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Schlagwort: Social Media

Der Freundeskreis Nordkorea lässt verlauten: der oberste Führer muss nicht auf die Toilette gehen

Einer dieser Momente, in denen ich nicht weiß, ob ich gerade einer Satire auf den Leim gehe (passiert ja mal), oder ob das so tatsächlich ernstgemeint ist: die Facebook-Seite Freundeskreis Nordkorea postet regelmäßig primär politische Neuigkeiten aus Nordkorea. Das liest sich mitunter putzig naiv:

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Andere Male hanebüchen:

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Dazu wird die Seite mit jeder Menge offiziell wirkender Fotos und Videoaufnahmen aus dem Inneren des Landes befüllt. Es heißt, die zwei Social Media-Manager, die dahinter stecken, haben nach eigenen Aussagen in der DDR studiert und sie wären von der „Abteilung für ausländische Internetangelegenheiten des Zentralkomitees“.

Ich habe auch nach einer Weile des Herumklickens keine abschließende Meinung dazu, kann mir aber sowohl Satire als auch Propagandarohr vorstellen. Für dieses spricht die hier immer ausgefeilte Dialektik, die ich noch aus DDR-Zeiten gut im Ohr habe. Was auch immer hinter dieser Seite stecken mag, eines zeigt sich ganz deutlich: vom Sprachgebrauch und den Umgangsformen in den Kommentaren kann sich das deutsche Internet gerne mal eine richtig dicke Scheibe abschneiden. Also meistens zumindest.

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(via reddit)

Wer es ganz genau wissen will, kann denen auch ein paar Fragen stellen, die sind wohl sehr auskunftsfreudig. Vielleicht aber ist es auch gar kein Freundeskreis Nordkoreas, sondern extra3. Oder der Böhmermann.

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Wie gefährlich sind Fakes im Netz?

Wir alle sind schon mindestens einmal auf Fakes im Netz reingefallen. Ich schon öfter, was mich tatsächlich ein bisschen vorsichtiger gemacht hat. Auch in meiner Infoblase. Ein guter Umgang mit der Erkenntnis, dass man einem Fake aufgesessen ist, ist der zu sagen, „Shit, da hat es mich wohl auch erwischt, war ein Fake und ich zu voreilig.“ Manche hingegen sehen das freilich anders.

BR Puls hat sich mit dieser Thematik befasst und eine sehenswerte Doku darüber gemacht: Wie gefährlich sind Fakes im Netz? Und man stößt auf so viele Bekannte.

„Fakes verbreiten sich im Netz wie sonst nur Katzenvideos. Richtig übel wird das, wenn solche Falschmeldungen gezielt eingesetzt werden, um zu hetzen. Zum Beispiel gegen Flüchtlinge. Ich habe mich auf die Spur eines solchen Fakes im Netz gemacht. Wer schleudert das in die Welt? Wie trifft das die Opfer? Und welche Auswirkungen kann so ein Netz-Fake im echten Leben haben?“


(Direktlink, via René)

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Kurzfilm: A Social Life

Ein etwas kulturpessimistisch und ernüchternd daherkommender Kurzfilm von Kerith Lemon zum Thema Leben im Internet. Dennoch recht gut geworden. Draußen und in echt, schließlich, ist es auch schön.

A Social Life is a short film about a career driven woman named Meredith who’s living the life she’s always dreamed of… online. Meredith strives to live a balanced life: staying fit, working hard and connecting with her friends; she is creating her „image“ within her broader social media friend base. But she awakes one day and realizes that her reflection is merely the collection of photos that she has shared with others. Is this her life? Or just a carefully curated brand?


(Direktlink, via Devour)

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Auch Vera Lengsfeld ist mausgerutscht

Vera Lengsfeld, Ex-DDR-Bürgerrechtlerin, Ex-Grüne und Immer-noch-CDU-Frau postete heute Morgen auf Facebook:

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War aber gar nicht so gemeint, und auch nicht in ihrem Sinne, wie sie später dem Tagesspiegel erklärte.

Die seltsame Erklärung der ehemaligen Politikerin lautet: Sie habe lediglich einen Artikel der österreichischen „Kronen-Zeitung“ zum Terror in Brüssel teilen wollen, „aus Versehen“ aber auch die Kommentierung einer anderen Facebook-Nutzerin mit verbreitet.

Bullshit, wie jeder Facebook-Nutzer wissen müsste, denn wenn diese Darstellung so stimmen sollte, müsste sie deren Text mit Copy and Paste übernommen haben. Das hätte man dann so auch sehen müssen. Die nächste Mausrede also. Und schlimm ist ja, dass diese Leute, wie schon Beatrix von Storch, glauben, dass ihnen das jemand glauben könnte. Opa Harald und Oma Gretchen tun das vielleicht sogar, alle anderen hingegen hoffentlich eher nicht.
(via Netzpolitik)

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One Billion Dollars

Das Problem mit Kommentaren, die sich vor der Veröffentlichung nicht moderieren lassen, ist eben manchmal auch, dass sie einem furchtbar auf den Sack gehen können. Sie sind mitunter in keinerlei Weise konstruktiv und haben so gut wie keinen Mehrwert für niemanden. Außer vielleicht für den Verfasser. Und dann kann man schon mal klare Kante fahren, weil Argumente oder Fakten diese Leute eh nicht interessieren. Ich mag das. Mitunter.

So hat es heute auch die SZ getan. Im Kontext zu einem Artikel über Geflüchtete, die einen NPDler aus dem Auto gezogen und erstversorgt hatten, nachdem der in einen Baum gegurkt war. One Billion Dollars.

YKceyrq


(via reddit)

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Olli Schulz vorm Tropical Island eingeparkt

Olli hatte heute ein wenig Trouble, er wurde vorm „Assibomber“ Tropical Island eingeparkt und hing ein wenig in der Luft. Also schickte er seine Facebooktruppen los, um dort mal anzurufen und „Druck zu machen“. So das er dort wegkäme. Mittlerweile dürfte das geklappt haben.

Bitte um Hilfe.

Posted by Olli Schulz on Montag, 21. März 2016

Beschissen geparkt hatte er wohl allerdings selber.

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Die Deutsche Polizeigewerkschaft lässt auf Twitter über rechtsfreie Räume abstimmen

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Lustiger PR-Stunt der DPolG Berlin, die wohl auch im Hinblick auf die 500 Polizisten, die vor ein paar Tagen in der Rigaer Sperrmüll sammelten, auf Twitter fragt, ob „wir“ denn rechtsfreie Räume dulden müssten. Ich weiß jetzt nicht genau, ob sie diese für sich ungestört in Anspruch nehmen wollen, worauf der Bezug zur Rigaer ja durchaus passen würde – schließlich haben sie an dem Abend offenbar einen solchen für sich geschaffen -, oder ob sie um das Wohl der Bürger bemüht sind. So richtig kommt das aus der Frage nicht raus.

Das bisherige Abstimmungsergebnis, allerdings, hat man sich in der Zentrale sicher anders vorgestellt. Und natürlich gibt es in den Kommentaren auch mehr Antworten als nur „Ja“ und „Nein“. Die dürfen bei der DPolG Berlin auch gerne weh tun.

Ohne Titel
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