Zum Inhalt springen

Innenminister wollen Shazam für Nazi-Mucke

Laut Spiegel hätten die Innenminister der Länder gerne eine Software im Einsatz, die das Funktionsprinzip der beliebten App Shazam übernimmt. Diese soll dann im Kampf gegen rechtsextremistische Musik eingesetzt werden. Wohl auch weil man von den Beamten vor Ort nicht erwarten kann, Nazi-Mucke als solche auch zu erkennen. Immer wieder in den letzten Jahren wurde berichtet, dass Beamte auch dann keine Nazi-Konzerte sprengten, wenn von weitem ganz deutlich zu vernehmen war, welche Inhalte die dortig vorgetragenen Texte hatten. Unabhängig davon soll die Musik-Erkennungssoftware aber auch eingesetzt werden, um indizierte Musiktitel in Internetradios zu erkennen. „Ein Vorteil sei, dass es „Ressourcen schont und sehr schnelle Untersuchungen ermöglicht“, heißt es in einer internen Bewertung.“, so der Spiegel. Menschliche Kenntnisse darüber werden damit wohl überflüssig. Inwiefern einfache Punk-Riffs dabei schon mal unberechtigte Treffer landen ist bisher nicht bekannt, ob das ganze rechtlich überhaupt möglich ist und eventuell eine nicht erlaubte akustische Raumüberwachung darstellt, ebenso wenig. Aber da wird man sich sicher schon was einfallen lassen.

Am Ende würde das bedeuten, dass du als Polli nicht mehr wissen musst, was verboten ist, sondern einfach nur eine App haben musst, die das zu wissen vorgibt.

„Im vergangenen Jahr setzte die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien 90 Tonträger wegen Nazi- und rassistischer Inhalte auf den Index.“
(via De:Bug)

3 Kommentare

  1. Chris1. Dezember 2013 at 23:58

    Naja, das kommt dann wohl genauso langsam aber unaufhaltsam wie es damals die Videoüberwachung im öffentlichen Raum war. Jetzt kommt eben noch die Akkustiküberwachung mit automatisierter (Algorithmus basierter) Erkennung von Anomalitäten hinzu. Passt natürlich auch in die vorhandenen Kameras und gibts doch schon in jedem Smartphone!

    Passt also demnächst gut auf, was Ihr ausserhalb Eurer Wohnung an Musik spielt oder worüber Ihr Euch auf öffentlichen Plätzen unterhaltet. Schöne neue Welt!

  2. krause2. Dezember 2013 at 00:15

    Wir haben mal die Pozilei geholt weil übern Hof Partylärm mit Nazi-Liedgut zu hören war. Die waren 5 Minuten später da, haben mit uns gehorcht und als sie genug ‚Schlüsselworte‘ hatten sind sie rüber und haben das beendet. Das war vor 2 Jahren in Berlin Reinickendorf. Damit wolltick nur andeuten, so gehts scheinbar auch..

  3. Joachim2. Dezember 2013 at 11:47

    Mal abgesehen das das gegen rechte music eingesetzt werden soll, was ich unterstütze! Bin überzeugt das rechtes gedankengut auch anders bekämpft werden kann zb. mit besseren Bildungsangeboten oder sozialen Veranstaltungen!
    Das Problem ist das dieses App kann genauso schnell gegen Linksextreme oder rapper die Politiker beleidigen, umprogrammiert werden.
    In naher Zukunft wird bestimmt soetwas gegen jounalisten/Blogger eigesetzt weil sie sich kritsch über etwas äußern. Langweilige Gesellschaft!!
    Mich wundert es das es die Leute alle ohne zu zucken hinnehmen.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.