In Klink bei Waren an der Müritz haben sie vor ein paar Tagen ein im Osten nicht unbekanntes und dennoch in die Jahre gekommenes, mittlerweile schon länger verlassenes, ehemaliges Vorzeigehotel des Ostens in die Luft gejagt. Es handelte sich dabei um ein 10-stöckiges DDR-Hotel, welches im Jahr 1974 für 50 Millionen DDR-Mark erbaut worden und primär FDGB-Mitgliedern vorbehalten war. 380 Kilo Sprengstoff machten aus dem ehemaligen Müritz-Hotel 20.000 Tonnen Bauschutt. Bämm. Weil es, so die aktuellen Besitzer, „nicht mehr saniert“ werden konnte.
Wenn der Schutt dann geräumt wurde, wird es an genau jener Stelle ein neues Hotel geben.
Davon gehe ich jetzt einfach mal aus. Also, dass dem so ist. Klar.
Ich kann obiges Bild an dem hier angegeben GPS-Punkt gerade nicht finden. Das Auto schon.
Aber wenn ich näher ran will, ist es dann weg. Kann sein, dass ich mich jetzt zu blöde anstelle (wenn da wer näher rankommt, mal bitte in die Kommentare), aber irgendwann in diesem Jahr stand dort wohl in Montana mal diese silberne Limousine, aus deren Hinterfenster ein blanker Arsch in die Street View Kamera von Google linste. Und eben auch dieser blanker Arsch muss irgendeine Geschichte haben, die wir alle nicht kennen, von der wir alle nichts wissen – und vielleicht auch gar nichts wissen wollen. Vielleicht aber dann ja doch.
Heute habe ich gelernt: Die Toraja sind ein Volk auf dem Hochland Tanah Toraja auf der Insel Sulawesi in Indonesien und sie pflegten einst ziemlich außergewöhnliche Beerdigungsriten. Also nicht nur bei ihnen gestorbenen Neugeborenen. Sie glauben, „dass ein Erdenleben nur ein Übergang ist und nur das Jenseits von Bedeutung ist. Beim Tod eines Menschen verlässt die Seele zwar den Körper, aber verbleibt in der nächsten Umgebung.“ Auch deshalb sind Erdbestattungen tabu. Soweit, so religiös nicht ungewöhnlich.
Bei der Bestattung von neugeborenen Babies, allerdings, wird es dann doch etwas spezieller. Diese nämlich wurden oder werden noch in besonderen Bäumen bestattet. Es handelt sich dabei um eine besondere harzreiche Baumart. Das Harz soll die Kinder ähnlich wie Muttermilch nähren, damit sie gemeinsam mit dem Baum wachsen, da man sie als zu jung zum Sterben ansieht.
Mittlerweile geraten diese und andere Traditionen in Vergessenheit, da immer mehr Toraja in die Städte ziehen und dort nach Arbeit suchen.
Schon abgefahren, wie unterschiedlich doch derartige Rituale und die Beweggründe für solche auf der Welt sein können. Und das meine ich in dem konkreten Fall ausdrücklich wertfrei.
Kurzer Reminder zum G20-Gipfel: Während/nach diesem hielt die Polizei stundenlang einen Bus der Jugend von „Die Falken“ fest. Die Polizei hatte dort wohl „irgendwen mit irgendwem verwechselt“ und die durchgeführten Maßnahmen deshalb für angemessen gehalten. Waren sie nicht, wie ein Gericht jüngst feststellte.
Mehrere „Falken“-Mitglieder sind im Gewahrsam besonders entwürdigend behandelt worden. „In einigen Fällen gab es körperliche Gewalt, einige von uns mussten sich total entkleiden.“ Das Hamburger Verwaltungsgericht stellte fest, dass die Ingewahrsamnahme rechtswidrig gewesen wäre. Somit kam das bisher erste Urteil gegen die Polizei im G20-Kontext zu Stande.
Falken-Chef Erzkamp sagte, die geforderte Summe bestehe aus einem Grundbetrag von 250 Euro pro Kopf und einem Extrabetrag für besonders betroffene Opfer. Erhalte man das Geld, werde man einen Großteil an den Republikanischen Anwaltsverein spenden, der sich für G20-Gegner einsetzt.
[…]
Falken-Anwalt Jasper Prigge sagte, es gehe „um schwerwiegende Grundrechtseingriffe, die nicht gerechtfertigt waren“. Das betreffe nicht allein die Ingewahrsamnahme, „sondern auch die Behandlung im Gewahrsam“. Die Staatsanwaltschaft Hamburg ermittelt im Zusammenhang mit den „Falken“ gegen mehrere Polizisten. „Wir prüfen die Vorwürfe Freiheitsberaubung, Nötigung und Körperverletzung im Amt“, sagte eine Sprecherin.
Ich war ja nie da. Ich hatte auch nie das Bedürfnis. Aber das muss wohl diese zu verteidigende „Leitkultur“ sein, von der in letzter Zeit mal wieder so viele reden. Hitler-Grüße scheinen aktuell wieder ein Ding zu sein. Überrascht mich leider gerade gar nicht.
Zumindest ein Teil der frisch gewählten Fraktion. Frauke Petry hat soeben bekannt gegeben, aus der AfD austreten und eine neue Partei gründen zu wollen. Langsam wird es dann unübersichtlich.
Auch der Parlamentarische Geschäftsführer Uwe Wurlitzer und die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Kirsten Muster würden ihre Ämter in der Fraktion „mit Ablauf des heutigen Tages“ aufgeben, sagte Petry.
Ich habe gerade keine Antwort. Keine Lösung. Nicht mal für mich. Wir reden viel drüber, schlafen schlecht. Keine Ahnung, ob das wieder besser wird. Ich habe die zuletzt sterbende Hoffnung als aber dann doch sterbende Hoffnung schon vor der Partei propagiert. Was mich trotzdem bis heute nicht davon abgehalten hat, für diese dennoch einzustehen. Aktuell mehr denn je. Trotz Ⓐlle dem. Gerade jetzt.
Die Stille im Haus, das Schweigen zum Schluss
Haare im Kissen und Haare im Abfluss
gemeinsame Zukunft, das Leben danach
die Materialschlacht
Die Hoffnung, der Stolz, das wahre Gesicht
der eiserne Wille und wie er zerbricht
die Kämpfe, die Ohnmacht, der stechende Schmerz
und das stolpernde Herz
Das ständige Aufstehen, das ständige Umfallen
und wenn der letzte Satz nichts kann
denkt der Gegensatz:
mach Platz, jetzt bin ich dran
Das Glück und die Verfolger
und einer ruft von hinten:
wenn das der Frieden ist
musst du den Krieg nicht noch erfinden
Die schlechten Verlierer, die schlechten Gewinner
die Grenze des Schlimmen und immer noch schlimmer
ein Strohhalm im Angebot
Katze Spaß, Maus tot
Die haushohen Wellen, die Schlösser auf Sand
die Schere im Kopf und der Rücken zur Wand
feuchte Augen, die sich rot verfärben
sie wollen nur leben vorm Sterben
Das ständige Umfallen, das ständige Aufstehen
und wenn der letzte Schlag nichts kann
denkt der Gegenschlag:
mach Platz, jetzt bin ich dran
Ich wollte nicht ertrinken
ich fing langsam an zu sinken
mit meinen Schwimmflügeln aus Blei
und alles Leichte schwamm vorbei
Das Glück und die Verfolger
und der eine rief nach hinten:
wenn das der Frieden ist
musst du den Krieg nicht noch erfinden
Diese Fahrvideos japanischer Bahnen, für die dann vieles gespiegelt und kaleidoskopiert wird, gehen schon seit ein paar Jahren und sind mitunter eher so naja. Für dieses hier allerdings wurde ein enorm passender Sound ausgesucht. Der kommt von Nujabes und ist ziemlich geiles Zeug.
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