich naiv einer lieben Freundin über den schwangeren Bauch gestrichen. Erst im Moment der Tat ist mir aufgegangen, dass das ganz schön intim ist und dass ich besser vorher mal hätte fragen sollen…

Sie hat’s mir zum Glück nicht übel genommen.

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When will we see us

Ich weiß nicht, wie der Hausherr von hier auf mein eigenes kleines Blog aufmerksam wurde, kann mich aber noch gut daran erinnern, wie ich Stammabnehmer der Kraftfuttermischung wurde.
Als Blogneuling benahm ich mich entsprechend jeglicher Erwartung und geriet zunächst einmal auf die Blogs, die alle kennen. Und bei Herrn Walters Blog gefiel es mir spontan. Unter anderem, weil der lauter gute Kumpels zu haben schien. Da kamen immer so freundschaftliche Kommentare zu den Beiträgen und ich war mir sicher, der Herr Walter ist ein ganz cooler Typ mit einer Riesenclique.
Am besten gefiel mir der Ton zwischen Herrn Walter und dem Hausherrn von hier. Dicke Freunde mussten das sein! Und Freunde von Herrn Walter wollte ich doch auch mal aufs Blog schauen.
So kam ich hier an. Und bin geblieben.

Mittlerweile habe ich einiges gelesen und gesehen und gehört, sodass mir der Hausherr von hier irgendwie recht vertraut ist. Doch das irgendwie ist entscheidend:
Trotz manch intimen Einblicks in die Gefühls- und Gedankenwelt des anderen, trotz der ein oder anderen ausführlichen Mail sind wir uns virtuell begegnet. Das läuft zwar wie im echten Leben: zwei quatschen sich an, einer macht nen Spruch, der andere reagiert witzig, die Neugier aufeinander wächst, es wird auch mal ernsthaft, etc. pp. Aber es ist nicht das echte Leben.
Ich habe Angst davor, den Hausherrn von hier kennenzulernen. Das ist wahrscheinlich kindisch, ich weiß. Nur, was würde aus dieser Blogfreundschaft, wenn wir uns in der direkten Kommunikation nicht verstehen würden?
Das ist wie mit Kontaktanzeigen. Da steht ein spannender Vierzeiler im Stadtmagazin, du antwortest kreativ, der Postaustausch funktioniert wunderbar und dann stehen sich zwei ziemlich inkompatible Menschen gegenüber. Dann ist wieder das erste Wort entscheidend. Ich bin groß darin, erste Worte zu versauen.
Vor 15 Jahren habe ich Michi Beck von den Fantastischen Vier ganz aufgeregt erzählt, dass ich Radio-DJ werden will. Keine Ahnung, warum. Den Jungrapper hat das auch keinen Deut interessiert und mein „Meet a Star“ am Hinterausgang der Stadthalle war vorbei. Heute bin ich kein Radio-DJ, aber die Situation ist mir immer noch peinlich.

Neulich dachte ich, ich hätte den Hausherrn von hier live gesehen und gleich verärgert. Da lag ein Typ, der aussah, wie ich mir den Hausherrn von hier vorstelle, mit seiner dreadlockstragenden Partnerin auf der gleichen Liegewiese wie ich und ein paar Bekannte von mir.
Wir, also meine Bekannten und ich, waren etwas lauter als alle anderen. Ganz ehrlich, wir haben die Liegewiese beschallt mit unseren Gesprächen (die sich dank unserer Lektüre von Klatschblättern um die Cellulite von Promikörpern drehte). Und der Typ, der der Hausherr von hier gewesen sein könnte, und dessen Partnerin waren ordentlich angepisst von uns.
Wir waren anstregend und unverschämt. Die Reaktion von den anderen beiden war humorfrei und gleich beim ersten Versuch beleidigt. So kommt keine Kommunikation zustande.

Saint, solltest Du das gewesen sein, ich war der Schnösel mit den gackernden Mädels an der Seite. Sorry, wir waren zu laut. Wann sehen wir uns im echten Leben?

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Feuerwerkersymphonie Potsdam 07 in Bildern oder

ein Feuerwerk für Herrn Grau. Ich bin weg. Gleich zumindest. Ab jetzt übernimmt Björn, was ja wohl mindestens ein Feuerwerk wert sein sollte, auch wenn ich mich mit den Cams mal wieder verkalkuliert habe. Aber was solls: ich bin nunmal Sozialarbeiter und nicht Fotograf. Auch wenn ich das gerne wäre…
Bilder nach dem Klick.

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