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Schlagwort: Disco

Verlassene italienische Großraumdiscos

Ich war bisher nur einmal in Italien tanzen. Tanzen und auflegen. In Neapel spielte ich in einem von der Antifa verwalteten Kulturzentrum, das relativ klein aber trotzdem recht schön war. Auch weil es an die Berliner Klubs der 90er erinnerte. Alle Gäste kamen gegen 23:00 Uhr, tranken als gäbe es keinen Morgen und um 24:00 Uhr hatte ich den Dancefloor voll, was auch bis 04:00 Uhr so bleiben sollte. Dann machte der Chef das Licht an, öffnete die Türen und ein paar Minuten später war der Laden leer. Sperrstunde. Um 05:00 Uhr lag ich im Bett des Hotelzimmers. “Kurze Partynächte machen die hier”, dachte ich damals so bei mir.

Das es in Italien auch durchaus ausschweifender zur Sache ging, zeigt dieser reichlich bebilderte Artikel, den SpOn gerade über dort verfallende Luxus-Diskotheken hat. Der Fotograf Antonio La Grotta verewigt auf seinen Bildern verfallende italienische Nobel-Discos.

Und um zur richtigen Disco zu kommen, fuhren die jungen Italiener in den Achtziger- und Neunzigerjahren kilometerweit durchs Land, denn oft waren die Tanztempel am Stadtrand gelegen; mit Leuchtstrahlern lockten sie die Nachtschwärmer an.

[…]

Tempi passati! Heute stehen viele dieser Tanztempel von einst nur noch als Ruinen in der Landschaft. Manche brannten nieder. War es Brandstiftung? Bei anderen kam die Drogenfahndung. Manchmal hatten sich die Besitzer einfach verkalkuliert.

La Grotta allerdings ist nicht der erste und auch nicht der einzige, der auf den alten italienischen Dancefloor-Pfaden wandelt, so besucht die Bloggerin Jessica da Ros schon seit 2012 die legendären Tanzschuppen und zeigt sie auf ihrem Blog “Memories on a Dancefloor“.


(Foto: Memories on a Dancefloor)

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Klar & PF – Exclusive Nightflight Guest Mix – 01.09.14

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Disco und House-Mixtur von Kirill Larionov und Bulat Iskhakov aka Klar & PF aus Saint-Petersburg.

“KLar & PF – the creative duo by two friends and associates from the northern capital of music and arts – Kirill Larionov and Bulat Iskhakov. Tender, melodic, warm and atmospheric – these are the criteria, that make up the musical sphere of this project. Their sound varies from house and disco, to lyrical downtempo. Kirill Larionov – St. Petersburg DJ and musician – literally from the first steps caught the attention of the public. In their studio, the guys write songs, surrounded by rarity synths and guitar processors. Kirill plays the keyboards, as Bulat adds drive, playing the electric guitar. The duo has worked with Tesla Boy, Mangaka and Satin Jackets. Their hit rework of Gotye & Kimbra gathered tens of thousands of plays.”


(Direktlink)

Tracklist:
01. Bo Saris – Little Bit More (Crazy P Remix) – Universal Music Jazz
02. Hot Toddy – Mutha Sucka (Ron Basejam Remix) – Remission Records
03. TV – Disco Scene – Midnight Riot
04. Adesse Versions – Freaks Of The Industry – White Label
05. J Boogie’s Dubtronic Science feat. The Pimps Of Joytime – Go to Work (Hot Toddy Remix) – OM Records
06. Lopez – Discoshit – Keep Up!
07. Disco Boogie Classics – Jump Jo The Edit – Giant Cuts Digital
08. Tarantulaz feat. Renn – Stop The World (Tarantulaz Dub) – Z Records
09. Max Graef – Sensation – Melbourne Deepcast
10. Sunner Soul – Boogie Creator – Vintage Records
11. Mario & Vidis feat. Barbarossa – Wishing Well – Silence Music
12. ONUKA – Look (Acos CoolKAs Lunar Breakfast Mix) – FREE DOWNLOAD
13. Satin Jackets feat. Patrick Baker – Fall Apart – Eskimo Recordings

Hier findet Ihr…

… die komplette Playlist der Sendung.
… alle bisherigen Mixe noch ein mal zu Nachhören.

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YNK – Exclusive Nightflight Guest Mix – 18.03.14

Diese Woche hatte ich das Vergnügen einen sehr spannenden Gast-Mix des Künstlers YNK in meinem Nightflight auf Fritz spielen zu können.
YNK oder Yannick wie er mit bürgerlichem Namen heißt, betreibt das Label Maria Colors und hat bisher ein paar schöne Releases auf dem Drei Farben House Label “Tenderpark” am Start.

Der Name YNK stammt, wie Yannick selbst sagt aus seinen Jugendtagen, “… als ich ein fieser Graffiti-Writer war, war das mein tag.” Es ist ein Wortspiel aus der Abkürzung seines Namens und dem Wort “ink”… Passt!

Musikalisch bewegt sich der Mix diesmal irgendwo in den Grenzbereichen elektronischer Musik, da wo sich House & Techno Gute Nacht sagen, um anschließend im dichten Nebel der Sportzigarette gemeinsam mit dem Rest der Bagage und dem besten Kumpel Disko auf der Couch zu versacken.

Für alle die’s mal etwas anders mögen.

Bis nächste Woche,
Tobi


Direktlink

Tracklist:

01. Berliner Ring – Unidentified Airport – Meakusma
02. Max Goldt – The Dance Of No Return – Gagarin Records
03. Don Papa – Dans Hall Dub – Sex Tags Amfibia
04. Dont – Bimmel – Atelier Records
05. Luke Wyatt – Olds Achieva Care Bear – Emotional Response
06. Smea – Koala Grip – Börft Records
07. Benedek – Track 4 – Peoples Potential Unlimited
08. DJ Spider & Marshallito – C17H21NO2 – The Trilogy Tapes
09. GB – The Dreamer – Gifted & Blessed
10. Five O’Clock Traffic – Western Rationality – Börft Records
11. Dresvn – Untitled – Acido Records
12. Steffen Baldo – Social Distortion – Polyfon
13. Omar S – Groove On – FXHE Records
14. Kemetrix – Ancient Godz – Pomelo
15. Ian Martin – B2 – Panzerkreuz Records
16. YNK – The Withdrawal – Sama Recordings
17. Portable – Albatross – Süd Electronic
18. SW feat. Paleo – Track 1 – SUED

Hier findet Ihr…

… die komplette Playlist der Sendung.
alle bisherigen Mixe noch ein mal zu nachhören.
… und hier nochmal die komplette Sendung im Loopstream zum nachhören.

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Fotos einer Dorfdisco der DDR in den späten 70er Jahren und ein Buch darüber

Dorfdisco_Beyern_1978-80


(Foto: © Thomas Kläber)

Ich bin dann doch etwas zu jung, als das ich mir in der DDR die Nächte in irgendwelchen Tanzschuppen um die Ohren hätte schlagen können. Das begann bei mir erst kurz nach dem Fall der Mauer und hätte ganz sicher auch einige spannende Bilder gegeben, aber darum soll es nicht gehen.

Thomas Kläber, der bis heute als Fotograf tätig ist, war Ende der 70er schon alt genug, um mit seiner Praktica MTL die Disco seines Dorfes besuchen zu können, die eigentlich eine Kneipe war. “Die Dorfdisco war nun mal ein Teil des Landlebens.”, sagt er. Und so sahen es wohl viele der damals Tanzlüstigen im Südbrandenburgischen. Man traf sich dann eben in jener Kneipe in Beyern um das Wochenende gebührend zu betanzen. Was junge Leute halt so machten, heute noch so machen, wenn auch anders – womöglich.

Dabei konnte Kläber Fotos machen, die einen Alltag wiederzugeben vermögen, wie man sie heute nur sehr selten zu sehen bekommt. Das ganz normale Leben aufm Dorf. Am Wochenende. Mit Bier, mit Schnaps, mit Musik, mit Kumpels, mit Liebe und mit all dem, was da eben zu gehört. Mit viel weniger Stock im Arsch, als das all die Fotos zeigen, die man heute aus den Diskotheken zu sehen bekommt. Platz für Fratzengeballer gab es damals keinen, dafür aber Authentizität. Genau diese hat Kläber auf seine Fotos gebannt. Tanzen aufm Dorf. Einestages hat neben einer superschönen Fotostrecke, die sich eigentlich erst in ihrer Gesamtheit zu einem Bild zusammensetzen mag, auch einige lesenswerte Statements des damaligen, vielleicht eher unfreiwilligen Chronisten.

“Es sind Bilder wie von einem Film-Set. Einem Film, der in der DDR spielt. Schwarzweiß. Irgendwo, tief in der Provinz. In einer Kneipe mit Sprelacart-Tischen und Mustertapeten im blassen Licht von Leuchtstoffröhren. Es ist Ende der siebziger Jahre. Die Männer tragen strähnige Langhaarfrisuren, karierte Hemden, Jeansjacken; die Frauen kurzärmelige Strickpullis oder weiße Blusen zu frisch geföhnter Dauerwelle, die Wirtin trägt Kittelschürze. Jedes Foto zeigt eine Szene, jedes Bild scheint eine Geschichte zu erzählen. Zugleich wirken sogar Details wie selbstverständlich, zufällig, authentisch – wohl deshalb, weil es gar keine Bilder aus einem Film sind. Was hier zu sehen ist, ist das echte Leben.”

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(Foto: © Thomas Kläber)

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Thomas Kläber hat seine Erinnerungen in Form von allerhand Aufnahmen aus den Jahren 1978 – 1980 jetzt in ein Buch binden lassen, welches beim Expose Verlag erschienen ist und den ausdrucksstarken Namen “Tanz” trägt.

“Festivität, Dorffest, Schwof – so könnte es in den 1970ern in einem kleinen Ort in Irland, Belgien oder dem Ruhrgebiet stattgefunden haben. Tatsächlich liegt der Schauplatz in Beyern in der DDR, was aber sonst von geringer Bedeutung ist.

Ein Panorama menschlicher Emotionen tut sich auf und verdichtet sich zu einer mitreissenden Bilderzählung, in die wir dank der hautnahen Präsenz des Fotografen eintauchen können, um uns dann verwundert zu fragen, ob auch wir jemals so berührend/beglückend menschliche Nähe erfahren haben. Eine Ballade aus vergangener Zeit!”

Da würde ich wirklich nur allzu gerne mal drin schmökern wollen.

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Doku: Die geheime Disco-Revolution

Während halb Deutschland den ESC-Bullshit zu gucken scheint, höre ich alte Wu-Tang Platten und gebe mir diese Doku über Disco. Ich gewinne. Und das, obwohl ich Disco nie wirklich leiden mochte. Aber womöglich würde der House ohne Disco heute ganz anders klingen, oder gar nicht da sein. Und ohne House hätten wir keinen Techno. Ist so.

Von der Ära der Disco-Musik nahm man bislang gemeinhin an, dass es den Fans seinerzeit in erster Linie um Sex, Drogen, weiße Polyester-Anzüge und Plateau-Schuhe ging. Nun legen neue Erkenntnisse namhafter Experten nahe, dass dahinter viel mehr gesteckt haben könnte.
Sollte diese Epoche bis zum heutigen Tag falsch interpretiert worden sein? Eine Zeit, in der es um viel mehr ging als um Tanz-Beats und Partys bis zum Morgengrauen? In der man ein sehr viel größeres Ziel verfolgte, nämlich die Befreiung der Schwulen, Schwarzen und Frauen?
War Disco tatsächlich mehr als eine Musikmaschinerie, die Milliarden von Dollars eingespielt hatte, bevor sie von der Bild- und Tanzfläche verschwand? Wahr oder falsch – es macht in jedem Fall Spaß darüber nachzudenken, wie eine Untergrund-Bewegung funktioniert haben könnte, die so geheim war, dass selbst ihre Mitglieder nichts von ihr wussten.
„Die geheime Disco-Revolution” verknüpft Neuinterpretationen ausgewiesener Experten mit aktuellen Interviews berühmter Stars der Disco-Ära und Insidern der damaligen Szene. Gespickt mit mitreißendem und teilweise unveröffentlichtem Archiv-Material wartet der Dokumentarfilm darüber hinaus mit einer Fülle von Hits auf, die den Zuschauer unmittelbar ins Jahr 1978 zurückversetzen.
„Die geheime Disco-Revolution” reizt die Grenze zwischen Realität und Satire aus und wirft einen höchst amüsanten und neuen Blick auf die Glitzer-Kugel-Ära, auf ihre millionenfach verkauften Platten und einige Künstler, die im Namen der Disco-Revolution noch immer die alten Hits spielen und die bis heute ihre Teilnahme an der Bewegung verleugnen. Die doppelbödige Doku-Satire changiert zwischen ironischer Amüsiertheit und sachlicher Strenge und lässt den Zuschauer im Unklaren, was wirklich ernst gemeint ist. Gab es sie wirklich, die Gruppe von „Master-Minds”, die – wie Hellseher über ihre Disco-Kugel gebeugt – die eigentlichen Strippenzieher der Revolution auf der Tanzfläche waren und die Filmemacher Kastner vor der Kamera wieder auferstehen lässt? Mit ihnen zusammen erlebt der Zuschauer eine eigentlich hinlänglich bekannte Zeit von einem neuen und völlig überraschenden Blickwinkel aus.


(Direktlink)

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